Bericht der Jugendpflege steht im Fokus

Bad Lauterberg  Sarah Hoffmann informierte die Mitglieder des Sozialausschusses über die Arbeit mit den Jugendlichen.

Die Jugendlichen aus Bad Lauterberg können sich zusammen mit Jugendpflegerin Sarah Hoffmann an einer Fassade am Kindergarten Spatzennest in Barbis kreativ ausleben.

Die Jugendlichen aus Bad Lauterberg können sich zusammen mit Jugendpflegerin Sarah Hoffmann an einer Fassade am Kindergarten Spatzennest in Barbis kreativ ausleben.

Foto: Reiner Gniffke / HK

Am Dienstag traf sich der Ausschuss für Soziales, Jugend, Schulen, Kultur und Sport zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr im kleinen Sitzungssaal des Bad Lauterberger Rathauses. Stadtjugendpflegerin Sarah Hoffmann informierte die Mitglieder des Gremiums in ihrem Vortrag unter anderem über die Ferienpassaktionen in diesem Jahr, die allgemeine Situation der Jugendbetreuung und über die Schülerferienbetreuung. Fritz Vokuhl (WgiR) mahnte in diesem Zusammenhang an, dass keine Vertreter der Schule zu den Besprechungspunkten eingeladen worden seien. Das konnte der Vertreter der Verwaltung, Andreas Bähnsch, durch den Hinweis, dass die Schule grundsätzlich eingeladen würde, entkräften.

Sarah Hoffmann erklärte zu Beginn ihres Vortrags ihre Zufriedenheit darüber, dass ihr immer öfter Hilfe für ihre Arbeit zur Verfügung stünde. Nicht nur durch personelle Zuordnung aus der Verwaltung, sondern auch durch Praktikanten, die ihr zeitlich begrenzt zur Verfügung stünden und letztlich auch durch Ressourcen, die nach der Landkreiszusammenlegung von Göttingen zur Verfügung stünden.

Netzwerk im Jugendraum

Im Jugendraum von Bad Lauterberg würde sich langsam ein Netzwerk aufbauen. Zu den Öffnungszeiten kämen im Schnitt neun bis zehn Jugendliche in den Jugendraum. Ursprünglich hätte sie eine monatliche Planung für die Vorhaben eingesetzt. Es stellte sich aber heraus, dass die jungen Leute eher spontan entscheiden würden. So träfe man sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort und würde dann überlegen, was man gerade Lust hätte, zu unternehmen.

Ein Problem stellen mitunter die unterschiedlichen Bedürfnisse von Jugendlichen und Bürgern oder Gästen der Stadt dar. Die Freude der Jugendlichen darüber, sich auf ihre Art auszuleben, korrespondiere nicht immer mit den Lebensvorstellungen älterer Mitbürger. Es wurde aber auch erwähnt, dass die Erwachsenen nicht immer als Vorbild herhalten könnten.

Jugend lebt sich kreativ aus

Die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken, hätte man in Barbis teilweise verwirklichen können, erklärte Hoffmann. Der Wunsch der Jugendlichen, Graffitikunst zu gestalten, ist an einer von außen nicht sichtbaren Wand an der ehemaligen Grundschule umgesetzt worden. Durch die Jugendarbeit habe sie mitunter Dinge wahrgenommen, an denen sie sonst vorbeigegangen wäre, sagte Hoffmann. Als Beispiel nannte sie etwa Aufkleber an Laternen, die etwa auf nationalsozialistisches Gedankengut verwiesen. Vokuhl nahm zu diesem Thema Stellung und erklärte, dass er derzeit keine besondere Gefahr vonseiten der rechten Szene in Bad Lauterberg sehe – es habe allerdings auch andere Zeiten in der Kneippstadt gegeben.

Zum Ferienpass – nach der Umstellung auf Online-Anmeldungen und die Möglichkeit für Veranstalter, die Anmeldungen zu verfolgen – erklärte Hoffmann, dass sie im Großen und Ganzen zufrieden sei. Anhand der Entwicklung von 168 Teilnehmern in 2017 zu 200 in 2018 könne man davon ausgehen, dass dies Verfahren gut angenommen worden sei. Ratsherr Klaus Richard Behling bemängelte lediglich, dass sich zwischen den Anmeldungen und den dann wirklich Teilnehmenden Unterschiede seien. Dies sei bedauerlich, da die Veranstalter planten und Dinge besorgten, die dann nicht zum Einsatz kämen. Bei einer Befragung mit den Veranstaltern kam als Wunsch heraus, dass man gerne etwas handfestes etwa in Form einer Broschüre zusätzlich zu den Online-Informationen hätte.

