Abfall an den Harzer Wegen

Geocacher sagen Müll im Nationalpark Harz den Kampf an

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Die Geocacher wollen mit ihrer Sammelaktion im Nationalpark Harz mit gutem Beispiel vorangehen und andere Wanderer auf das Müllproblem in der Natur aufmerksam machen.

Die Geocacher wollen mit ihrer Sammelaktion im Nationalpark Harz mit gutem Beispiel vorangehen und andere Wanderer auf das Müllproblem in der Natur aufmerksam machen.

Foto: Martin Baumgartner / Nationalpark Harz

Torfhaus.  Abfallproblem im Harz: Seit mehr als 10 Jahren treffen sich Geocacher an Walpurgis, um Wanderwege im Harz von Müll zu befreien. Die Bilanz 2022.

15 große Säcke Müll kamen beim diesjährigen Walpurgis-Treffen der Geocacher im Nationalpark Harz zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen stets am 30. April ins Großschutzgebiet, um hier entlang der Wanderwege Abfall einzusammeln, den andere Parkbesucher achtlos in die Natur geworfen haben.

„Spielfeld“ sauberhalten

Bereits seit mehr als 10 Jahren gibt es diese Aktion, ins Leben gerufen vom Hannoveraner Geocaching-Experten und Autor der deutschsprachigen Standardwerke über das Geocaching, Markus Gründel. „Wir tun was für unser Spielfeld“, bringt Gründel das Motto auf den Punkt. Denn beim Geocaching – einer Art globales Suchspiel – geht es darum, mit Hilfe von GPS-Koordinaten bestimmte Orte zu finden, an denen die Geocaches versteckt sind. Der Gedanke dahinter ist es, den Suchenden einen besonderen Ort zu zeigen.

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Auch im Nationalpark Harz warten zahlreiche Caches darauf, entdeckt zu werden. In einem sensiblen Schutzgebiet wie einem Nationalpark ist die Naturverträglichkeit der Caches und der damit zusammenhängenden Versteck- und Suchaktionen besonders wichtig. Deshalb arbeiten Geocaching-Akteure und der Nationalpark Harz seit vielen Jahren zusammen.

Müllsack immer dabei

In diesem Jahr kamen corona-bedingt deutlich weniger Mitstreiter*innen zu der Müllsammel-Aktion als in den Vor-Pandemie-Jahren, als der Organisator bis zu 250 Teilnehmende zählte. Doch die, die dabei waren, legten sich umso mehr ins Zeug – zum Beispiel Steffi und Axel aus Peine. Das Ehepaar ist viel im eigenen Wohnmobil unterwegs und war am Samstag für die Aktion nach Torfhaus angereist.

„Wir machen das seit zwei Jahren auf jeder Wanderung“, sagt Axel. „Müllsack und Greifer haben wir immer dabei.“ Es sei ihnen aufgefallen, dass der Müll in der Landschaft immer mehr zunehme. „Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit, den Müll einzusammeln“, sagt Steffi. Sie wollen mit gutem Beispiel vorangehen: „Man schafft ja auch bei anderen Wanderern, die uns beim Müllsammeln sehen, ein Bewusstsein für das Problem.“

Hotspots Parkplätze

Von den fast allgegenwärtigen Schutzmasken und Hundekotbeuteln über Verpackungsmüll, Taschentücher und Feuchttücher bis hin zu einem Backblech, einer kaputten Puppe und einem leeren Kanister holten die 15 Teilnehmer*innen wieder einen großen Haufen Müll aus dem Schutzgebiet. Als „Hotspots“ erwiesen sich dabei die Parkplätze. Und teilweise fanden sich dort sogar volle Müllsäcke, die mit Ästen bedeckt unter Bäumen versteckt wurden.

Erfreulich sei jedoch, so Gründel, dass die abgesuchten Waldwege relativ unvermüllt waren. Die Resonanz von anderen Wanderern sei sehr positiv gewesen, berichtete er: Viele haben sich für den freiwilligen Einsatz im Schutzgebiet bedankt, einige hätten versichert, dass sie ihren eigenen Müll immer wieder mitnehmen würden. Leider gilt das nach wie vor nicht für alle Besucher des Nationalparks Harz.