Berlin. Welche Anbieter für eine Photovoltaikanlage haben sich am Markt etabliert? Wir haben sechs bekannte Marken miteinander verglichen.

  • Eine Photovoltaikanlage bieten langfristige Kostenvorteile gegenüber dem Strom aus dem öffentlichen Netz
  • Der Bestellprozess umfasst Planung, Verschaltung, Komponentenabstimmung, Förderantragsabwicklung, Netzbetreiberanmeldung und regelmäßige Wartung
  • Vor der Installation einer Photovoltaikanlage müssen bauliche Voraussetzungen geprüft und Genehmigungen eingeholt werden

Vergleicht man den Strompreis aus dem öffentlichen Netz mit dem umgerechneten Preis, den der Strom vom eigenen Dach kostet, wird klar: Mit der eigenen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) fährt man langfristig günstiger. Bestellt man diese online bei einem Anbieter von Solaranlagen, funktioniert das nicht wie die üblichen Online-Bestellungen: Warenkorb füllen, bestellen, Ware erhalten.

Vielmehr geht es um die richtige Planung, die richtige Verschaltung der einzelnen Module und die Abstimmung der Komponenten. Hinzu kommen die Abwicklung der Förderanträge, die Anmeldung der Anlage beim örtlichen Netzbetreiber und schließlich die regelmäßige Kontrolle und Wartung der Anlage. Klingt kompliziert? Wir erklären Ihnen, wie der gesamte Bestellprozess im Detail abläuft und worauf Sie beim Kauf unbedingt achten sollten.

Vor der Installation einer Solaranlage: Diese baulichen Voraussetzungen prüfen

Die Installation einer Solaranlage ist weniger aufwendig als die einer Heizungsanlage. Sie ist innerhalb eines Tages installiert. Für die Inbetriebnahme ist jedoch die Zustimmung des Netzbetreibers zum Anschluss an sein Stromnetz erforderlich.

Außerdem sollten Sie die baulichen Voraussetzungen genau prüfen. In den meisten Bundesländern ist für kleine Photovoltaikanlagen an oder auf Gebäuden keine Baugenehmigung erforderlich. Es gibt jedoch Ausnahmen: So können Denkmalschutzbestimmungen oder Bebauungspläne eine Genehmigung erforderlich machen. Um sicherzugehen, sollten Sie sich vorab bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung über die geltenden Vorschriften informieren.

Festlegung der Anforderungen der Solaranlage: Größe, Stromerzeugung und Kosten

Nachdem die baulichen Voraussetzungen abgeklärt sind, können Sie die spezifischen Kriterien für Ihre Solaranlage festlegen. Überlegen Sie, wie groß die Anlage sein soll, wie viel Strom sie produziert und wie viel sie kosten soll. Dabei ist entscheidend, dass nicht nur der aktuelle Stromverbrauch, sondern auch zukünftige Anwendungen berücksichtigt werden: Wollen Sie den selbst produzierten Strom für thermische Anwendungen wie Warmwasser nutzen? Planen Sie, ein Elektroauto zu laden? All diese Faktoren sollten in Ihre Entscheidung einfließen.

Ein Solarrechner kann hierbei helfen. Solche Rechner finden Sie bei fast allen Online-Anbietern von Solaranlagen. Sie haben alle das gleiche Ziel: Berechnen, wie viel Solarenergie Sie auf Ihrem Dach benötigen, um Ihren Strombedarf zu decken oder den Maximalwert zu erreichen.

Auch interessant: Solar-Ausbau – Ein Bundesland stellt alle in den Schatten

Photovoltaikanlage: Auswahl eines regionalen oder überregionalen Anbieters

Wenn Sie wissen, welche Anforderungen Ihre PV-Anlage erfüllen soll, empfiehlt es sich, mehrere Angebote von Fachbetrieben einzuholen. Der Grund dafür ist, dass sich ein Vergleich finanziell meistens auszahlt.

Ein lokaler Handwerker hat den Vorteil, dass er bereits Anlagen bei Nachbarn und Bekannten installiert hat. So kann man sich aus erster Hand über die Arbeit und die Qualität informieren. Außerdem entfällt eine lange Anreise, was sich auch im Preis niederschlagen kann. Allerdings kann es zu längeren Wartezeiten bei der Terminvereinbarung kommen und die Koordination der Handwerker muss selbst übernommen werden.

