Vom Kampf um die Unabhängigkeit

Osterode   „Danceperados of Ireland“ gastieren mit Tanzshow in der Osteroder Stadthalle.

Die Danceperados of Ireland gastieren in der Stadthalle Osterode.

Die Danceperados of Ireland gastieren in der Stadthalle Osterode.

Foto: Gregor Eisenhuth

Am Freitag, 25. Januar, gastiert um 20 Uhr die Tanzshow „Danceperados of Ireland“ mit ihrer „Whiskey you are the devil“-Tour in der Stadthalle Osterode.

Die Iren können das Tanzen, Singen und Spielen nicht sein lassen. Es liegt ihnen im Blut. Aber auch für andere Kunstfertigkeiten und Leidenschaften sind sie berühmt. Dazu gehört auch der irische Whiskey. Wie beim irischen Tanz oder Gesang wird auch hier das Wissen und Können von Generation zu Generation weitergegeben. Um ein großer Whiskey zu werden, muss dieser Jahrzehnte lang reifen und gewinnt immer mehr an Charakter. So ist es auch mit großen Künstlern. Warum also nicht diese beiden Kulturen zusammenbringen?

Das „Whiskey you are the devil“-Programm ist keine abendfüllende Huldigung an den Alkohol. Das wäre zu einfach. Die Iren tranken oft um Unterdrückung, Hunger und Perspektivlosigkeit zu verdrängen. Die Kolonialherren wussten genau, dass Menschen, die an der Flasche hängen, einfach zu beherrschen sind.

Viele Arbeitsplätze hingen vom Wohl der Whiskey-Industrie ab. Den Preis dafür zahlten jedoch viele mit ihrer Abhängigkeit. Der Whiskey war seit dem Mittelalter eng mit dem politischen, sozialen und ökonomischen Zustand der grünen Insel verbunden. Er wurde durch die englischen Kolonialherren und brutale Steuern in die Illegalität verdrängt. So sollte die Whiskey-Steuer die Kriege gegen Napoleon finanzieren.

Der Kampf um den Whiskey war auch immer mit dem Kampf um die irische Unabhängigkeit verbunden und dutzende Folksongs kreisen um dieses Thema.

Als die lang ersehnte Unabhängigkeit im Jahre 1920 erreicht wurde, rächten sich die Engländer und bestraften alle irischen Exporte in das gesamte Commonwealth mit drakonischen Steuern. Dann kamen die Prohibition in den USA, das „Temperence Movement“ und unfähige Politiker in Irland. Das alles zusammen führte Mitte des letzten Jahrhunderts fast zum Aussterben des Whiskey-Brennens.

Zu dieser Zeit wären auch beinahe der irische Folk und Tanz verschwunden. Doch jetzt gibt es wieder eine Renaissance, sowohl des Whiskeys als auch des traditionellen Tanzes und der Musik.

Die Danceperados nehmen ihre Zuschauer auf eine Tour durch die illegalen Pubs, genannt „Sheebens“, in denen nicht nur exzessiv getrunken sondern auch wild musiziert und getanzt wurde. Dann geht es weiter über den Atlantik in die USA in die Zeit der Prohibition, in der irische Gangster das flüssige Gold schmuggelten und die Sheriffs clever austricksten. Auch bizarre irische Gesetze wie die „Holy Hour“ oder „bona fide traveller“ dürfen dabei nicht fehlen und lassen den Zuschauer amüsiert schmunzeln.

Eine auf Musik und Tanz fein abgestimmte Multivision mit irischen Landschaften und Motiven aus dem Umfeld des Whiskey gibt dem Publikum das Gefühl mittendrin zu sein. Was die Danceperados von einer herkömmlichen Tanzshow unterscheidet, ist die Qualität der Tänzer, Musiker und Sänger. Sie leisten sich den Luxus, gleich ein Sextett mit auf Tour zu nehmen. Die Musiker und Sänger gehören zur Crème de la Crème des Irish Folk und wurden international mehrfach ausgezeichnet. Für die Choreographie ist der zweimalige „World Champion“ Michael Donnellan zuständig. Er war sowohl Solist bei Riverdance als auch bei Lord of the Dance.

Karten sind an der Theaterkasse der Stadthalle, unter Telefon 05522/9168010, unter www.stadthalle.osterode.de sowie im Servicecenter des Harz Kurier erhältlich.

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