Sieben Harzkrimi-Autoren lesen im Schloss Herzberg

Herzberg.  Bock, Glässer, Ilgen, Heye, Klengel und Wildner gastierten auf Einladung von Helmut Exner im Rittersaal. Sie lasen aus ihren neuesten Krimibüchern.

Zusammen mit Helmut Exner (rechts) lieferte Jens Heye (links) einen höchst unterhaltsamen und mit schwarzem Humor gespickten Einblick in das gemeinsame Werk „Zehn kleine Lehrerlein“.

Zusammen mit Helmut Exner (rechts) lieferte Jens Heye (links) einen höchst unterhaltsamen und mit schwarzem Humor gespickten Einblick in das gemeinsame Werk „Zehn kleine Lehrerlein“.

Foto: Herma Niemann / HK

„Mord und Totschlag“ im Herzberger Welfenschloss: Am Freitag konnte das Publikum im Rittersaal gleich sieben Autoren erleben, die aus ihren neuesten Harzkrimi-Büchern lasen. Eingeladen hatte der Autor und Verleger Helmut Exner. „Bisher hatten wir noch nie sieben Autoren bei einer Lesung dabei. Wir müssen uns ein bisschen ranhalten, bis drei, halb vier Uhr morgens werden wir wohl fertig sein“, sagte Exner humorvoll einleitend.

Den Auftakt machte die Autorin Gabriela Bock, die auf dem Herzberger Schloss geboren wurde und eine glückliche Kindheit und Jugend dort verbracht habe, wie sie erzählte. Bock las aus ihrem Buch „Liebchen Mein“. Ihre Protagonistin Eleonore befindet sich in diesem Fall inmitten einer brodelnden Gerüchteküche rund um Herzberg. Nach dem Tod seiner Frau zieht es Dietmar Henze wieder zurück in den Harz, wo kurz darauf zwei seiner alten Freunde ermordet werden. Wegen seiner unfreundlichen Art wird Henze für den Mörder gehalten. Herrlich erfrischend gestalten sich die Dialoge von Bocks Hauptpersonen.

Vorschau auf Glässers neues Werk

Aus seinem neuen Buch „Pandoras Erben“, das in rund vier Wochen erscheinen wird, las Rüdiger A. Glässer aus Bad Sachsa. „Ist hier ein Neurochirurg im Publikum? Nein? Gut, dann kann ich ja weiter meine Fantasien spinnen“, sagte Glässer augenzwinkernd, denn er verlas eine Stelle, bei der es um eine Hirn-Operation geht.

In seinem Buch gerät sein Protagonist Pierre Rexilius selbst unter Mordverdacht. Das Landeskriminalamt unter der Leitung seines Erzfeindes Dunker übernimmt die Ermittlungen.

Autorin Andrea Illgen beschrieb das Genre ihrer Bücher humorvoll als „Harz-Pilcher“. Illgen: „Ich schreibe nur das, was ich auch selber gerne lese“. Ihre Hauptakteurin Henriette muss in ihrem neuen Roman „Rückkehr nach Falconcross“ die wahre Geschichte über ihre Freundin Cleo herausfinden. Ihre Nachforschungen führen sie dabei nach Schottland und in den Harz.

Zusammen mit Helmut Exner lieferte Jens Heye einen höchst unterhaltsamen und mit schwarzem Humor gespickten Einblick in das gemeinsame Werk „Zehn kleine Lehrerlein“. Nach vielen Jahren lernen sich zwei Männer mit schlechten Erfahrungen und Erinnerungen aus der Schulzeit zufällig kennen und beschließen, ihre Rachegelüste in die Tat umzusetzen. Ob mit einem Treppenlift oder einer Dixie-Toilette: Die Leser konnten sich auf skurrile Mord-Lösungen für zehn Lehrer freuen.

Mit einer großen Portion Humor kam auch das Buch „Harzteufel“ von Corina C. Klengel aus Bad Harzburg daher. Ihre Protagonistin Tilla gerät in dieser Geschichte selber unter Mordverdacht und stößt auf ihre Vergangenheit: ein erschossener Auftragskiller des berüchtigten Venediger-Ordens, ein Exorzist und ein weiterer Mord, dann verschwinden noch zwei Mädchen.

Hans-Joachim Wildner aus Barbis präsentierte einen Auszug aus „Anlage Z“: Zwei Jungen entdecken in einem Stollen des ehemaligen Rüstungsbetriebes Schickert-Werke zwei Skelette. Als die sich als Mordopfer herausstellen, muss Hauptkommissar Brauer ermitteln. Dieser stößt auf eine Gräueltat, die mehr als 70 Jahre zurückliegt. Die Ereignisse überschlagen sich.

Zu guter Letzt gab Helmut Exner noch eine unterhaltsame Kostprobe aus seinem neuen Roman „Fahr zur Hölle, Vogelmann“ zum Besten: Lilli Höschen mischt sich wieder ein. Der junge Lektor Waldemar Möser bekommt den Auftrag, einen prominenten Schriftsteller zu betreuen. Doch dann stellt sich heraus, dass die kriminellen Machenschaften in dessen Buch offenbar der Wahrheit entsprechen.

Nach der Lesung eines jeden Autors hatte Helmut Exner einen unterhaltsamen und mit viel Wortwitz gespickten Dialog der jeweiligen Protagonisten als Zusammentreffen mit seiner Hauptperson Lilli Höschen vorbereitet. Zur Auflockerung spielte das belgische Duo „Edy an de Veras“ auf, das mit Stücken aus den 1950er bis 1970er Jahren wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Sweet Caroline“ und „Save the last dance for me“ für eine gelungene Abwechslung sorgte.

Kleiner Wermutstropfen: Im Rittersaal war es aufgrund der vielen Gäste sehr warm, die Luft war schlecht. Und wer sich von den rund 120 Gästen in der Pause auf eine Erfrischung freute, musste viel Geduld mitbringen. Die Schlange im Restaurant war lang, und das auch noch, als die Pause schon längst wieder zu Ende war. hn

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