Braunschweig. Noch immer gibt es in einigen Gebieten an Niedersachsens Flüssen keine Entwarnung. Regen in den kommenden Tagen könnte die Lage verschärfen.

An mehreren Orten in Niedersachsen sind die Pegelstände der Flüsse Aller, Leine und Fuhse weiterhin hoch. Sieben Pegelmesspunkte zeigten am Donnerstagvormittag nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die höchste der drei Warnstufen für das Binnenland an. Die besagt, dass Straßen und Grundstücke in den betroffenen Gebieten überschwemmt werden können. An elf weiteren Messstationen wurde die Meldestufe zwei ausgerufen. Für die kommenden Tage erwartet die Behörde weiter steigende Pegelstände.

An Oker und Schunter „keine gravierenden Anstiege“ erwartet

An Oker und Schunter befinden sich die Wasserstände dagegen wieder im Bereich der Meldestufen 1 und 2. Beide Flüsse führen aufgrund der gesättigten Böden und erwarteten Niederschläge zwar weiter viel Wasser. Allerdings sind hier „derzeit keine gravierenden Wasserstandsanstiege in den kommenden Tagen zu erwarten“, gab der NLWKN am Dienstag bekannt. Im Oberlauf der Aller und ihren Zuflüssen verzeichnete der Landesbetrieb „sinkende Tendenzen“. Erst ab dem Celler Umland liegen die Pegelstände von Aller und Fuhse überwiegend oberhalb von Meldestufe 3. In den kommenden Tagen werde es hier erneut zu Anstiegen kommen, hieß es am Dienstag.

Wettervorhersage für Niedersachsen

Auch in den kommenden Tagen bleibt es regnerisch. Am Freitag ziehen Regenwolken über den Westen Niedersachsens, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Und auch am Wochenende kommt es immer wieder zu Regen und Sprühregen.

Die Kreisstraße 45 zwischen Volkse und Dalldorf beziehungsweise Leiferde im Landkreis Gifhorn ist wegen Überschwemmungen wieder voll gesperrt.
Die Kreisstraße 45 zwischen Volkse und Dalldorf beziehungsweise Leiferde im Landkreis Gifhorn ist wegen Überschwemmungen wieder voll gesperrt. © FMN | Reiner Silberstein

Harzwasserwerke: Abgabemenge aus Talsperren bleibt verkraftbar

Auch in den Talsperren im Harz befindet sich momentan mehr Wasser als üblich. Die Odertal- und die Eckertalsperre sind laut NLWKN zu 85 Prozent, die Okertalsperre sogar zu 92 Prozent gefüllt. Normalerweise liege der durchschnittliche Füllstand in dieser Jahreszeit bei 68 Prozent. Trotzdem rechnen die Harzwasserwerke nicht damit, dass die kommenden Regenfälle zu dramatisch erhöhten Abflussmengen führen. Für den Unterlauf bleibe die Abgabemenge „absolut verkraftbar“, versprach Unternehmenssprecher Norman Droste auf Anfrage am Dienstag. Zwar gebe es aufgrund der hohen Füllstände ein „leicht erhöhtes Abflussniveau“ – bei der Okertalsperre etwa sieben bis acht Kubikmeter pro Sekunde. „Das ist aber meilenweit von dem entfernt, was wir um Weihnachten hatten“, so Droste, „und wir rechnen fest damit, dass das auch so bleibt“. Auf dem Höhepunkt des Weihnachts-Hochwassers ließen die Harzwasserwerke rund 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Oker ab.

Aufgrund der Hochwassersituation sind einige Kreis- und Landesstraßen unserer Region gesperrt. Informationen dazu liefert die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen im Internet. Betroffen sind demnach Straßen unter anderem in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Celle und Gifhorn – hier etwa die Kreisstraße 45 zwischen Volkse und Dalldorf.

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