Wie die KGS Bad Lauterberg die Corona-Krise meistert

Bad Lauterberg.  Ungewöhnliche Situation, neue Wege: Die Schüler wurden bis zu den Ferien per Internet unterrichtet. Währenddessen wird ihre KGS renoviert.

Während der Corona-Zwangspause für Unterricht in der Schule ist es menschenleer in der KGS.

Während der Corona-Zwangspause für Unterricht in der Schule ist es menschenleer in der KGS.

Foto: Inger Schweer / KGS Bad Lauterberg

Stille in der KGS? In den zwei Wochen vor Beginn der Osterferien: Weitestgehend ja, nur einige Lehrkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren anwesend. Und vereinzelt kamen Schülerinnen und Schüler vorbei, die aber zuvor angefragt hatten, ob sie noch ihre Bücher oder Hefte holen könnten. Der unerwartete Schulschluss, per Durchsage offiziell gemacht, hatte den einen oder die andere offenbar einiges vergessen lassen. Und da über die schulinterne Plattform „IServ“ Aufgaben gestellt wurden, brauchte man das Material zuhause.

Eine für alle KGS-ler sehr ungewöhnliche Zeit: keine Ferien, aber doch Unterrichtsausfall; keine bewertungsrelevanten Leistungen, aber doch Aufgaben von vielen Fachlehrkräften. Und immer wieder Kontaktaufnahmen über Mail oder im „IServ“-Messenger, vor allem durch die Klassenlehrkräfte, die einigen Schäfchen auch hinterher telefonierten, die zum Beispiel ein neues Passwort brauchten oder die ungewohnte Freiheit erst einmal anders nutzen wollten. Dazu gab’s täglich eine „Murmeltier-Mail“ von der Schulleiterin, auf die immer wieder Antworten eingingen.

Sozialpädagoge unterstützt

Der Kontakt zur Schule blieb also durchgängig erhalten, und auch der Schulsozialpädagoge bot regelmäßig Hilfe an. Im Blick hatte er dabei sowohl diejenigen, die aufgrund einer schwierigen häuslichen Situation Rat brauchten, als auch Schülerinnen und Schüler, die eine Bewerbung schreiben wollten und nicht weiterkamen. „Ich mutmaße, dass viele Schülerinnen und Schüler zu Hause nicht viel zu tun haben und dementsprechend auch die Zeit zum Zocken nutzen,“ sagt Schulsozialpädagoge Sebastian Laub. Seine Unterstützung bietet er weiterhin in allen schwierigen Lebenssituationen an, eine E-Mail genügt. Die Schülerinnen und Schüler wissen, wie sie ihn erreichen können.

Gleiches gilt für ihre Klassenlehrkräfte. Und viele Eltern schauen ihren Kindern bei den „IServ“-Mails über die Schulter oder haben ebenfalls das Zugangspasswort. So erhielten sie auch den März-Elternbrief der KGS, da er in Papierform nicht mehr verteilt werden konnte.

Die Schulleitung hat sich bis zum 27. März – natürlich mit dem notwendigen räumlichen Abstand – täglich getroffen und über die Entwicklungen informiert. Viele Anweisungen und Hinweise aus dem Kultusministerium, teilweise im Stundentakt eingehend, wurden besprochen und dann gebündelt den Schülerinnen und Schülern, den Eltern sowie den Lehrkräften mitgeteilt. So sind die Abschlussprüfungen im Haupt- und Realschulzweig verschoben worden, die vorläufige Zensur für das bisherige Schuljahr musste dokumentiert werden, und es wurden viele Fragen zu Absagen von geplanten Schulfahrten und Fortbildungen geklärt.

Jetzt sind Ferien, und die dürfen oder besser sollen sogar zur Erholung genutzt werden. Im Ausblick auf die Zeit nach den Osterferien gibt es noch viel Ungewissheit, aber natürlich werden die bisherigen Erfahrungen mit der digitalen Kommunikation sowie Ideen zu virtuellem Unterricht besprochen und weiterentwickelt. „IServ“ zum Beispiel wird um Ostern herum mit einem Videokonferenz-Tool eine „Versorgungslücke“ schließen. Wichtig und eine große Herausforderung wird es sein, wirklich alle Schülerinnen und Schüler damit zu erreichen, denn „nicht alle verfügen über die entsprechende Netzabdeckung zuhause, haben vielleicht nur einen oder keinen Laptop, keinen Computer oder kein Tablet. Smartphones können nicht immer als Ersatz dienen“, warnt Schulleiterin Inger Schweer. „Das Kultusministerium arbeitet zudem an der Freigabe einer Bildungscloud, deren Funktionen zu einem großen Teil aber bereits bei ­­IServ abgedeckt werden.“

Treppe wird abgerissen

Im Gebäude sind derzeit Renovierungsmaßnahmen im Gange, die schon länger geplant sind. Dazu wurden die Flure im Verwaltungs- und Fachtrakt vollständig leergeräumt, was zusammen mit der Menschenleere fast gespenstisch wirkt. Auf dem Außengelände wird es spannend, wenn die Treppe zum Sportplatz abgerissen wird. Ein bereits angerückter erster Kran erwies sich als zu klein, so dass die Aktion noch einmal verschoben werden musste.

Ob die Wiederaufnahme des Schulunterrichts ebenfalls weiter verschoben wird, muss sich zeigen. Auf jeden Fall freuen sich die Lehrkräfte und vermutlich auch die meisten Schülerinnen und Schüler auf ein Wiedersehen am 20. April – oder später.

Denn ein Schulgebäude ist für Stille nicht gemacht, ebenso wenig wie das Homeoffice einen Ersatz für die Interaktion zwischen allen in Schule Beteiligten, insbesondere Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern, bieten kann.

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