Braunschweig. Gegen Schalke 04 verkauft sich Eintracht Braunschweig teuer, verliert aber 1:3. Die gute Nachricht: Die Emotionalität ist zurück.

Darin waren sich alle Beteiligten von Eintracht Braunschweig einig, auch der Trainer. „Es war ein ganz anderer Auftritt als noch in Magdeburg“, sagte Jens Härtel nach dem 1:3 (1:2) im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen Schalke 04 am späten Freitagabend. „Die Jungs haben das richtig gut gemacht.“ Zum Weiterkommen reichte es dennoch nicht. Schalker Effizienz schlug Braunschweiger Emotionalität.

Aber diese Emotionalität, diese Mentalität, die zuletzt beim biederen Auftritt in Magdeburg streckenweise gefehlt hatte. Die war im aufgeladenen Eintracht-Stadion wieder da. „Die ist das A und O“, sagte Härtel – und wurde deutlich. „Wir können uns nicht über Qualität definieren. Es geht nur über die richtige Einstellung bei uns. Dann können wir Fußballspielen. Und dann können wir jeder Mannschaft Probleme bereiten, wenn wir auftreten wie gegen Schalke.“

1:3 hieß es nach 90 Minuten für Schalke 04.
1:3 hieß es nach 90 Minuten für Schalke 04. © regios24 | Sebastian Priebe

Eine Leistungssteigerung war unübersehbar. „Wir waren von Beginn an griffiger und dran an unseren Gegnern“, sagte auch Jannis Nikolaou berechtigterweise. Er und seine Mitspieler ließen bis in die Schlussphase hinein kaum Chancen der hochkarätigen Schalker zu mit einem engagierten gemeinsamen Auftritt. Kapitän und Trainer sahen „einen Schritt in die richtige Richtung“. Aus vier großen Chancen machten die Gelsenkirchener drei Tore. Effizienz pur.

Nur: Verloren haben die Blau-Gelben trotzdem. „Uns fehlen noch ein paar Prozentpunkte, um noch mehr Tore zu machen, noch mehr klare Abschlüsse aus dem Spiel heraus zu kreieren. Das ist der Auftrag, in der Woche daran zu arbeiten“, sagte Härtel. Obwohl es sich als richtige Maßnahme herausstellte, die Formation auf ein 3-4-1-2 umzustellen und somit Johan Gomez auf der Zehnerposition gestalterische Freiheiten zu schaffen, kamen die Braunschweiger in der zweiten Hälfte kaum mehr zu Chancen.

Brian Behrendt schaltet Zweitliga-Rekordschützen Simon Terodde aus

Auch Brian Behrendt lobte die taktische Umstellung des Trainers. „Das hat viel besser gepasst“, sagte der Abwehrchef, der einen starken Auftritt hinlegte und den Zweitliga-Rekordtorschützen Simon Terodde vollkommen aus dem Spiel nahm. „Das hat mich gefreut, aber dennoch ist es schade, dass wir nicht weiterkommen konnten“, sagte er.

Auf der Leistung vor allem zu Beginn der Partie können die Braunschweiger aufbauen. Da waren sie griffig, emotional, mutig und spielfreudig – so wie Härtel seine Spieler immer sehen will. Nur nach den beiden schnellen Toren der Schalker erlosch das gerade erst aufgeflackerte Selbstvertrauen der Blau-Gelben wieder. Dennoch: Vorzuwerfen hatten sie sich nach dieser Partie nicht viel.

Nach vorne fehlt Eintracht Braunschweig weiterhin der letzte Punch

Nach vorne fehlt weiterhin die Qualität, der letzte Punch. Behrendt sprach daher auch ganz klar an, dass er zwar Vertrauen in die aktuelle Zusammenstellung des Teams habe, aber „offen“ für weitere Neuzugänge sei. Härtel hatte sich schon vor dem Schalke-Spiel klar positioniert und Verstärkungen gefordert – qualitativ wie quantitativ.

Peter Vollmann ist gefordert. Er hatte unter der Woche die Mentalität seiner Mannschaft kritisiert und bekam eine positive Reaktion geliefert. Nun muss der Geschäftsführer die Wünsche seines Trainers und seines Teams erfüllen. „Wir sind dran“, sagte er vergangene Woche. Vor dem nächsten Spiel in der 2. Bundesliga wieder gegen Schalke in einer Woche (Sonntag, 13.30 Uhr) sollten neue Kräfte da sein. Dann können die Blau-Gelben auch etwas Handfestes mitnehmen. Und nicht nur warme Worte.