Berlin. Die Investition in Solaranlagen boomt. Was für Kosten bei der Installation entstehen und welche Förderung es für Solarenergie gibt.

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Der ansteigende Zubau von Photovoltaikanlagen macht sich auf dem Energiemarkt bemerkbar: Laut einer Veröffentlichung der Bundesnetzagentur wurden Anfang 2023 Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 780 Megawatt netto zugebaut.

Gründe dafür sind die steuerliche Förderung bei der Anschaffung und der hohe Strompreis. Auch das gestiegene Umweltbewusstsein macht eine Investition in eine Photovoltaikanlage für viele Menschen attraktiver. Was die Installation einer Solaranlage kostet und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, erfahren Sie hier.

Kostenfaktoren bei der Installation einer Photovoltaikanlage

Die Kosten für die Errichtung einer Anlage hängen von vielen Faktoren wie Größe und Leistung (Kilowatt Peak, kWp) oder der gewählten Technik ab. Den größten Kostenpunkt machen die Anschaffungskosten sowie die Montage der Solaranlage durch einen Fachmann aus. Die Kosten variieren je nach Anlagentyp und Kombination mit anderen Maßnahmen am Haus sowie den eingesetzten Technologien.

1. Größe der Anlage

Die Größe der Photovoltaikanlage hat einen großen Einfluss auf die Kosten. Je größer die Anlage, desto mehr Solarmodule werden benötigt, was zu höheren Material- und Installationskosten führt. Zudem sind bei größeren Anlagen oft aufwändigere Montagesysteme und Wechselrichter erforderlich. Sie treiben die Kosten ebenfalls in die Höhe.

2. Leistungsfähigkeit der Module

Die Leistung der Solarmodule hat einen direkten Einfluss auf die Kosten. Hochleistungsmodule erzeugen mehr Strom und sind daher oft teurer. Der höhere Wirkungsgrad kann jedoch dazu führen, dass weniger Module benötigt werden, um die gewünschte Leistung zu erzielen, was wiederum die Kosten senken kann. Man sollte sich aber nicht nur am Preis orientieren: Wenn Ihnen nur eine kleine Fläche zur Verfügung steht, brauchen Sie teurere Module mit hohem Wirkungsgrad, aber auch weniger Module.

Modulart

Kosten pro kWp*

Dünnschichtmodule

ca. 230 bis 380 Euro

Polykristalline Module

ca. 220 bis 410 Euro

Monokristalline Module

ca. 360 bis 530 Euro

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung.

3. Montagesysteme und Befestigungsmaterialien

Die Kosten für Montagesysteme und Befestigungsmaterial können je nach Installationsart stark variieren. Eine Aufdachmontage ist in der Regel kostengünstiger als eine Indachmontage oder eine Freiflächenanlage. Auch die Kosten für Befestigungsmaterialien können je nach Dachtyp und -zustand variieren.

4. Wechselrichter und Speichersysteme

Ein wichtiger Bestandteil jeder Photovoltaikanlage ist der Wechselrichter, der den von den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Die Kosten für das Gerät hängen von der Nennleistung ab. Das heißt, je weniger Energie bei der Umwandlung des Stroms verloren geht, desto teurer ist das Produkt.

Soll die Anlage zur Erhöhung des Energieautarkiegrades mit einem Speicher ausgestattet werden, steigen die Kosten nochmals an. Der damit verbundene höhere Eigenverbrauch schlägt sich jedoch positiv auf der Kostenseite nieder.

5. Wartungs- und Reinigungskosten

Photovoltaikanlagen sind im Allgemeinen sehr wartungsarm, da sie keine beweglichen Teile haben. Dennoch ist eine regelmäßige Wartung im Abstand von zwei bis vier Jahren empfehlenswert. Dabei werden zum Beispiel die Befestigungen, die Kabelverbindungen und der Wechselrichter überprüft und notwendige Einstellungen optimiert, damit die Anlage dauerhaft wirtschaftlich arbeitet. Die Kosten für die Wartung liegen in der Regel zwischen 100 und 250 Euro.

Wann eine Reinigung durchgeführt werden sollte, hängt von Witterungseinflüssen, der Feinstaubbelastung und dem Neigungswinkel der Module ab. Bei starker Verschmutzung kann eine Modulreinigung den Ertrag um bis zu 20 Prozent steigern. Für eine professionelle Reinigung ist mit Kosten von etwa 2,50 Euro pro Quadratmeter zu rechnen - oft werden auch Pauschalpreise angeboten.

Wartung und Reinigung der Solaranlage sind nicht allzu häufig erforderlich. Sie können jedoch dazu beitragen, die Lebensdauer der Anlage zu verlängern und durch frühzeitiges Erkennen von Schäden hohe Folgekosten zu vermeiden.

Durchschnittliche Kosten: Was kostet eine Photovoltaikanlage?

Eine Solaranlage mit einer Leistung von vier bis zehn Kilowattpeak für ein durchschnittliches Ein- oder Zweifamilienhaus kostet zwischen 6.000 und 12.000 Euro – inklusive Planung und Montage.

  • Pro Kilowattpeak fallen für eine durchschnittliche Aufdachanlage (inkl. Montage, zzgl. MwSt.) Kosten zwischen 1.200 und 1.800 Euro an.
  • Hinzu kommen 300 bis 400 Euro pro Jahr für technische Inspektionen, Wartung und Versicherung.
  • Ein Speicher mit einer Speicherkapazität von vier bis zehn Kilowattstunden kostet weitere 5.000 bis 14.000 Euro.

