Landfrauen starten in die Sommersaison

Bartolfelde  Daniela und Steffi Jansen referierten beim letzten Monatstreffen der Wintersaison über heimische Kräuter.

Die Referentin Steffi Jansen informierte die Landfrauen unter anderem über die Verwendungsmöglichkeiten von Löwenzahn

Die Referentin Steffi Jansen informierte die Landfrauen unter anderem über die Verwendungsmöglichkeiten von Löwenzahn

Foto: Daniel Karmann / dpa

Regelmäßig finden die Südharzer Landfrauen in den Wintermonaten in gemütlicher Runde zusammen. Am vergangenen Mittwoch geschah das in Müllers Hofcafé in Bartolfelde. Ihre Zusammenkünfte werden dabei häufig um Vorträge ergänzt. Seit Oktober ging es dabei unter anderem um Themen wie „Als Deutschland geteilt war“ oder „Mit den Hurtigruten unterwegs“.

Bei diesem vorerst letzten Monatstreffen, bevor die Landfrauen die Sommersaison mit den Tages- und Halbtagesfahrten einläuten, widmeten sich die Landfrauen dem Thema „Wissenswertes über Kräuter aus unserer Region“. Zahlreiche Frauen waren der Einladung der Vorsitzenden Monika Winter gefolgt, um sich über die Besonderheiten der heimischen Kräuter von den Schwestern Steffi und Daniela Jansen, die auch die Bad Lauterberger Kräuterküche organisieren und anbieten, unterrichten zu lassen.

Wirkung der Allerweltskräuter

Steffi Jansen vermochte es, trotz der intensiv geführten Gespräche der Landfrauen, die Aufmerksamkeit der Zuhörerinnen zu gewinnen. Dies gelang ihr, indem sie zunächst „Allerweltskräuter“ beschrieb sowie auf ihre Wirkung auf bestimmte Organe des Menschen und indem sie auch auf ihre Gefahren hinwies.

Als Beispiel nannte sie Löwenzahn. Hier würden sich die gelben Blüten zur Herstellung eines honigähnlichen Gelees eignen. Die leicht bitter schmeckenden Blätter oder die Wurzel könnten zu einem Salat verarbeitet werden. Aus der getrockneten Wurzel wurde in den Nachkriegsjahren eine Art Kaffee-Ersatz hergestellt. Wiesen, auf denen die einzelnen Kräuter nicht so schnell erkannt werden könnten, seien dann eher etwas für Kenner, so die Referentin. Die anwesenden Landfrauen, die zum Teil selbst aus der Landwirtschaft kommen, ergänzten die Ausführungen der Referentin hin und wieder mit unterstützenden Bemerkungen.

Jansen erstellte zunächst eine Art Kräuterordnung, in der sie Wald-, Feld- und Gartenkräuter unter- schied. Die Feldkräuter würden von vielen oftmals fälschlicherweise als „Unkräuter“ bezeichnet. Sie warb dafür, ihnen dennoch mit Respekt zu begegnen. Sie erklärte, dass in den Gärten viele Arten wachsen würden, die ursprünglich nicht hier vorgekommen seien. Hauptsächlich sei den Mönchen die Verbreitung fremder Kräuter zuzuschreiben. Sie hätten früher durch Experimente in ihrer Anwendung für die Verbreitung gesorgt. Dadurch sei es auch zu verwirrenden Bezeichnungen gekommen. So habe man der Leberblume seinerzeit eine Heilwirkung auf die Leber zugeschrieben. Inzwischen sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass dies nicht der Fall ist. Den Namen habe die Pflanze allerdings behalten.

Exkurse in andere Fachgebiete

Der Referentin merkte man ihre Bewunderung für die Thematik an. „Schließlich müssen sich die Kräuter sehr vieler Gefahren erwehren. Da wären zum Beispiel Kälte, Trockenheit, Hitze oder Fressfeinde.“ Während Steffi Jansen ihr Referat über Kräuter mit Exkursen in andere Fachgebiete ergänzte, stellte ihre Schwester Daniela eine Tinktur her, die sie im Anschluss als Kostprobe an die Landfrauen verteilte. Diese durften die selbst hergestellte Kräuter-Tinktur dann bewerten.

Im letzten Teil des Referats wurde auch auf die Pharmaindustrie eingegangen. Diese hätte den wachsenden Trend alternativer Ernährungsgewohnheiten erkannt – und etwa mit der Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln für sich genutzt. Dabei würde oftmals über das Ziel hinausgeschossen, erklärte die Referentin.

Der Vortrag wurde von Jansen auch mit einigen Anekdoten der vergangenen Zeit angereichert. Sie erzählte etwa, dass zu festlichen Tagen früher die Stube mit einem getrockneten Kräuterbündel, sogenannten Kräuterbuschen, beim Räuchern „gereinigt“ wurde. Dies hatte nicht nur den Effekt der Desinfektion, sondern durch die Entfaltung der ätherischen Öle verströmte auch ein angenehmer Duft. Die Düfte, die die Kräuter verströmen, seien zwar nicht immer wohlriechend, meist aber in irgendeiner Form für mindestens ein Organ gesund.

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