Braunschweig. Die Aktion, an der laut Polizei bis zu 1000 Personen teilnehmen könnten, sorgt vor dem Pokalspiel gegen Schalke für erhöhte Alarmbereitschaft.

Mit Blick auf den Pokal-Kracher zwischen Eintracht Braunschweig und Schalke 04 am Freitagabend hat auch für die Polizei in Braunschweig die intensivere Vorbereitung auf das Spiel begonnen. Bezugnehmend darauf kündigte Polizeisprecherin Carolin Scherf gegenüber unserer Zeitung eine deutliche Präsenz der Einsatzkräfte auf den Straßen der Stadt, am Hauptbahnhof und rund um das Stadion im Vorfeld des Spiels und danach an. Zu genauen Einsatzstärken wollte sich die Sprecherin aus einsatz-taktischen Gründen nicht äußern. Oberste Priorität habe auch bei diesem Traditionsduell die Trennung der beiden Fan-Lager.

Nach dem Austausch mit szenekundigen Beamten und den Vereinen sowie nach Auswertung der Beiträge in den einschlägigen Fan-Foren stünde für die Polizei in Braunschweig fest, dass man sich auf ein Spiel der Kategorie „Rot“, also ein Risikospiel, vorbereiten müsse. „Die Fans der Vereine stehen sich feindschaftlich gegenüber“, erklärte Scherf und ergänzte: „Wir sprechen natürlich hier nur von den Gruppen und Personen, die als gewaltbereit oder sogar gewaltsuchend gelten.“

Das Spiel werde laut Polizei auch deshalb als „Rot“-Spiel geführt, weil sich bis zu 3000 Gästefans in der Löwenstadt angekündigt haben. Es ist durchaus möglich, dass mehr Schalke-Fans im Stadion sind, als das reguläre Kartenkontingent es vorsieht, heißt es aus Polizeikreisen.

Polizei: Vor Ort ausloten, wo der Fan-Marsch verlaufen wird

Unter besonderer Beobachtung der Polizei wird dabei auch der angekündigte blau-gelbe Fan-Marsch stehen. Er soll am Freitag ab 17 Uhr vom Altstadtmarkt in Richtung Stadion stattfinden. Die Polizei rechnet mit bis zu 1000 Eintracht-Anhängern, die dem Aufruf der aktiven Fanszene sowie Fanbeauftragten folgen werden. Dabei sollen die Fans „alle in Trikots“ erscheinen. Darauf sei man eingestellt, das sei händelbar, hieß es.

Dabei stand nach Angaben der Braunschweiger Polizei von Mittwoch die Route zum Stadion noch nicht abschließend fest, dementsprechend ist auch noch unklar, welche Straßen für andere Verkehrsteilnehmer in der Folge des Marsches gesperrt werden müssen. „Es handelt sich hier um keine offiziell angemeldete Versammlung. Wir werden vor Ort in sogenannten Kooperationsgesprächen ausloten, welcher Weg der geeignetste ist, um die Fans sicher zum Stadion zu eskortieren“, erläuterte Scherf. Dabei sei man als Polizei auch für die Sicherheit der anderen Teilnehmer im Straßenverkehr verantwortlich. Auch das müsse in die Überlegungen bei der Frage, welcher Weg der beste sei, einfließen.

Auftaktveranstaltung des CSD findet zeitgleich statt

Nach Informationen unserer Zeitung hat es allerdings schon frühzeitig einen Dialog und einen Austausch zwischen Polizei, Fangruppen und Verein über den Verlauf des Marsches gegeben. So gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Eintracht-Anhänger am Freitag über die Gördelinger Straße, den Hagenmarkt, die Wendenstraße, Richtung Hamburger Straße geführt werden. Es wird ein massives Aufgebot an Polizeikräften erwartet.

So soll das Ziel der Einsatzleitung sein, die Fans zunächst in einem Bogen um den Kernbereich der City zu führen. Ein Grund dafür könnte der fast zeitgleich stattfindende Auftakt des CSD-Sommerlochfestivals auf dem Platz der Deutschen Einheit vor dem Rathaus sein. Der Weg mitten durch die Innenstadt scheint daher ausgeschlossen. Auch der Mittelweg soll offenbar später gemieden werden, stattdessen soll es direkt über die Hamburger Straße zum Stadion gehen, lauten Informationen, die unserer Zeitung vorliegen.

Bundespolizei: Schalke hat Anhänger im gesamten Bundesgebiet

Die Bundespolizei beziehungsweise die für das Spiel zuständige Polizeiinspektion in Hannover wird sich um die sichere An- und Abreise der Fans von Blau-Gelb und Blau-Weiß kümmern. Sprecher Detlef Lenger bestätigte mit Blick auf die Rivalitäten beider Fan-Lager die Eingruppierung des Spiels in die Kategorie „Rot“. Rot sei aber nicht gleich rot. „Wir sehen das Spiel eher am unteren Ende der Rot-Skala in Richtung der Kategorie Gelb.“ Viel hänge dann auch immer vom Spielverlauf und dem Ergebnis ab, wie sich die Sicherheitslage am Ende darstelle.

Die Bundespolizei rechnet mit zwischen 300 und 500 Eintracht-Fans sowie bis zu 800 Schalkern, die mit der Bahn anreisen werden. Man stelle sich, beide Fan-Lager zusammengenommen, hier auf bis zu 60 Personen ein, die man als gewaltbereit beziehungsweise gewaltsuchend bezeichnen könne.

Kein Sonderzug aus Gelsenkirchen, keine Begleitung durch Polizei im ÖPNV geplant

Ein Sonderzug aus Gelsenkirchen wird nach Angaben der Bundespolizei nicht eingesetzt. Laut Lenger würde eine Vielzahl der zu erwartenden Schalke-Fans mit Bussen oder mit dem Auto nach Braunschweig reisen. „Schalke hat eine Anhängerschaft, die bundesweit aktiv ist. Viele der Anhänger, die zum Pokalspiel kommen, rekrutiert der Verein aus dem direkten Umfeld, also aus Niedersachsen und der Region Braunschweig“, sagt Lenger.

Für dieses Spiel wird die Bundespolizei keine zusätzlichen Kräfte anfordern. Lenger dazu etwas nebulös: „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir den Einsatz mit den Regelkräften stemmen, dazu steht uns ein Einsatzzug zur Verfügung.“ Auch die Begleitung der Fans im Öffentlichen Personennahverkehr durch Beamte und Beamtinnen der Bundespolizei sei nicht vorgesehen.