Bei großen, überregionalen Anbietern besteht oftmals die Möglichkeit, die Anlage unverbindlich online zu konfigurieren. Zudem profitieren Verbraucher von einem umfangreichen Expertenwissen auf der Firmenwebsite. Bei der Installation der Solaranlage übernimmt die Firma die Koordination und beauftragt die Handwerker direkt. Diese Variante ist in der Regel etwas teurer, da ein umfangreiches Servicepaket angeboten wird.

Beantragung der Förderung vor Vertragsabschluss für eine Solaranlage

Wenn Sie eine Förderung in Anspruch nehmen wollen, ist es wichtig, dass Sie die entsprechenden Anträge rechtzeitig stellen und bewilligt bekommen, bevor Sie einen Vertrag mit einem Anlagenhersteller oder Installateur abschließen.

In Deutschland können die Bundesländer eigene Förderprogramme für Photovoltaik auflegen. Die Förderung durch die Bundesländer ist in Höhe und Dauer begrenzt und an bestimmte Bedingungen geknüpft. Erstens müssen die PV-Anlagen an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sein. Zweitens müssen die Anlagen im jeweiligen Bundesland installiert werden, in dem die Förderung beantragt wird.

Eine Auflistung möglicher Photovoltaik-Förderungen der Bundesländer im Jahr 2023:

BundeslandFörderprogrammArt der FörderungHöhe der Förderung
BerlinSolarPlusErstellung eines Gutachtens, Beteiligung an den Mehrkosten gegenüber einer Standard-PV-AnlageBis zu 300 Euro pro kWh (maximal 15.000 Euro)
Mecklenburg-Vorpommerndurch: Landesförderinstitut Mecklenburg-VorpommernZuschuss für den Kauf und die Installation einer steckerfertigen Mini-Solaranlage (nach dem 07.10.2022)Bis zu 500 Euro pro PV-Anlage und Wohnungseinheit
Nordrhein-Westfalenprogres.nrwFörderung von thermischen Solaranlagen für die Gebäudeversorgung90 Euro pro Quadratmeter Bruttokollektorfläche
Schleswig-Holsteindurch: Bezirksregierung ArnsbergFörderung von Solarkollektoranlagen, Anschluss an Wärmenetze, Förderung für steckerfertige Balkonanlagen, Förderung für stationäre Batteriespeichersysteme (voraussichtlich ab Sommer 2023)Bis zu 900 Euro für Solarthermie-Anlagen, bis zu 500 Euro für Installations- und Anschlusskosten

Prüfen des Angebots für die Solaranlage

Ein Angebot enthält neben dem Preis für die Solaranlage auch die zu installierenden Solargeräte. Achten Sie daher beim Angebot darauf, dass alle anfallenden Kosten im Gesamtpreis enthalten sind. Dazu gehören etwa die Kosten für das Gerüst, die Verkabelung inklusive Verputz, den Einspeisezähler, den Blitzschutz und auch eine ausführliche Anlagendokumentation.

Wichtig ist auch, dass die prognostizierte Leistung erreicht wird und die angenommenen Stromkosten nicht zu hoch sind. Idealerweise sollte auch der Wechselrichtertausch (nach 10 bis 15 Jahren) berücksichtigt werden. Ferner haben Stromspeicher in der Regel eine begrenzte Lebensdauer und müssen möglicherweise irgendwann ersetzt werden.

Mehr dazu: Die besten Stromspeicher für Ihr Balkonkraftwerk

Die besten Online-Shops für Solaranlagen

Wer sich eine Photovoltaikanlage anschaffen möchte, hat die Qual der Wahl. Die Konkurrenz auf dem Markt ist groß und die Anbieter versuchen sich immer mehr zu unterscheiden. Damit Sie sich für den besten unter ihnen entscheiden können, haben wir für Sie die bekanntesten Photovoltaik-Anbieter zusammengestellt.

