Vorbereitungen für Gipsabbau am Kuhberg werden fortgesetzt

Walkenried.  Im Steinbruch Am Kuhberg sollen 200.000 Tonnen Gips in den nächsten Jahren gefördert werden.

Der Südharz ist reich an Gips. Die Industrie wie die Firma Saint Gobain Formula will weiter abbauen.

Der Südharz ist reich an Gips. Die Industrie wie die Firma Saint Gobain Formula will weiter abbauen.

Foto: Martin Schutt / dpa

Die Saint-Gobain Formula GmbH hat am Gipsabbaugebiet „Am Kuhberg“ die Arbeiten zur Vorbereitung der Gipsgewinnung wieder aufgenommen. Auch Ausgleichsmaßnahmen werden umgesetzt. Der kontinuierliche Abbau auf den 1,2 Hektar beginnt nach der Herstellung einerebenen Gipssohle.

Aktuell wird der Zufahrtsweg für einen Abtransport hergerichtet. Dazu wird auf der ganzen Strecke Schotter aufgetragen und verdichtet. Zeitgleich werden in den steilen Streckenabschnitten Grabentaschenangelegt. Diese dienen der Wasserrückhaltung und -versickerungs owie als Kleinstbiotop für Amphibien. Der Weg wird während dieser Arbeiten nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar sein.

Arbeiten laufen schon länger

Bis Anfang März waren die Abraumarbeiten auf zunächst 1,2 Hektar von 1,9 Hektar genehmigter Abbaufläche abgeschlossen worden, teilt das Unternehmen mit. Der Abraum – unterteilt in Mutterboden und Deckschichten – wurde auf den restlichen 0,7 Hektar und an den Rändern der Fläche zwischengelagert.

Zur Herstellung einer ebenen Abbaufläche – der Gipssohle – wurden zudem bereits rund 700 Tonnen Gipsgesteinabgetragen. Nach ihrem Abtransport erfolgt wiederum eine rund dreiwöchige Abraumphase, bevor der eigentliche Abbau beginnt.

„Die Gipsgewinnung am Kuhberg wird nicht permanent betrieben“, heißt es in der Mitteilung. Der Spezialgipshersteller rechnet an Betriebstagen mit durchschnittlich weniger als vier Transportlastwagen.

Das Gipsabbaugebiet „Am Kuhberg“ liegt im östlichen Bereich der Gemarkung Niedersachswerfen. Die 1,9 Hektar sind eine genehmigte Teilfläche eines Bewilligungsfeldes von 18 Hektar, welche in den letzten Jahren ackerbaulich genutzt wurde.

Wie bei Saint-Gobain Formulaüblich, wird das Areal in Abschnitte unterteilt, die nacheinanderabgebaut werden. So kann noch während der Gipsgewinnung mit der Renaturierung bereits abgebauter Abschnitte begonnen werden. Zusätzlich sind externe Ausgleichsmaßnahmen geplant, wie etwa das Anlegen einer Streuobstwiese nahe Rüdigsdorf.

Die Gipsvorräte auf dem knapp zwei Hektar großen Areal betragen rund 200.000 Tonnen. Diese decken in den kommenden Jahren einen Teil des Rohstoff-Bedarfs des Werks in Walkenried zur Produktion von Spezialgipsen. Sie bilden die Grundlage zahlreicher Produkte unterschiedlichster Branchen – vom Baustoffhandel bis hin zur Dentalmedizin.

Die Saint-Gobain Formula-Gruppe beschäftigt weltweit 230 Arbeitnehmer in acht Produktionsstätten, die rund 700.000 Tonnen Jahresproduktion von Formgips und Gipsprodukten in mehr als 90 Länder liefern. Formula beschäftigt am Standort Walkenriedrund 125 Arbeitnehmer und betreibt Abbaustätten in Thüringen und Niedersachsen.

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