Sachsaer Rat: Bahnlinie aus Nordhausen soll Vorrang genießen

Tettenborn.  Bad Sachsas Ratsmitglieder fordern ein Bekenntnis des Kreistages für die Einwohner im Südharz.

Symbolfoto Bahnverkehr.

Symbolfoto Bahnverkehr.

Foto: Markus Gann / stock.adobe.com

Die Forderung ist klar und eindeutig: Die Politik in Bad Sachsa möchte von den Mitgliedern des Göttinger Kreistages ein Bekenntnis, dass er die Interessen von den Bewohnern in Bad Lauterberg, Bad Sachsa und Walkenried nicht nachrangig zu denen von Osterode sieht – und keinesfalls eine Kappung des bestehenden Zugverkehrs Nordhausen-Herzberg-Göttingen wünscht. Einstimmig unterstützten die Mitglieder des Rates der Uffestadt einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion.

Stunden-Takt beibehalten

Der Landkreis Göttingen solle sich eindeutig und nachhaltig zur Beibehaltung der durchgehenden Züge im Stunden-Takt in beiden Richtungen einsetzen -- und die jüngst gefasste Kreistags-Resolution zur Einrichtung direkter Züge Osterode-Göttingen (wir berichteten) um diesen Zusatz ergänzen.

„Ist die Einrichtung direkter Verbindungen von Osterode nach Göttingen nur zu Lasten der Nordhäuser Züge möglich, habe sie zu unterbleiben.“ Die Beibehaltung der Nordhäuser Züge müsse in diesem Fall eindeutig Vorrang haben, heißt es im Antrag.

Ralph Boehm, SPD-Fraktionsvorsitzender, betonte, dass man sich im Südharz klar gegenüber des Landkreises mit dem Antrag positionieren wolle. Gerade die gute Zugverbindung sei ein wichtiges Argument, unter anderem um Menschen zum Zuzug in die Region zu bewegen. Diese Infrastruktur gehöre zu den wichtigen Faktoren, auch aus arbeitstechnischer Sicht. „Jede Verkürzung bei den Fahrzeiten ist ein Pfund, mit dem wir gerne wuchern würden, alles andere können wir aber nicht nachvollziehen.“

Experten gegen Kreistagsvotum

Lutz Rockendorf (KRS) betonte, dass seine Fraktion dem Antrag mit fliegenden Fahnen unterstütze. „Das, was SPD, Grüne und Freie Wähler im Kreistag beschlossen haben, ist völlig unsinnig.“ Er verwies darauf, dass er bereits bei der Abstimmung im Kreistag darauf hingewiesen habe – auch mit Verweis auf die Ausführungen vom Verkehrsexperten Michael Reinboth (wir berichteten), sein Appell jedoch ungehört blieb. „Die Südharz-Achse darf nicht benachteiligt werden im Bahnverkehr. Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass der Antrag im Kreistag zurückgestellt wird“, versprach Rockendorf.

Simon Metzger (Grüne) äußerte, dass seine Fraktion die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs in den vergangenen Jahren mit Freude beobachtet habe. „Die Preise sind immer noch zu hoch, aber der Ausbau ist gut.“ Er verwies darauf, dass man als Politik vor Ort wachsam bleiben müsse, was der Antrag, den seine Fraktion unterstütze, untermauere. „Die Bedenken aus dem Südharz wurden vom Kreistag nicht aufgenommen, das muss nachgeholt werden.“ Wenn nun auch noch Hatix vor Ort eingeführt werde, sei man seiner Ansicht nach auf einem guten Weg.

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