Photovoltaikanlagen: Regionale Preisunterschiede

Neben der Anlagengröße, den Montagesystemen und zusätzlichen Speichersystemen ist ein vierter Punkt von entscheidender Bedeutung für den Ertrag einer Solaranlage: der Standort. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie variiert die mittlere jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland zwischen 850 kWh im Norden und 1.750 kWh im Süden. So erzeugt eine Solaranlage in Deutschland pro kWp Nennleistung etwa 1.000 kWh Solarstrom pro Jahr.

Zwischen den einzelnen Bundesländern können aufgrund der örtlichen Gegebenheiten unterschiedliche Globalstrahlungswerte auftreten. So fällt auf: Je südlicher der Standort, desto höher die Jahressummen der Globalstrahlungswerte.

RegionDurchschnittlicher Preis pro kWp (in Euro)*
Norddeutschland1.300
Ostdeutschland1.200
Westdeutschland1.400
Süddeutschland1.500

* Preise sind Durchschnittswerte und dienen zur Orientierung.

Der Ertrag von Photovoltaikanlagen: Faktoren und Renditen

Der Ertrag von Photovoltaik hängt von vielen Faktoren ab und kann stark variieren. Im Folgenden sind typische Renditen für Photovoltaikanlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren (Inbetriebnahme April 2023) dargestellt. Die Daten stammen aus dem Renditerechner Stiftung Warentest.

 

8 kWP

10 kWp

 ohne Stromspeicher

2,78 % (35 % EV)

4,5 % (35 % EV)

mit Stromspeicher

6,79 % (80 % EV)

7,94 % (80 % EV)

*EV = Eigenverbrauch

1. Investitionskosten

Die Investitionskosten haben den größten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Derzeit liegen die Kosten für ein Kilowattpeak Photovoltaikleistung bei kleinen Anlagen bis 10 kWp bei ca. 1.800 - 2.000 Euro.

2. Betriebskosten

Für eine realistische Renditeberechnung müssen auch die jährlichen Betriebskosten einer Photovoltaikanlage berücksichtigt werden. In der Regel sind nur die Wartungs- und Reparaturkosten der Anlage relevant. Für die ersten 20 Betriebsjahre kann mit etwa 3.000 Euro gerechnet werden. Auf Wunsch kann die Anlage alle eins bis zwei Jahre gereinigt werden. Die Reinigung der Photovoltaikmodule gleicht jedoch in der Regel den Ertragsverlust nicht aus, da die Module bereits durch Regen und Schnee gereinigt werden.

3. Ertrag und Standort

Ebenso wichtig für die Rendite ist der Ertrag der Photovoltaikanlage. Dieser ergibt sich aus der Größe der Anlage und dem Standort Ihres Hauses. Ein Kilowatt Peak Photovoltaik kann in Deutschland durchschnittlich 1.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Dabei ist zu beachten, dass Anlagen in Süddeutschland mehr Solarstrom erzeugen als Anlagen in Norddeutschland. Solarerträge von bis zu 1.300 kWh pro kWp sind in Baden-Württemberg und Bayern keine Seltenheit. Anlagen in Norddeutschland erzeugen dagegen selbst in regenreichen Jahren nur 900 kWh pro installiertem Kilowatt Peak.

Auch die örtlichen Standortbedingungen beeinflussen den Ertrag. Eine teilverschattete Photovoltaikanlage produziert deutlich weniger Strom als eine unverschattete. Die höchsten Erträge werden bei einem Aufständerungswinkel von 30 Grad und einer Ausrichtung nach Süden erzielt. Abweichungen von diesem Optimum, haben in der Regel keine signifikanten Auswirkungen. Lediglich eine überwiegende Nordausrichtung sollte vermieden werden.

4. Eigenverbrauchsanteil

Der selbst verbrauchte Solarstrom erhöht die Rendite der Photovoltaik, da eine Kilowattstunde Solarstrom bereits für 8 bis 12 Cent erzeugt werden kann. Beim Stromversorger zahlen Sie dagegen durchschnittlich rund 42 Cent pro Kilowattstunde. Mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde Solarstrom sparen Sie also zwischen 30 und 34 Cent.

5. Einspeisevergütung

Die Rendite wird auch durch die Höhe der Einspeisevergütung beeinflusst. Je nachdem, wie viel Photovoltaikstrom Sie nutzen, fließt ein Teil des selbst erzeugten Stroms in das öffentliche Netz und Sie erhalten dafür eine geringe Einspeisevergütung. Für kleine Hausdachanlagen beträgt die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2023 etwa 8 Cent pro Kilowattstunde.

Photovoltaikanlagen: Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten

Deutschland geht bei der Förderung erneuerbarer Energien international einen Sonderweg. Mit dem EEG werden seit 2002 regenerative Energien wie die Photovoltaik mit dem Ziel einer Energiewende gefördert. Darüber hinaus wird die Errichtung und Erweiterung von Photovoltaikanlagen indirekt durch spezielle Darlehen gefördert.

  • Durch den Wegfall der 70-Prozent-Deckelung der Einspeiseleistung für PV-Anlagen können private Bestandsanlagen bis 7 kWp seit dem 1. Januar 2023 100 Prozent ihrer Nennleistung ins Netz einspeisen, ohne eine Abregelung zu riskieren. Gleiches gilt für neu installierte Anlagen bis 25 kWp.
  • Seit dem 01. Januar 2023 wird beim Kauf von PV-Anlagen und neuen Anlagenkomponenten keine Umsatzsteuer mehr fällig, sofern diese in der Nähe eines Wohngebäudes installiert werden.
  • Ebenfalls seit dem 01. Januar 2023 werden alle Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern automatisch von der Einkommensteuer befreit. Dies gilt bereits rückwirkend für das Steuerjahr 2022 und sowohl für bereits in Betrieb befindliche als auch für neue Solaranlagen.

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