Osterode braucht mehr Raum für Fußgängerverkehr

Osterode.  Der Fußgänger-Verein FUSS besuchte den Steilen Ackerweg in Osterode – und gab Anregungen zur Verbesserung der Verkehrssituation für Kinder.

Der Fußgängerüberweg am Steilen Ackerweg. Roland Stimpel vom Bundesvorstand des Vereins FUSS begutachtete die Verkehrssituation vor Ort.

Der Fußgängerüberweg am Steilen Ackerweg. Roland Stimpel vom Bundesvorstand des Vereins FUSS begutachtete die Verkehrssituation vor Ort.

Foto: Grüne

Roland Stimpel, Bundesvorstand der Fußgänger-Lobby FUSS e.V., war zu Gast beim Ortsverband der Grünen, um auf einem Spaziergang am Steilen Ackerweg Anregungen für die Förderung des Fußverkehrs für den Weg zur Schule und dem neu geplanten Kindergarten zu geben. Anlass war die schon jetzt angespannte Verkehrssituation in dem Gebiet, teilt der Ortsverband in einer Pressemitteilung mit.

Almut Mackensen, Sprecherin der Grünen im Altkreis Osterode, machte deutlich, dass sich die Partei dafür einsetzten möchte, dass Kinder in einem angenehmen Umfeld sicher zur Schule gehen können. Roland Stimpel riet dabei zu verschiedenen baulichen Maßnahmen, damit Kindergartenkinder und Schüler die Straßen leicht überqueren können. Auch Schülerlotsen könnten den jüngeren Kindern zur Seite stehen und für mehr Aufmerksamkeit für die zu Fuß gehenden Kinder sorgen.

Probleme für andere Kinder

Um mehr Raum für den Fußverkehr zu schaffen „dürfen wir es dem Autoverkehr nicht zu leicht machen“, so der Bundesvorstand von FUSS e.V., und „den Fußverkehr zu fördern, macht keinen Sinn, wenn wir zum Autofahren einladen.“ Eltern sollten sich bewusst sein: Wer seine Kinder mit dem Auto bringe, verursache Probleme für andere Kinder, aber auch für die eigenen – nämlich Bewegungsmangel und fehlendes Training in Selbständigkeit und Verkehrssicherheit.

Wolfgang Hypko, Ortsvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), erwähnte, dass die Städteplanung der Vergangenheit hauptsächlich aus Pkw-Perspektive erfolgt sei und so auch die Situation in dem Schulgebiet eher auto- als fußverkehrgerecht sei. Die Gruppe von Interessierten war sich einig, dass die Förderung des Fußverkehrs nicht nur gesundheitsförderlich für die Kinder ist, sondern auch für Anwohner, Lehrer und Eltern Vorteile mit sich bringt.

Um zu einer fußverkehrfreundlichen Situation zu kommen, nannte Roland Stimpel die Möglichkeit, den Schulweg spielerisch attraktiver zu gestalten, was er mit einigen Schritten auf einer kleinen Mauer sogleich demonstrierte. Ein weiterer Anreiz, das „Elterntaxi“ stehen zu lassen und sicher und mit Spaß zur Schule zu kommen, sei die Organisation eines „Laufbusses“, bei dem Kinder an „Bushaltestellen“ im Wohngebiet weitere Kinder treffen, um gemeinsam zu Fuß zur Schule zu gehen.

Wolfgang Hypko machte darauf aufmerksam, dass Schulen, die sich für mehr Fußverkehr einsetzen möchten, an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ des VCD vom 16. bis zum 27. September teilnehmen können.

Bei der anschließenden Besprechung der Teilnehmer des Ortstermins wurde deutlich, dass es nicht eine Maßnahme gibt, sondern es vieler kleiner Schritte bedarf, um die Verkehrssituation am Steilen Ackerweg zu entspannen und klimafreundlicher zu gestalten.

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