Polizei klärt brutalen Überfall: Mutmaßliche Auftraggeber in Haft

Göttingen  Ein Beschuldigter soll der Drahtzieher eines anderen aufsehenerregenden Raubüberfalls auf eine 84-Jährige in Osterode gewesen sein.

Drahtzieher des Überfalls sollen eine 30-Jährige aus Kalefeld und ein 29-Jähriger aus dem Raum Duderstadt sein. Den Überfall selbst sollen zwei 18-Jährige aus Kalefeld verübt haben.

Drahtzieher des Überfalls sollen eine 30-Jährige aus Kalefeld und ein 29-Jähriger aus dem Raum Duderstadt sein. Den Überfall selbst sollen zwei 18-Jährige aus Kalefeld verübt haben.

Foto: Dan Race / Fotolia (Symbol)

Zweieinhalb Monate nach einem brutalen Raubüberfall auf einen 78-jährigen Rentner im Kalefelder Ortsteil Oldershausen hat die Polizei vier Tatverdächtige ermittelt. Drahtzieher des Überfalls sollen eine 30-Jährige aus Kalefeld und ein 29-Jähriger aus dem Raum Duderstadt sein. Beide befänden sich aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Osterode in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen mit.

Den Überfall selbst sollen zwei 18-Jährige aus Kalefeld verübt haben. Damals hatten zwei Maskierte abends an der Haustür des 78-Jährigen geklingelt und waren dann in das Haus eingedrungen. Dort sollen sie ihn unter Vorhalt eines Messers zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert und mit Schlägen schwer verletzt haben. Dem 78-Jährigen gelang es, unbemerkt den Hausnotruf zu betätigen. Als eine 19-jährige Mitarbeiterin des alarmierten Pflegedienstes eintraf, schlugen die beiden Täter sie nieder und flohen anschließend mit einigen wenigen erbeuteten Gegenständen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben die beiden 18-Jährigen die Tat eingeräumt und die beiden älteren Mittäter belastet. Der 29-Jährige ist bereits einschlägig bekannt. Er soll unter anderem Auftraggeber eines anderen aufsehenerregenden Überfalls auf eine 84-Jährige in Osterode gewesen sein. Im Juni 2017 war ein 24-Jähriger nachts in ihr Wohnhaus eingebrochen und hatte sie durch massive Schläge auf den Kopf schwer verletzt. Das Landgericht Göttingen hatte ihn deshalb zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Der Vorsitzende Richter erklärte damals, dass der 29-Jährige der Initiator gewesen sei und der Angeklagte für ihn die „Drecksarbeit“ gemacht habe. Gegen den 29-Jährigen ist bereits seit November 2017 eine Anklage anhängig, die Verhandlung vor dem Landgericht Göttingen steht jedoch immer noch aus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm insgesamt 19 Straftaten vor, unter anderem Handel mit Betäubungsmitteln, gewerbsmäßigen Betrug sowie Erpressung und Körperverletzung. Laut Anklage soll er einen größeren Personenkreis kostenlos mit Drogen versorgt und dafür verlangt haben, dass sie für ihn Einbrüche begehen. Er habe auch die An- und Abfahrten zu den ausbaldowerten Objekten in Gieboldehausen, Schwiegershausen, Wulften, Bilshausen, Nörten-Hardenberg und Katlenburg organisiert. Die 30-Jährige ist ebenfalls bereits wegen insgesamt 17 Taten angeklagt.

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