Braunschweig. Der Sport-Chef Eintracht Braunschweigs kündigt eine Verstärkung mit Tempo an und kritisiert die Magdeburg-Mentalität einiger Spieler.

Das 1:2 in Magdeburg war ein Wirkungstreffer für viele, die das Geschehen rund um Eintracht Braunschweig verfolgen. Die 90 Minuten zeigten zahlreiche Problemzonen des Teams von Trainer Jens Härtel auf - defensiv wie offensiv. Angst geht um. Mit null Punkten aus den ersten beiden Partien ist er natürlich „unzufrieden“, sagt Peter Vollmann. Der Blutdruck rund um die Blau-Gelben ist somit schon höher als nötig. Wobei das für den Sport-Geschäftsführer des Zweitligisten keine Sondersituation ist.

Im Gegenteil. „Ich kann mich an keine Sekunde hier erinnern, in der wir keinen Druck auf dem Kessel hatten. Das ist der Normalzustand bei uns.“ Das sei in der Aufstiegssaison so gewesen, in der Klassenerhaltsspielzeit ebenfalls. „Und ich erwarte, dass es in diesem Jahr ähnlich wird“, sagt der Sport-Geschäftsführer, dem daher auch die Kritik an seiner Arbeit nicht fremd ist.

„Finale Gespräche“: Peter Vollmann kündigt Verstärkung mit Tempo an

Sorgen, sagt Vollmann, müsse man sich in Braunschweig immer machen. Allerdings mit konstruktivem Tenor. „Ich kann nicht negativ denken und Positives erwarten“, ist ein Zitat, das der Sport-Geschäftsführer in solchen Phasen häufig nutzt. Der Spruch hängt auch ausgedruckt in seinem Büro in der Eintracht-Geschäftsstelle als ständige Erinnerung daran. „Ich sehe im Schlechtreden keine Basis für positives Weiterkommen.“

Daher will Vollmann die Probleme ansprechen. „Wir wissen, wo der Schuh drückt, wo unsere Baustellen sind und sind dabei, diese zu schließen.“ Beispielsweise mit einem Neuzugang mit Tempo. „Wir sind in finalen Gesprächen“ mit einem Kandidaten für die Offensive, sagt der Sport-Chef, der „möglichst schnell“ zu einem Ende der Verhandlungen gelangen will. Die Auftritte gegen Kiel (0:1) und Magdeburg (1:2) zeigten eindeutig auf, dass ein spielstarker offensiver Mittelfeldspieler benötigt wird. Mit Tempo. Der ist offenbar im Anflug, wobei Vollmann betont, jetzt nicht in Hektik verfallen zu wollen. Er möchte möglichst wenig Kompromisse eingehen. Am besten gar keinen. Der Schuss, sagt er, muss sitzen.

Neuzugang Sebastian Griesbeck ist gesetzt.
Neuzugang Sebastian Griesbeck ist gesetzt. © Jan Huebner | Franziska Gora

Auch weil die bisherigen Neuzugänge überwiegend Nachholbedarf aufweisen. Sebastian Griesbeck stand in beiden Liga-Spielen von Beginn an auf dem Platz - als einziger Neuer. In Magdeburg saßen zu Spielbeginn sechs Zugänge draußen, vier kamen im Laufe der zweiten Hälfte in die Partie. Und machten es zumindest nicht schlechter als ihre Vorgänger, von denen einige nun noch einmal Dampf von Vollmann kriegen.

Fehlende Mentalität: „Das stört mich ungemein und muss sich von jetzt auf gleich ändern“

Dem Sport-Geschäftsführer stieß auf, dass „nicht auf allen Positionen die nötige Mentalität zu erkennen war. Wir brauchen von allen Spielern die maximale Mentalität und Aggressivität, dann steigen unsere Siegchancen. Wenn sich zwei, drei Spieler da zurücknehmen, kann das der Rest kaum mehr auffangen.“ Namen nennt er keine, aber dass Härtel mit Keita Endo und Maurice Multhaup zwei Spieler schon früh heruntergenommen hat und dafür ein Vollmann-Lob kassiert, dürfte zusammenpassen. „Der Trainer hat in der Pause taktisch und personell umgestellt, was sich positiv auf unser Spiel niedergeschlagen hat.“ Es könnten aber auch andere und weitere Spieler damit angesprochen worden sein.

Die Mentalität jedoch ist „unser größter Wert, den jeder maximal einsetzen muss. Man kann immer einen schlechten spielerischen Tag haben“, sagt Vollmann. „Aber keinen schlechten Mentalitätstag. Das stört mich ungemein und muss sich von jetzt auf gleich ändern. Die Mentalität ist die Voraussetzung für alles.“