Volkmar Keil bezieht neues Büro im Haus der Diakonie Herzberg

Herzberg.  Der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Harzer Land koordiniert die Gastdienste für die Landeskirche.

Der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Harzer Land, Volkmar Keil, hat eine neue Aufgabe übernommen: die Begleitung und Organisation der Gastdienste in der Landeskirche Hannovers.

Der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Harzer Land, Volkmar Keil, hat eine neue Aufgabe übernommen: die Begleitung und Organisation der Gastdienste in der Landeskirche Hannovers.

Foto: Mareike Spillner / Kirchenkreis

Anfang März wurde er in den Ruhestand verabschiedet: Volkmar Keil. Und zwar mit einem großen Gottesdienst in der St.-Jacobi-Schlosskirche in Osterode und anschließendem Empfang – noch gerade so vor der Corona-Zeit. Zum 1. Juli hat der ehemalige Superintendent des Kirchenkreises Harzer Land eine neue Aufgabe übernommen: die Begleitung und Organisation der Gastdienste in der Landeskirche Hannovers. Das sind verbindliche, zeitlich begrenzte Dienste von Ruheständlern in Notsituationen in den Kirchenkreisen. Diese Aufgabe hatte bisher Pastor Andreas Brummer mit einer halben Stelle inne. „Jetzt übernehme ich diese Aufgabe – selbst im Gastdienst – und werde sie in seinem Sinne weiterführen“, erläutert Volkmar Keil. Er ergänzt: „Ich freue mich sehr über die verantwortungsvolle Aufgabe, mit der mich die Landeskirche betreut hat.“ Dazu wurde ihm eigens ein Büro in Herzberg eingerichtet: im Haus der Diakonie in der Juesseestraße 17.

Wie es zu dieser neuen Beschäftigung kam? „Ich hatte schon längere Zeit angekündigt, dass ich in meinem Ruhestand gerne noch eine kirchliche Aufgabe wahrnehmen würde. Hätte ich einen Wunsch äußern können, wäre es der Gastdienst geworden – und so kam es“, sagt der Superintendent im Ruhestand lächelnd.

Das Projekt „Gastdienste“

Gastdienste sind verbindliche Vertretungsdienste durch Ruhestandspastoren in Kirchenkreisen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Es handelt sich dabei in der Regel um Zeiträume zwischen drei Wochen und drei Monaten, in denen ein Pfarrer in den pastoralen Kerndiensten vertreten wird. Und der Dienst basiert immer auf Freiwilligkeit. Das betont auch noch einmal Volkmar Keil: „Das ist immer die Balance des Ganzen. Gerade in der derzeitigen Corona-Situation betonen wir, dass es sich um eine Freiwilligkeit handelt.“

Das Projekt „Gastdienste“ läuft seit 2014 sehr erfolgreich in der Hannoverschen Landeskirche und ist so entstanden, dass viele Pastoren im Ruhestand den Wunsch äußerten, gerne weiterhin eine „Aufgabe auf Zeit“ übernehmen zu wollen. „Manchmal ist es so, dass die Gemeinde, in der eine Vakanz ansteht, schon eine Idee für einen ‚Wunschgastpastor‘ hat. Manchmal sucht auch die Arbeitsstelle nach einem möglichen Vertreter“, erklärt Volkmar Keil. Jeder Gastdienst werde dann verbindlich abgesprochen und mit einer schriftlichen Vereinbarung bestätigt, der Gastdienstleistende, Superintendent sowie Kirchenvorstand der Gemeinde, in der der Dienstschwerpunkt liegt, zustimmen.

Der Dienst umfasst die pastoralen Kerndienste Gottesdienst, Seelsorge, Kasualien – keine Verwaltungsaufgaben. Unter gewissen Umständen können nach Absprache einzelne weitere Dienste vereinbart werden.

Am fremden Ort oder wohnortnah

Gastdienste können bei längerer Erkrankung, während Elternzeit oder Mutterschutz, bei einem Kuraufenthalt oder einer längeren Fortbildung, wie zum Beispiel einem Studiensemester des zuständigen Pastors, geleistet werden. Unter Umständen ist der Dienst auch bei einer Langzeitvakanz oder bei Mehrfachvakanzen in einem Kirchenkreis möglich. Neben dem Gastdienst „am fremden Ort“, bei dem ein Gastdienstpastor eine Unterkunft vor Ort bezieht, gibt es „wohnortnahe“ Gastdienste, die vom eigenen Wohnsitz aus geleistet werden können. Letztere setzen voraus, dass die Entfernung des Einsatzortes in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern liegt. Auch Gastdienste von Pastoren, die einer anderen Landeskirche angehören, aber im Gebiet der Hannoverschen Landeskirche wohnen, seien inzwischen möglich. Und den Gastdienstlern werde eine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Im Pool der Projektstelle „Ruhestandsdienste in der Landeskirche“, den Volkmar Keil betreut, sind etwa 90 Personen, die sich für einen Gastdienst zur Verfügung stellen würden. Und etwa 10 bis 15 Gastdienste sind derzeit zu organisieren. Im Kirchenkreis Harzer Land fanden bereits einige Gastdienste über mehrere Wochen statt – momentan allerdings ist keiner angekündigt. Aber falls doch, liegt er bei Volkmar Keil in den besten Händen. khl

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