Pflegearbeiten im Friedwald

Bad Sachsa  Die Arbeiten waren für den Winter geplant, wurden jedoch witterungsbedingt verschoben. Das Forstamt warnt vor dem Betreten abgesperrter Bereiche.

Der Harvester bei der Arbeit.

Der Harvester bei der Arbeit.

Foto: Michael Schaschek

Seit Monatsbeginn müssen sich Besucher des Friedwalds am Ortsausgang von Bad Sachsa mit einigen Einschränkungen zurechtfinden. In dem Bereich werden auf einer Fläche von drei Hektar durch eine Spezialmaschine künftige Friedwaldbäume von bedrängenden Nachbarbäumen freigestellt, um eine gesunde Entwicklung sicherzustellen.

In diesen Bereich werden bis voraussichtlich Monatsende im Rahmen der notwendigen Pflegedurchforstung schwache Buchen, Eichen und Birken geerntet. Diese eigentlich für den Winter geplanten Arbeiten erfolgen witterungsbedingt nun zeitnah vor beziehungsweise am Anfang der vom 15. April bis 1. Juli andauernden Brut- und Setzzeit.

Lebensgefährliche Situationen

Gefährlich wird es, wenn die Sperrungen der Wege missachtet werden. Es können lebensgefährliche Situationen entstehen, wenn die Maschinenführer im letzten Moment im Augenwinkel Personen innerhalb des Sicherheitsbereichs entdecken.

Zu einer solchen Situation ist es auch während des Pressetermins gekommen. Die Waldbesucher gaben an, sie hätten keine Maschinen gesehen und seien davon ausgegangen, dass die Waldarbeiter bereits Feierabend hätten und lediglich vergessen hätten, die gesperrten Bereiche wieder freizugeben. Das Forstamt Lauterberg bittet in diesem Zusammenhang um Verständnis für zeitweise Wegsperrungen oder Behinderungen.

Wege zeitweise verschmutzt

Das gesperrte Waldgebiet ist aus Sicherheitsgründen während der Fällarbeiten nicht zu betreten. Auch könnten die Wege zeitweise durch die Maschinen und Schlepparbeiten verschmutzt werden. Es wird dringend gebeten, 100 Meter Abstand zu den Forstmaschinen einzuhalten und keine Holzstapel zu besteigen.

Während die Holzabfuhr entlang der L 604 voraussichtlich auf den Spätsommer verschoben werden musste, da bereits in den abgelagerten Hecken und Kronen die ersten Frühheimkehrer mit dem Nistbau gestartet haben, werden im Bereich des Friedwaldes zeitnah die entsprechenden Holzrückearbeiten und Abfuhrmaßnahmen vorgenommen, bevor sich dort Vögel einnisten können.

WALD- UND LANDSCHAFTSORDNUNG

Gemäß dem Niedersächsischem Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung, darf jeder Mensch die freie Landschaft – dazu gehören Flächen des Waldes und der übrigen freien Landschaft sowie die zugehörigen Wege und Gewässer – betreten und sich dort erholen.

Dieses Recht findet seine Grenze in einer für die Grundbesitzenden unzumutbaren Nutzung, insbesondere durch öffentliche Veranstaltungen oder eine gewerbsmäßige Nutzung.

Nicht betreten werden dürfen Waldkulturen, Walddickungen, Waldbaumschulen sowie Flächen, auf denen Holz eingeschlagen wird, sowie Äcker in der Zeit vom Beginn ihrer Bestellung bis zum Ende der Ernte und Wiesen während der Aufwuchszeit sowie Weiden während der Aufwuchs- oder Weidezeit.

Betreten im Sinne dieses Gesetzes ist das Begehen, Fahren ohne Motorkraft und das Reiten im Rahmen der gesonderten Bestimmungen.

Einige besonders gewachsene, aber wirtschaftlich uninteressante Bäume werden als Friedwaldbäume freigestellt. Das Interesse sei groß, deshalb wolle man weitere Friedwaldflächen schaffen, erklären Revierförster Hubert Steinmetz und Friedwaldförsterin Brigitte Lux. sc

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