Hannover. Am Mittwoch, 6. Dezember, rufen Gewerkschaften in Niedersachsen zum Warnstreik auf. Winterdienste und Schulen sind teilweise betroffen.

Kurz vor weiteren Gesprächen im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst der Länder wollen Gewerkschaften am Mittwoch in Niedersachsen den Druck erhöhen. „Die dritte Verhandlungsrunde steht vor der Tür, doch die Arbeitgeber rühren sich keinen Millimeter“, sagte Stefan Störmer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die mit anderen Gewerkschaften zu einem ganztägigen Warnstreik aufruft.

Wie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitteilt, findet der Winterdienst auf Bundes-, Landes- und teilweise Kreisstraßen wegen des Streiks mit Einschränkungen statt. Verkehrsteilnehmer sollten mit Verzögerungen rechnen. Die Behörde bittet Verkehrsteilnehmer um „besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit.“ Der Deutsche Wetterdienst warnt am Mittwochmorgen vor glatten Straßen.

Forderung: Öffentlicher Dienst soll in Niedersachsen 10,5 Prozent mehr Einkommen erhalten

In Hannover ist dabei eine Kurzkundgebung am Schützenplatz geplant (10.00 Uhr) bevor nach weiteren Aktionen mehrere Reden von Vertretern der Gewerkschaften auf dem Opernplatz (11.45 Uhr) geplant sind. In dem Tarifstreit geht es um die Gehälter für bundesweit rund 1,1 Millionen Angestellte. Betroffen wären zudem rund 1,4 Millionen Beamte, auf die das Ergebnis üblicherweise übertragen wird.

Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und Auszubildende unbefristet übernommen werden.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hatte in der zweiten Verhandlungsrunde Anfang November deutlich gemacht, dass sie die Forderungen für viel zu hoch und nicht leistbar hält. Nach zwei Verhandlungsrunden und wochenlangen Warnstreiks kommen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab diesem Donnerstag (7. Dezember) in Potsdam zur möglichen Schlussrunde in dem Tarifstreit zusammen.