18. April: Wie der Verstorbenen während Corona gedacht wird

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Eine Schweigeminute gab es am 23. März in Großbritannien: Mitarbeiterinnen des britischen Gesundheitsdienstes NHS legten anschließend am St Thomas' Hospital Blumen nieder. In Großbritannien wurde am Jahrestag des ersten Lockdowns zum Gedenken an diejenigen, die während der Corona-Pandemie gestorben sind, ein Nationaler Tag der Besinnung abgehalten.

Eine Schweigeminute gab es am 23. März in Großbritannien: Mitarbeiterinnen des britischen Gesundheitsdienstes NHS legten anschließend am St Thomas' Hospital Blumen nieder. In Großbritannien wurde am Jahrestag des ersten Lockdowns zum Gedenken an diejenigen, die während der Corona-Pandemie gestorben sind, ein Nationaler Tag der Besinnung abgehalten.

Foto: Kirsty Wigglesworth / dpa

Osterode.  Städte und Kirchen im Landkreis Göttingen beteiligen sich an dem Gedenktag am 18. April für in der Coronavirus-Pandemie Verstorbene. Das ist geplant.

Die Stadt und der Landkreis Göttingen gedenken am Sonntag, 18. April 2021, gemeinsam derjenigen, die in der Corona-Pandemie verstorben sind. Anlass ist die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den gleichen Tag initiierte zentrale Gedenktagveranstaltung (siehe Kasten).

Von Angehörigen Abschied nehmen, um Verstorbene trauern – in Zeiten der Pandemie ist das oft nicht oder nur eingeschränkt möglich. Viele Menschen starben im Laufe des vergangenen Jahres infolge einer Corona-Erkrankung, andere wiederum unabhängig davon. Ihnen allen soll am Sonntag gedacht werden.

Alle sind eingeladen, sich zu beteiligen – digital und analog.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und der Landrat des Landkreises Göttingen, Bernhard Reuter, drücken ihre Anteilnahme in einer gemeinsamen Traueranzeige aus: „Hinter den Zahlen der Toten stehen einzelne Schicksale. All diese Menschen verbindet, dass sie sich durch die Einschränkungen in der Pandemie häufig nicht von ihren Familien und denen, die sie geliebt und geschätzt haben, verabschieden konnten. Dies hinterlässt tiefe Spuren im Leben. Wir denken an die Opfer der Corona-Pandemie, an die vielen, die im vergangenen Jahr einsam sterben mussten, und wir denken an die Trauernden, Angehörigen, Freundinnen und Freunde, Menschen mit ihren Geschichten und Erlebnissen.“

Bittgottesdienst und Trauerbeflaggung im Altkreis Osterode

„Zum Gedenken an verstorbene Mitbürgerinnen und Mitbürger und als Zeichen des Mitgefühls für die Menschen, die Angehörige oder Freunde während der andauernden Corona-Pandemie verloren haben, werden am Sonntag die Flaggen vor allen öffentlichen Gebäuden der Stadt auf Halbmast gesetzt“, teilt die Stadt Osterode mit.

Auch in der Stadt Bad Sachsa wird am 18. April eine Trauerbeflaggung vor dem Rathaus und an öffentlichen Gebäuden erfolgen. „Die Bevölkerung wird aufgerufen, zum Gedenken an die Verstorbenen am Abend brennende Kerzen in ihren Fenstern aufzustellen“, erklärt Bürgermeister Daniel Quade.

Die Christuskirche in Herzberg beteiligt sich am Sonntag mit einem Bittgottesdienst am deutschlandweiten Gedenktag für die Opfer der Pandemie. Beginn ist um 9.30 Uhr. Um Anmeldung im Pfarramt unter Telefon 05521/2706 oder im Internet und herzbergerkirchen.church-events.de wird gebeten.

Einwohner von Stadt und Landkreis können digitales Licht entzünden

Nach einem Aufruf von Bundespräsident Steinmeier unter dem Hashtag #lichtfenster hat sich vielerorts bereits das Licht im Fenster als Zeichen der Anteilnahme und Trauer etabliert. Anlässlich des Gedenktags können die Menschen ebenfalls ein Licht für die Verstorbenen der Pandemie scheinen lassen. Digital ist dies unter goe.de/gedenken möglich: Dort können Bürger bereits ab Samstagvormittag eine virtuelle Gedenkkerze zur gemeinsamen Traueranzeige von Stadt und Landkreis Göttingen entzünden und ihre persönliche Kondolenz hinterlassen.

Zu einer Schweigeminute ruft die Stadt Göttingen für Sonntag um 12 Uhr auf. Überall in der Stadt können Göttinger so gemeinsam der Verstorbenen gedenken. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und die Leiterin des Göttinger Corona-Stabs, Sozialdezernentin Petra Broistedt, werden am Göttinger Gänseliesel außerdem ein Blumengesteck niederlegen. Wer an diesem Tag Blumen oder Kerzen zum Gedenken dort ablegen möchte, ist herzlich eingeladen.

Auf den Schillerwiesen soll zudem künftig eine Gedenk-Eiche an die Verstorbenen erinnern. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Petra Broistedt pflanzen den symbolträchtigen Baum am Sonntag am Steintisch zwischen Jérôme-Pavillon und Spielplatz. Die langlebige Eiche soll das Totengedenken „mitten im Leben“ ermöglichen – an einem Ort, der auch in Pandemie-Zeiten viel genutzt wird.

Rat und Verwaltung der Stadt Göttingen drücken ihre Anteilnahme mit Eintritt der Abenddämmerung mit dem als brennende Kerze illuminierten Turm des Neuen Rathauses aus.

Am Alten und Neuen Rathaus Göttingen sowie an den Kreishäusern in Göttingen und Osterode wehen die Flaggen am Sonntag auf Halbmast.

Zu dem vom Bundespräsidenten initiierten Gedenktag am 18. April 2021 sind darüber hinaus weitere Akte des Gedenkens in Göttingen geplant: Einige Kirchen laden zu Gedenkgottesdiensten ein, im Anschluss werden im gesamten Stadtgebiet Glocken geläutet.

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