Langjährige Erfahrung weitergeben

Bad Sachsa  Der ehemalige Musiklehrer Walter Schröder-Limmer bietet an, Jugendliche in Musikinformatik zu schulen.

Walter Schröder-Limmer in seinem Studio.

Walter Schröder-Limmer in seinem Studio.

Foto: Archiv

Spätestens seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sind elektronische Musik und Videoclips feste Bestandteile des Musikbusiness. Wer in der modernen Medienbranche Fuß zu fassen hofft, der benötigt für den Einstieg ein Mindestmaß an Grundwissen im Bereich Musikinformatik – das findet jedenfalls der ehemalige Musiklehrer Walter Schröder-Limmer aus Bad Sachsa und bietet jetzt Schulen und Lehrern, aber auch interessierten Schülern außerhalb des Unterrichts, an, seine Erfahrungen in diesem Bereich weiterzugeben.

„Unsere Region kränkelt an der Demografie und die jungen Leute hier sind unterfordert.“
Walter Schröder-Limmer über mangelnde Ausbildung in modernen Medien

„Unsere Region kränkelt an der Demografie und die jungen Leute hier sind unterfordert“, meint Schröder-Limmer. „Sie flüchten sich in Computerspiele als Ausgleich für die mangelnde Beschäftigung mit modernen Medien. Dabei geht es mir konkret um moderne Musik.“ Im Bereich elektronische Musik bestünde Nachholbedarf in Musikinformatik, wenn man hier in der Provinz nicht sitzenbleiben wolle.

Langjährige Erfahrung

Schröder stammt ursprünglich aus Wolfsburg, wo er als Musiklehrer tätig war, seit 2003 genießt er seinen Ruhestand in der Uffestadt. In Wolfsburg arbeitete er seit 1974 in einem Synthesizerkurs und einem Keyboardensemble, produzierte dort auch seit 1975 eigene Videoclips oder machte gemeinsam mit anderen 1981 Versuche, mit den damaligen Apple-Computern Musik zu komponieren. Ergebnisse waren Fahrten zum ZDF nach München, zum NDR nach Hamburg oder zum Goethe-Institut in Paris.

Während seiner Zeit in Wolfsburg habe er zeitweise mit einem seltenen Videosynthesizer, der Musik automatisch in Muster und Formen umsetzen konnte gearbeitet und obwohl der 75-Jährige keine Vollzeitstelle als Musiklehrer an einem Gymnasium mehr annehmen möchte, möchte er sein Wissen trotzdem noch immer an folgende Generationen weitertragen. „Als Musiker ist man bis zu seinem Lebensende im Berufsleben aktiv. Zwar bin ich nicht mehr im pädagogischen Bereich tätig, dafür aber noch im musikalischen.“ Schon immer habe er auch Jugendliche, Schüler und Studenten in seine Arbeit eingebunden, sei in Bad Sachsa allerdings auf mangelnde Resonanz gestoßen.

Medienkompetenz fördern

„Seit ich hier bin, musste ich feststellen, dass es solche Versuche noch an keiner Schule gab, dass, andererseits man solche Anregungen sehr reserviert aufnahm. Mein Eindruck: Die Schüler würden so etwas gerne machen, aber die Lehrer haben sich wohl noch nicht mit der Materie beschäftigt und sind auch wohl nicht interessiert“, so Schröder-Limmer. Für Viele junge Menschen, so ist er überzeugt, seien Berufe in modernen Medien wie Fernsehen und Radio ein Traum, es fehle jedoch frühzeitige Bildung in diesem Bereich. Stattdessen würden Computer im Unterricht nur für das Fach Informatik eingesetzt, sollten aber in jedem Fach wichtig sein, da solcherlei Technik heute auch in fast allen Berufen relevant sei.

Vor diesem Hintergrund, so erzählt Schröder-Limmer, habe er angeboten sein umfangreiches Equipment, das auch ein zwar analoges doch funktionsfähiges Tonstudio umfasse, Schulen kostenlos zur Verfügung zu stellen, das Studio gar zu spenden. Antwort habe er bisher von keiner Stelle erhalten.

Kontakt zu Walter Schröder-Limmer gibt es per E-Mail unter schroederlimmer@aol.com.

Problem sei auch, dass Lehrer nicht die nötige Ausbildung hätten, um mit solcherlei Equipment umzugehen.„Meine Motivation ist das Stichwort Medienkompetenz. Ich biete Hilfe bei der Ausbildung von Schülern in diesem Bereich. Wenn sich die Schulen nicht interessieren, würde ich auch im privaten Rahmen mit Schülern arbeiten.“ sp

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