Andreas Bähnsch erklärte abschließend, dass der Ferienpass, nachdem die Einnahmen mit den Ausgaben verglichen wurden, der Stadt ungefähr 600 Euro kosten würde.

20 Kinder bei Ferienbetreuung

Auch für die Schülerferienbetreuung ist Sarah Hoffmann federführend tätig. Man könne mit einer verlässlichen Zahl von inzwischen 20 Kindern rechnen. Bei der Einrichtung hätte man seinerzeit Wert darauf gelegt, dass die Qualität der Betreuung ein entscheidendes Kriterium sei. Dies führe dazu, dass aus finanzieller Sicht die Personalkosten ein wesentlicher Faktor seien.

Zum Schluss äußerte Hoffmann dann noch eine Bitte. Einzelne Jugendliche kämen häufig zu Einzelgesprächen zu ihr, um ganz spezielle Probleme zu besprechen. Sie ginge dann, um sich von der Gruppe abzusetzen, beispielsweise mit der betroffenen Person spazieren, um eine Lösung zu finden. Nicht nur dafür, sondern auch um Arbeiten ortsgebunden erledigen zu können, bat sie um die Einrichtung eines eignen Büros. Hoffmann bekam für ihren Bericht und das daraus hervorgehende Engagement offenen Applaus.

Der nächste Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit der Änderung des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes von Dezember 2010, in dem es um die Beitragsfreiheit in Kindertagesstätten geht. Dies gilt ab dem 1. Januar 2019. Bürgermeister Dr. Thomas Gans führte kurz in das Thema ein. Zwar ändere sich automatisch durch das Gesetz die Satzung der Kommunen entsprechend, um aber formal richtig zu liegen, ist die Anpassung der Satzung sinnvoll. Danach wird den Eltern von betreuten Kindern im Kindergartenalter während einer Betreuungszeit von acht Stunden nichts mehr in Rechnung gestellt. Für darüber hinausgehende Betreuungszeit ist allerdings eine Gebühr je angefangener halber Stunde entsprechend des Gebührentarifs I fällig. Die Änderung der Satzung wurde beschlossen.

Diskutiert wurde über eine Information von Andreas Bähnsch, wonach während der Ferienzeit auch für die für drei Wochen geschlossenen Kindertagesstätten eine Notbetreuung vorgehalten werde. Besonders Dr. Reiner Schenk (Grüne) zeigte Unverständnis darüber, dass eine durchgängige Betreuung nicht zu organisieren sei. Bähnsch wehrte sich aus Verwaltungssicht hauptsächlich mit drei Argumenten: Demnach hätten sich die Eltern mit dieser Regelung arrangiert, ferner entstünden bei einer durchgängigen Regelung unverhältnismäßige Kosten, zudem stünde die Kindergartenleitung dahinter.

Bei der Festlegung von Förderrichtlinien für die Gewährung von Zuschüssen für Vereine und ähnliche Institutionen einigte man sich auf eine Vertagung. Die Verwaltung wurde beauftragt, zur nächsten, spätestens übernächsten Ausschusssitzung ein Diskussionspapier unter Einbeziehung der schon vorhandenen Gedanken der SPD-Fraktion, Vorlagen anderer Gemeinden sowie eigener Überlegungen vorzulegen.

Kostenloser Ferienpass

Bei der beantragten Kostenfreiheit für die künftigen Ferienpassaktionen verständigte man sich letztlich darauf, dass man mit der Beschlussfassung ja noch Zeit hätte. Durch den Sozialen Weihnachtsmarktes wäre die Beitragsfreiheit für 2019 gesichert.

Bähnsch sicherte eine Ausarbeitung vonseiten der Verwaltung zu, in der die Anregungen, Forderungen und Wünsche des Ausschusses mit berücksichtigt würden. Volker Hahn, als Sprecher der Wählergruppe im Rat und Initiator des ursprünglichen Antrags, erklärte sich dazu bereit, bat aber darum, darauf zu achten, dass sich Bad Lauterberg weiterhin als „Kinderfreundliche Stadt“ präsentieren solle.

Abschließend informierte Dr. Thomas Gans über die noch an diesem Abend geplatzte Fusion der Sparkassen Osterode, Bad Sachsa, Hann. Münden und Duderstadt und die Entscheidung des Duderstädter Rates gegen die Vierer-Fusion (wir berichteten).

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