Braunschweig. Erneut hallen „Vollmann raus“-Rufe durchs Eintracht-Stadion. Wie reagiert der Verein? Im Aufsichtsrat herrscht wohl Uneinigkeit.

Es wird immer ungemütlicher für Peter Vollmann. Der Sport-Geschäftsführer von Eintracht Braunschweig stand auch am Freitagabend während des Heimspiels gegen Fortuna Düsseldorf im Zentrum der Kritik der Fans. Unmittelbar nach dem Düsseldorfer Treffer zum 0:2 durch Vincent Vermeij in Minute 14 hallte es aus der vollbesetzten Südkurve „Vollmann raus“-Rufe zum wiederholten Male in dieser Saison. Auch nach dem Pausenpfiff gab es wieder Rufe gegen den Sport-Geschäftsführer. Werden sie erhört?

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Vollmann werden zahlreiche Fehler und Versäumnisse der näheren Eintracht-Vergangenheit pauschal zur Last gelegt. Das Rumoren rund um die Personalie wird trotz der Stimmungsheller mit den Personalien Marc Pfitzner und Ermin Bicakcic nicht leiser - im Gegenteil. Der Druck steigt. Auch auf den Aufsichtsrat, der in der Vollmann-Frage nach unseren Informationen uneinig ist und kontrovers diskutiert. Aus dem Klub ist zu hören, dass Vollmann schwer angezählt sein soll. Und dass auch ein baldiges Aus im Raum stehen soll. So oder so: Eine finale Entscheidung des Eintracht-Führungsgremiums sollte alsbald getroffen werden für die Klarheit in Sachen perspektivischer Planung.

Vollmann war vor viereinhalb Jahres als Sportdirektor zur Eintracht gekommen und war zwischenzeitlich aufgestiegen zum Sport-Geschäftsführer. Unter seiner Regie wurden fünf Trainer freigestellt: Christian Flüthmann, Marco Antwerpen, Daniel Meyer, Michael Schiele und am Montag Jens Härtel. Wahrlich keine Bilanz, die von Kontinuität zeugt. Der Verein ist in dieser Zeit nie zur Ruhe gekommen.

Peter Vollmann hat die Eintracht nicht in ruhige Fahrwasser führen können

Aufstieg, Abstieg, Aufstieg, Klassenerhalt in Liga 2 - und nun droht der nächste Gang in Liga 3. Vollmann hat der Eintracht nicht den Weg aus dem Fahrstuhl weisen können. Das Vertrauen, dass er es noch einmal schaffen wird, ist bei den Fans verbraucht. Und in Teilen des Führungsgremiums offenbar auch. Vollmann allein alle Fehler der vergangenen Jahre anzulasten, wäre aber auch ungerecht. Dennoch: Für die Allermeisten ist er der Schuldige.

Erwartungsgemäß hingegen jubelten die Fans dem neuen Interimstrainer zu: Marc Pfitzner. Der 39-Jährige übernimmt für zwei Spiele den Trainer-Posten beim Fußball-Zweitligisten und wurde vom Anhang gefeiert. Auch nach dem frühen Zwei-Tore-Rückstand blieb der Großteil des Publikums positiv. Einzige Ausnahme: Vollmann. Der Sport-Geschäftsführer bekam immer mal wieder den Groll einiger Zuschauer zu hören.