Wolfsburg. In Zeiten des rasanten Wandels müssen Bewerber ihre Berufswünsche überdenken und anpassen, meint Andreas Schweiger.

Den großen Ausbildungsplatz-Kahlschlag bei VW, den wird es nicht geben. Das wird die IG Metall zu verhindern wissen, außerdem ist das Unternehmen viel zu professionell. Allen Verantwortlichen ist bewusst, dass in das Ringen um Fachkräfte längst auch so begehrte Arbeitgeber wie Volkswagen eingebunden sind. Daher werden künftige Fachkräfte, zum Beispiel Chemielaboranten, weiterhin hochwillkommen sein.

Ausbildungsinhalte müssen sich auch bei VW verändern

Aber das Unternehmen wird stärker selektieren. In Zeiten des rasanten technischen Wandels müssen sich Ausbildungsinhalte verändern. Was an Qualifikationen nicht mehr benötigt wird, fliegt raus. Und damit sollte sich übrigens auch die Berufsorientierung der Berufsstarterinnen und -starter verändern. Das ist überfällig. In zu vielen Fällen passen veraltete oder romantisierte Berufsvorstellungen und -wünsche nicht mehr mit den tatsächlichen Anforderungen überein.

Tarifrunde bei VW wird sich auch um Ausbildung drehen

Gut möglich ist auch, dass VW wegen des Spardrucks die Zahl der Lehrstellen verringern will. Dieser Punkt könnte in der Tarifrunde im zweiten Halbjahr ein harter Brocken werden. Aufgabe der Tarifpartner ist dann, einen für beide Seiten tragbaren Kompromiss zu finden. Dabei geht es um wirtschaftliche Perspektiven des Unternehmens auf der einen und berufliche Perspektiven der Bewerberinnen und Bewerber auf der anderen Seite. IG Metall und Volkswagen haben eine große Erfahrung darin, beides unter einen Hut zu bringen.