In Deutschland sind diese drei PV-Anbieter für Komplettanlagen bekannt – inklusive Speicher und Montage:

Zolar

Zolar startete 2016 als erster Online-Anbieter von Solaranlagen. Seitdem hat sich das Berliner Unternehmen klar als feste Größe etabliert und mittlerweile tausende Photovoltaikanlagen erfolgreich ans Netz gebracht. Das Besondere ist der Online-Konfigurator, mit dem die einzelnen Solarmodule genau bestimmt werden können. Überzeugen konnte das Unternehmen auch mit seinem breiten Produktportfolio. Zolar bietet Solaranlagen nicht nur zum Kauf an, sondern auch zur Miete.

Solarwatt

Solarwatt ist ein deutscher Hersteller von Photovoltaikmodulen und Batteriespeichern mit Sitz in Dresden. Das Unternehmen verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung in der Photovoltaik, was in der Branche eine lange Zeit ist. Das Dresdner Unternehmen bietet die Möglichkeit, eine PV-Anlage direkt zu bestellen und gewährt eine 30-jährige Produktgarantie, die alle vom Hersteller verursachten Mängel abdeckt. Die Installation erfolgt durch lokale Fachbetriebe.

Eigensonne

Eigensonne wurde 2017 gegründet und ist ein typischer Photovoltaikanbieter. Mit den Solarsystemen von Eigensonne kann jeder seine eigene Solarenergie erzeugen. Das Unternehmen setzt dabei auf vier verschiedene Pakete (mit oder ohne Stromspeicher). Auch das Mieten ist ab 69 Euro pro Monat möglich. Eigensonne bietet auch ein Rundum-Sorglos-Paket an, das alle Reparaturen, Wartung und Versicherung der Anlage abdeckt.

Auch interessant: Koalition – Solaranlagen für Landschaftsschutzgebiete

Die besten Photovoltaikanbieter zum Mieten einer Solaranlage

Der Kauf einer Anlage ist oft mit einer hohen Anfangsinvestition und einem gewissen Planungs- und Verwaltungsaufwand verbunden. Eine Alternative zum Kauf ist die Pacht einer PV-Anlage. Dabei wird über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren ein monatlicher Festpreis gezahlt. Dieses Angebot ist gut geeignet, wenn kein Eigenkapital vorhanden ist. Allerdings verschlechtert sich die Rendite.

In Deutschland sind diese drei PV-Anbieter für die Vermietung von Solaranlagen bekannt:

DZ4

Das 2012 in Hamburg gegründete Unternehmen DZ4 war der erste Anbieter von Solaranlagen zur Miete. Die Erfahrung von DZ4 zeigt sich primär in der Präsentation und der individuellen Kundenbetreuung. Auch im Angebotsprozess kann der Konzern punkten und überzeugt mit moderaten Lieferzeiten von drei bis sechs Monaten sowie einer hohen regionalen Verfügbarkeit. Der Mietpreis ist über die gesamte Vertragslaufzeit fix und erhöht sich nicht. Nach zehn Jahren besteht eine jährliche Kaufoption.

Yellow Solar

Bei Yellow Star kann man seine eigene Solaranlage ab 59 Euro pro Monat mieten und am Ende der 20-jährigen Laufzeit kaufen. Die Solaranlage kann zudem individuell an die Gegebenheiten des Daches und den persönlichen Energiebedarf angepasst werden. Über die Yellow Solar App kann der Stromfluss der Anlage jederzeit verfolgt werden.

Enpal

Das Berliner Unternehmen Enpal wurde 2017 unter dem Namen Evergreen Energy gegründet. Bekannt wurde das Unternehmen durch seine "0 Euro Solaranlagen". Im Gegensatz zu vielen anderen Photovoltaikanbietern auf dem Markt arbeitet Enpal mit einem Leasingmodell.

Dabei geht das Unternehmen zunächst in Vorleistung bei der Anschaffung der Photovoltaikanlagen und vermietet diese dann gegen eine monatliche Gebühr an seine Kunden weiter. Im Gegenzug erhebt das Unternehmen eine Mietgebühr, die zwischen 114 und 202 Euro pro Monat liegt. Sie richtet sich nach Größe und Leistung der Solaranlage. Die Kosten sind für 20 Jahre festgeschrieben.