Besondere Zeitreise: Häuser erzählen ihre Geschichte

Bad Sachsa.  Die Ideen-Auffangstation und das Heimatmuseum Bad Sachsa haben ein neues Projekt gestartet.

Bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Häuser erzählen Geschichte“ der Ideen-Auffangstation und des Heimat- und Wintersportmuseums Bad Sachsa mit Kooperationspartnern.

Bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Häuser erzählen Geschichte“ der Ideen-Auffangstation und des Heimat- und Wintersportmuseums Bad Sachsa mit Kooperationspartnern.

Foto: Thorsten Berthold / HK

Schöne alte Villen, beeindruckende Fachwerkbauten – Bad Sachsas Häuser können sich wahrlich sehen lassen. Doch nicht nur das: sie sind Zeugen von bewegenden Zeiten, waren Heimstätten für besondere Bewohner. Wie beispielsweise von Komponist Norbert Schultze, der von 1945 bis 1951 mit seiner Ehefrau in der Villa Vida wohnte, heute ein Teil des Hotels Romantischer Winkel. Mit seiner Komposition des Soldatenliedes „Lilli Marlen“ wurde er weltberühmt. Diese und viele andere Geschichten erzählen die Häuser – und dank Internet und dem Engagement der Ideen-Auffangstation und des Heimatmuseums Bad Sachsa können Einwohner wie Gäste sie ab sofort erlaufen und erleben.

QR-Codes und Infotafel

Die Aktion „Häuser erzählen Geschichte“ soll ein Open-Air-Museum bilden, das die historische Bedeutung des Ortes für alle Menschen sichtbar und nachvollziehbar machen. Und hier bietet man die Zeitreise in die Geschichte in der analogen wie digitalen Welt gleichermaßen an.

So werden in der kommenden Zeit hochwertige halbtransparente Informationstafeln an interessanten Villen und Gebäuden angebracht, dies soll zum Rundgang durch die Stadt anregen. In Verbindung mit QR-Codes und einer Webseite des Heimatmuseums Bad Sachsa, die eigens für das Projekt neu gestaltet wurde, entsteht eben eine Art Open-Air-Museum, bei dem über das eigene Smartphone der Besucher seine individuelle Zeitreise antreten kann.

Rasante Entwicklung

Das besondere an Bad Sachsa ist dabei, dass die Uffestadt bis zum Jahr 1870 ein Ort wie viele andere im Südharz war – mit hervorragender Luft, malerisch gelegen. Schön, aber nichts Besonderes. Durch verschiedene Umstände gelang es Sachsa, sich innerhalb weniger Jahre zu Bad Sachsa zu mausern und zu einem regelrecht mondänen Kurort zu werden, der zahlreiche wohlhabende und einflussreiche Persönlichkeiten anzog, die sich dort – um der schlechten Luft aus den Großstädten zu entfliehen – luxuriöse Sommerfrischen bauten.

Bei der Auftaktveranstaltung, bei der auch der Start der neuen Internetseite des Heimatmuseums gefeiert wurde, betonten die Mitglieder der Ideen-Auffangstation um Sabine Klapper, Dorota Schmidt, Edith Gelpke und Wolfgang Buckmann, sowie Ralph Boehm, Vorsitzender des Fördervereins Heimatmuseum, dass das Projekt auch weiterhin vom Engagement der Menschen vor Ort lebe, man es bewusst einbeziehe.

Weitere Informationen gesucht

So sucht man weiterhin auch Fotos, Urkunden oder Texte, die an vergangene Zeiten erinnern und so einen Einblick in die Geschichte und Wandlung der Stadt Bad Sachsa, deren Ortsteile wie auch der weiteren Umgebung geben. So wolle man die Geschichte der Häuser wie auch der Region weiter aufarbeiten – so dass das Motto „Häuser erzählen Geschichte“ weiter mit Leben gefüllt werde.

Alle neuen Daten werden dann auch auf der Homepage eingefügt, so dass auch hier die Zeitreise immer größere Ausmaße annehmen soll.

Projektpartner unterstützen

Froh und dankbar sind die Initiatoren, dass man für das Projekt aber auch Partner wie Michael Reinboth vom Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa oder aber das Internatsgymnasium Pädagogium gewinnen konnte.

Besonders wichtig ist dem Team aber auch die Kooperation mit dem Jugendzentrum Bad Sachsa. Dieses hatte im März seine App „Historical Walk“ präsentiert, bei der die Nutzer auf Spurensuche um die Geschichte in Bad Sachsa im Zweiten Weltkrieg gehen können. „Uns war es wichtig, dass wir mit möglichst vielen Akteuren kooperieren können, das Erlebnis dadurch umso besser wird und das Ergebnis gibt uns eindeutig recht“, betonen Sabine Klapper, Dorota Schmidt, Edith Gelpke und Wolfgang Buckmann, sowie Ralph Boehm unisono.

Erfreut ist man allerdings auch, dass namhafte Sponsoren das Projekt unterstützt haben. Hierzu gehören neben der Stiftung der Stadtsparkasse Bad Sachsa noch das Unternehmen Harz Energie und das Land Niedersachsen.

„Wir hoffen, dass Einwohner und Gäste sich die Zeit nehmen für einen Gang durch die Stadt und dabei die besonderen Bauwerke und deren Geschichte entdecken. Es lohnt sich allemal“, so das einhellige Fazit bei der Auftaktveranstaltung von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Info: Mitarbeit erbeten

Wer alte Fotos, Urkunden oder Texte aus vergangenen Zeiten hat und diese für das Projekt aufarbeiten lassen möchte – oder aber ein Besitzer eines alten Hauses in Bad Sachsa oder den Ortsteilen ist – und eine Informations-Glastafel an seinem Gebäude installieren möchte, wird gebeten, sich bei Ralph Boehm, Telefon 05523-999436, E-Mail: info@heimatmuseum-bad-sachsa.de, zu melden.

Weitere Informationen rund um das Projekt „Häuser erzählen Geschichte“ und bereits erfasste Häuser sind unter www.heimatmuseum-bad-sachsa.de nachlesbar. Die Webseite wird stetig bearbeitet und um Fotos und Fakten erweitert.

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