Sozialleistung

Kindergeld-Höhe: So viel Geld gibt es – Wann es mehr gibt

| Lesedauer: 6 Minuten
Kindergeld: Wann haben Kinder selbst Anspruch?

Kindergeld: Wann haben Kinder selbst Anspruch?

Das staatliche Kindergeld erhalten in der Regel die Eltern oder Pflegepersonen eines Kindes. Aber auch Kinder selbst haben die Möglichkeit das Kindergeld direkt zu beantragen.

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Berlin  Die Höhe des Kindergeldes richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Das ist gesetzlich festgelegt. Wann bekommen Eltern mehr Geld?

  • Eltern erhalten für Kinder in Deutschland Kindergeld: Die Höhe ist gesetzlich festgelegt
  • Damit sollen Familien finanziell unterstützt werden
  • Doch wie hoch ist das Kindergeld derzeit? Und wann ist eine Erhöhung geplant?

Familien mit Kindern werden in Deutschland durch das Kindergeld finanziell unterstützt. Es wird einmal pro Monat ausgezahlt und direkt an die bezugsberechtigten Personen – meistens die Eltern – überwiesen. Doch es gibt nicht für alle Kinder gleich viel Geld.

Wie viel Kindergeld eine Familie erhält, hängt zuletzt vor allem von der Anzahl der Kinder ab. Doch auch hier gibt es bestimmte Voraussetzungen, etwa wenn ein Elternteil ein Kind aus einer vorherigen Beziehung hat oder wenn ein Kind in einem anderen Haushalt lebt. Und: Familien mit niedrigem Einkommen und hohen Wohnkosten können sogar Anträge für besondere Zuschläge stellen.

Wie hoch das Kindergeld in unterschiedlichen Szenarien ausfallen kann, erklären wir hier.

Kindergeld-Höhe: Wie hoch ist das Kindergeld pro Kind?

Mindestens 219 Euro Kindergeld kann eine Person für ein Kind im Monat bekommen. Die Staffelung der Familienkasse steigt allerdings bei mehr Kindern:

  • Während auch für das zweite Kind grundsätzlich 219 Euro Kindergeld im Monat anfallen, sind es beim dritten schon 225 Euro.
  • Ab dem vierten Kind bekommt der oder die Kindergeldberechtigte seit dem 1. Januar 2021 sogar 250 Euro monatlich.

Dieser Betrag bleibt für alle darauf folgenden Kinder – also das fünfte, sechste, siebte, und so weiter – gleich.

Die Reihenfolge der Kinder richtet sich nach dem Zeitpunkt ihrer jeweiligen Geburt. Wenn ein Kind so alt wird oder ist, dass es keinen Anspruch auf Kindergeld mehr hat, rückt das nächstjüngste Kind in der Reihenfolge nach.

Kommt Erhöhung des Kindergeldes?

Möglicherweise können sich Eltern bald über mehr Geld freuen. Denn wie die Familienministerin Lisa Paus sagte, könnte eine Erhöhung des Kindergeldes ein geeignetes Mittel sein, um die Folgen der Inflation für Familien abzudämpfen. "Neben einer Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze wäre dies ein Weg, diese Familien gezielt zu unterstützen", sagte sie vor ein paar Wochen.

Kindergeld: Werden Kinder mitgezählt, wenn sie woanders wohnen?

Den Anspruch auf Kindergeld bekommen Berechtigte in der Regel nur für Kinder, die in ihrem Haushalt leben. Dennoch werden bei der Reihenfolge auch eigene Kinder berücksichtigt, die nicht im Haushalt leben und für die eine andere Person bereits das Kindergeld bekommt. Eigene Kinder, die in einem anderen Haushalt leben, werden Zählkinder genannt. Dadurch kann sich der Kindergeld-Betrag bei mehreren Kindern erhöhen.

Kindergeld: Wann haben Kinder selbst Anspruch?
Kindergeld: Wann haben Kinder selbst Anspruch?

An einem Beispiel würde das so aussehen: Eine Frau hat insgesamt vier eigene Kinder. Zwei davon leben bei ihrem früheren Partner, er erhält auch das Kindergeld. Die jüngeren beiden Kinder der Frau leben bei ihr und ihrem neuen Partner, der auch der Vater der Kinder ist. Würde der neue Partner das Kindergeld für seine zwei Kinder mit der Frau beantragen, wären das gemäß der Auflistung weiter oben 219 Euro monatlich je Kind.

Da die Frau aber noch zwei Zählkinder hat, die nicht bei ihr leben, rücken ihre beiden jüngeren Kinder an Stelle Drei und Vier. Entsprechend würde sie für Kind Drei 225 Euro monatlich bekommen, für Kind Vier sogar 250 Euro. Diese Zählfolge gilt allerdings nur, solange für jedes der vier Kinder Anspruch auf Kindergeld besteht.

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Ein Beispiel:

  • Eine kindergeldberechtigte Person hat drei Kinder und bekommt für diese nach entsprechenden Kindergeldanträgen für die ersten beiden jeweils 219 Euro und für das dritte Kind 225 Euro monatlich.
  • Nach einigen Jahren hat das erste Kind keinen Anspruch auf Kindergeld mehr, die 219 Euro fallen weg.
  • Die kindergeldberechtigte Person hat folglich nur noch zwei Kinder in der Kindergeld-Reihenfolge und bekommt für diese jeweils 219 Euro im Monat.

Kindergeld: Was ist der Kinderzuschlag und wer bekommt ihn?

Manchmal haben Kindergeldberechtigte mit einem sehr geringen Einkommen oder sehr hohen Wohnkosten das Recht auf einen Kinderzuschlag. Dieser wird dann zusätzlich zum regulären Kindergeld ausgezahlt. Dafür müssen sie jedoch einen besonderen Antrag ausfüllen und einschicken. Wird der Kinderzuschlag genehmigt, ist die Auszahlung auf höchstens sechs Monate begrenzt. Allerdings kann das Geld auch mehrfach beantragt werden.

Wie hoch der Kindergeldzuschlag ist, ist im Gegensatz zum Kindergeld sehr unterschiedlich. Die genaue Summe hängt von dem Einkommen der Eltern oder Erziehungsberechtigten und bestehenden Vermögen des Haushalts ab. Maximal sind 205 Euro im Monat für jedes Kind möglich.

Beziehende müssen der Familienkasse aber unbedingt mitteilen, wenn sie den Zuschlag erhalten. Dafür haben sie auch in anderen Lebensbereichen Unterstützung: Sie können sich etwa von den Kita-Gebühren befreien lassen oder erhalten ein Schulbedarfspaket in Höhe von 154,50 Euro je Schuljahr.

Ob einer Familie ein Kinderzuschlag zusteht und wie hoch dieser ausfallen würde, können Kindergeldberechtigte anhand des sogenannten KiZ-Lotsen online in der Familienkasse der Agentur für Arbeit ausrechnen lassen. Dort geben sie erste Angaben zu ihrer Situation ein und erfahren die für sie nötigen weiteren Schritte.

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Kindergeld: Eltern erhalten Kinderbonus

Darüber hinaus erhalten Eltern in diesem Jahr aufgrund der durch den Krieg in der Ukraine gestiegenen Lebensmittelpreise eine Kindergeld-Sonderzahlung. Im Einzelnen sollen Familien „schnellstmöglich“ für jedes Kind ergänzend zum Kindergeld einmalig 100 Euro ausgezahlt bekommen. Der Bonus wird wie schon die Zahlungen in den Pandemiejahren 2020 und 2021 auf den Kinderfreibetrag angerechnet, was bedeutet, dass Spitzenverdiener davon weniger oder gar nicht profitieren.

Für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen wird dem Beschluss zufolge die bereits beschlossene Einmalzahlung von 100 Euro verdoppelt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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