Mehr als 1 000 Jugendliche demonstrieren in Herzberg für Europa

Herzberg  Zahlreiche Herzberger Schüler zeigten am Freitag auf dem Marktplatz Flagge für ein gemeinsames Europa und setzten damit ein deutliches Zeichen.

Auf dem Herzberger Marktplatz stellten sich die Schüler zur Europaflagge auf.

Auf dem Herzberger Marktplatz stellten sich die Schüler zur Europaflagge auf.

Foto: Mark Härtl

Ein eindrucksvolles Statement gaben Freitag mehr als 1 000 Schüler der Welfenstadt ab: Sie demonstrierten auf dem Herzberger Marktplatz für Europa. Als Sinnbild diente ihnen dabei der Europa-Stern, den sie gemeinsam formten. Anschließend bildeten sie unter dem Motto „Hand in Hand für Europa“ eine Menschenkette um den Juessee.

Die Aktionen waren die Höhepunkte des Europatags an den Herzberger Schulen. Unterstützt wurden sie dabei von den örtlichen Grundschulen. Auch deren Schüler beteiligten sich an der Menschenkette und der Kundgebung, die unter anderem vom Esperanto-Zentrum, der Zukunftswerkstatt und dem Lions Club unterstützt wurde.

Schüler setzen Ausrufezeichen

Herzbergs Bürgermeister Lutz Peters fühlte sich geehrt, dass er die Reihe der Redner eröffnen durfte. Er sprach davon, dass die Schüler ein Ausrufezeichen gesetzt hätten. Sie würden zeigen, dass sie mit dem Herz an Europa hängen.

In ihrem Redebeitrag machten acht Schüler aller Altersklassen noch einmal die Vorteile deutlich, die die Europäische Union ihren Mitgliedern bringt. Sie riefen dazu auf, alles für den Erhalt der Gemeinschaft zu tun.

Auch für Landrat Bernhard Reuter ist die EU bedroht. Es gebe innere und äußere Gegner. Diese sei ohne Frage derzeit in der Krise. Als Beispiel nannte er Bürokratie und die wachsende wirtschaftliche Kluft zwischen dem Norden und dem Süden. „Aber wo Schatten ist, da muss auch Licht sein“, so der Landrat. Die Kundgebung auf dem Marktplatz bezeichnete er als großartige Demonstration für Europa und forderte die Schüler auf, für ein besseres Europa zu kämpfen.

Weiter erinnerte er an die historischen Bedingungen und verheerenden Kriege in Mitteleuropa. Deutschland ist aus seiner Sicht eindeutiger Gewinner der Gemeinschaft. Die wirtschaftlichen Vorteile spüre man gerade in Herzberg.

Brigitte Götz, Schulleiterin des EMA-Gymnasiums, betonte, dass Kinder und Jugendliche das wichtigste Gut einer Gesellschaft seien: „Sie stehen für die Zukunft.“ Deswegen sei es wichtig, dass sich die Jugend für Europa und damit die eigene Zukunft engagiere.

Begonnen hatte der Europatag am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium um 9.30 Uhr. In einer Lesung von „Ali und die Schneeflocke“ beschäftigten sich die fünften und sechsten Klassen mit dem Thema Krieg und Vertreibung.

Kirchenvertreter auf dem Podium

In einer Podiumsdiskussion mit den Vertretern der Kirchen diskutierten die älteren Jahrgänge, ob die Reformation ein europäisches Projekt ist. Dazu gab es weitere Gruppenarbeiten zum Thema Europa.

Thomas Hanselmann, Leiter der Oberschule, zeigte sich zufrieden: „Mit diesem Zuspruch hatten wir nicht gerechnet.“ Die Anwesenheit von Landrat und Stellvertreter zeige die große Bedeutung der Veranstaltung.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder