Braunschweig. Peter Vollmann stieg einst mit Rostock auf und lobt jetzt die Eintracht-Fans. „Sie verhalten sich vorbildlich, und das wissen wir alle zu schätzen.“

Wenn die Eintracht am Sonntag bei Hansa Rostock antritt, wird das für Peter Vollmann nicht nur ein extrem wichtiges Spiel um den Zweitliga-Klassenerhalt mit seinem aktuellen Klub aus Braunschweig, sondern auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Denn mit Hansa feierte Vollmann als Trainer den Aufstieg von der 3. in die 2. Liga. „Das war eine sehr gute, schöne und erfolgreiche Zeit“, sagt der Eintracht-Sportchef.

Seine Ostsee-Zeit begann im Juli 2010. Hansa war zu der Zeit Drittligist. „Dann haben wir den Laptop aufgeklappt, eine Mannschaft zusammengestellt und sind direkt aufgestiegen“, fasst Vollmann kurz und bündig zusammen. Zu seinem Team gehörten damals der ehemalige Braunschweiger, Wolfsburger und heutige Schöninger Sergey Evlyushkin. Auch Kevin Pannewitz, der heute eher im Trash-TV und Boulevard zu finden ist als auf dem Fußballplatz, fand als hoffnungsvolles Talent einen Platz in Vollmanns Aufgebot.

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Nach dem Aufstieg in seiner Premierensaison ging es in Liga 2 allerdings bergab. Nur ein Sieg sprang in der Hinrunde heraus für Vollmanns Team, in dem der heutige Heidenheim-Keeper Kevin Müller zwischen den Pfosten stand. Der Trainer wurde im Dezember 2011 nach Spieltag 17 und einem 0:3 in Fürth entlassen. „Irgendwann hat’s sportlich nicht mehr gereicht“, erinnert sich Braunschweigs Sportchef.

Ungewöhnlich: Zweieinhalb Jahre später kehrte Vollmann zurück zur Hansa, blieb aber diesmal nur ein halbes Jahr beim Drittligisten. Wieder wurde er im Dezember entlassen, diesmal nach einem 0:2 gegen Preußen Münster und nur vier Liga-Siegen aus 20 Partien.

Dennoch „sind die Verbindungen noch immer gut“, sagt er. Es sei nicht zu befürchten, dass im Duell am Sonntag noch irgendwelche alte Rechnungen Vollmanns beglichen werden müssten, sagt er schmunzelnd.

Vollmann: Die werden im letzten Heimspiel der Saison noch einmal richtig Gas geben

Eintrachts Sportchef ist trotz aller positiver Erinnerungen an Rostock nun natürlich Vollblut-Braunschweiger und daher fokussiert auf einen Sieg, der seiner Eintracht sicher zum Klassenerhalt genügen würde. „Darauf arbeiten wir alle mit voller Kraft hin“, sagt er.

Dass dafür ein gänzlich anderer Auftritt der Spieler hermuss, sei allen klar, sagt Vollmann: den Aktiven selbst, dem Trainerteam und der Chefetage. Alle wüssten um die Brisanz der Partie. Sich darauf zu verlassen, dass die Hansa-Kicker, die am vergangenen Spieltag den Klassenerhalt bereits eintüteten, nun etwas entspannter auftreten, wäre ein Fehler, weiß Vollmann. „Die werden im letzten Heimspiel der Saison noch einmal richtig Gas geben“, sagt er. „Da oben gewinnt man nie so leicht.“

Daran hat auch das hochemotionale Publikum seinen Anteil. Rostocks Fanszene gilt als eine der wildesten in Fußball-Deutschland.

Peter Vollmann lobt die Fans von Eintracht Braunschweig

Vollmann kennt die Rostocker natürlich noch aus den gemeinsamen Jahren, lenkt den Blick aber lieber auf Braunschweigs Anhängerschaft, der er ein riesiges Lob ausspricht. „Wir können uns über unsere Fans nicht beschweren, werden die ganze Zeit schon zu einhundert Prozent unterstützt. Und dass man als Spieler nach einem schlechten Auftritt mal Schimpfe bekommt, ist auch okay. Sie verhalten sich vorbildlich, und das wissen wir alle zu schätzen. Was sie abliefern, ist wirklich hervorragend.“

Mit Hilfe der Fans wollen die Braunschweiger den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Bei einem Sieg sind sie sicher durch. Gewinnen sie nicht, kommt es an auf die Ergebnisse der Partien zwischen Paderborn und Nürnberg sowie Magdeburg und Bielefeld.