Braunschweig. Das Herzog-Anton-Ulrich-Museum steht in der Kritik, weil es Amsterdam seinen Vermeer verweigerte. Lesen Sie dazu unseren Kommentar.

Mit seiner großen Vermeer-Schau ist dem Amsterdamer Rijksmuseum ein Coup gelungen. 650.000 Besucher in einer einzigen Ausstellung – davon kann das Braunschweiger Herzog-Anton-Ulrich-Museum nur träumen. Direktor Dr. Thomas Richter hat nicht ganz Unrecht, wenn er darin vor allem ein Event sieht – auch wenn die neue Kino-Doku „Vermeer - Reise ins Licht“ sich alle Mühe gibt, mehr Bedeutung hineinzuraunen. Richter sieht seine Aufgabe vor allem als Sachwalter der Kunst seines Hauses. Darin ist er glaubhaft. Aber reicht das?

In den ersten vier Jahren seiner Amtszeit hat Richter Strukturen verbessert, etwa die Restaurierung gestärkt. Große Ausstellungen hat es wenige gegeben – und sie konzentrierten sich auf die eigenen Bestände, wie „Brueghel – ein Meisterwerk restauriert“. Auch in der Beckmann-Schau „Es begann in Braunschweig“ waren kaum spektakuläre Leihgaben anderer Häuser zu sehen. Bei der kommenden Pascha-Weitsch-Ausstellung wird es ähnlich sein. Die Pflege der eigenen Schätze ist sicher aller Ehren wert. Aber sie macht das Haus nicht unbedingt zum Besuchermagneten. Dabei wurden bei der Sanierung vor wenigen Jahren für mehr als 30 Millionen Euro auch die Ausstellungsräume wunderbar hergerichtet. Kunst zu bewahren ist wichtig. Menschen ins Museum zu locken aber auch. Zuweilen mögen Events dabei hilfreich sein.