Mit Kimme, Korn und viel Tradition

Gittelde  Die Schützengesellschaft Gittelde richtet in diesem Jahr wieder das Schützenfest aus. Es findet nur alle drei Jahre statt.

Schützen beim Umzug des Gittelder Schützenfestes im Jahr 2011.

Schützen beim Umzug des Gittelder Schützenfestes im Jahr 2011.

Foto: Winfried Kippenberg (Archiv)

Bereits seit 1492 besteht die Gittelder Schützengesellschaft – und macht auch nach mehr als 500 Jahren ihrer Tradition alle Ehre. 522 Jahre sind es genau, 176 Mitglieder an der Zahl – davon zehn Jugendliche, die alle engagiert und fasziniert dem Schießsport und der jahrelangen Tradition beistehen.

„Es ist nicht immer einfach den Kleinen zu erklären, warum sie nicht auf richtige Scheiben und mit echter Munition schießen dürfen.“
Matthias Mylius, Sportleiter der SG Gittelde, über die Jugendarbeit

Schon ab dem zwölften Lebensjahr bietet die Jugendabteilung der Schützengesellschaft den jungen Mitgliedern die Möglichkeit, aktiv am Schießsport teilzunehmen. Ob Luftgewehr oder -pistole sei jedem selbst überlassen, erklärt Sportleiter Matthias Mylius. Aber auch vor dem zwölften Lebensjahr können die jungen Schützen ihre Treffsicherheit mit dem Lichtpunktgewehr üben.

„Es ist nicht immer einfach den Kleinen zu erklären, warum sie nicht auf richtige Scheiben und mit echter Munition schießen dürfen“, so Mylius weiter.

Nichtsdestotrotz habe die Jugendabteilung im Vergleich zu anderen Vereinen noch Glück, könne sie doch die Jugendlichen meist viele Jahre halten. „So etwas steht und fällt aber alles mit dem Jugendleiter“, ist der Sportleiter überzeugt. Und mit Petra Schulz als Jugendleiterin habe die SG einen guten Treffer erzielt. Einmal im Jahr bietet die Schützengesellschaft auch Ferienpassaktionen an, an denen zuweilen mehr als 70 Kinder teilnehmen würden.

In diesem Jahr wird es keine Ferienpassaktion geben, da vom 25. bis 28. Juli Schützen-, Volks- und Junggesellenfest gefeiert wird. „Das Fest findet nur alle drei Jahre in Gittelde statt, immer im Wechsel mit Badenhausen und Windhausen“, erklärt Mylius. Dabei sei es, wie der Name schon sagt, ein Fest für alle. „Es beginnt freitags und geht samstags mit dem Wecken durch den Spielmannszug und dem Frühstückskonzert weiter. Nachmittags ist dann der große Schützenumzug. Der Abend klingt im Festzelt bei Musik aus,“ so Mylius. Der Sonntag beginnt mit einem Gottesdienst, anschließender Königsproklamation und einem Umzug, bei dem die neuen Majestäten nach Hause gebracht werden. Montags findet das Junggesellenfest statt.“

Traditionell geht es aber auch das restliche Jahr zu. Unter anderem finde im Herbst immer der Grenzbezug statt. Dabei gehen die Vereinsmitglieder die ehemaligen Grenzen Gitteldes ab und suchen sich einen Grenzstein aus, auf den dann geschossen wird. „Es ist eigentlich eine Art Wandertag“, beschreibt Mylius die Tradition. Der Schütze, der den Stein getroffen und somit beschädigt hat, wird anschließend abgestraft und muss eine Flasche Schnaps spendieren. Dazu der Sportleiter: „Der Brauch ist schon so alt, wie unser Verein – also über 500 Jahre.“

Nicht nur traditionell

Am Volkstrauertag wird dann die Kleinkaliber-Saison abgeschossen. Nach dem Gottesdienst und der Kranzniederlage wird die Hauptsaison beendet. Grund dafür sei der halboffene Stand. „In der kälteren Jahreszeit können wir dann kein Kleinkaliber mehr schießen, dann gehen nur noch Luftdruckdisziplinen.“ Das sei zudem der Grund, warum neben dem Erwachsenentraining donnerstags in der warmen Jahreszeit auch sonntags ein Training angeboten wird.

Die Jahreshauptversammlung der SG Gittelde findet am 8. Februar um 18 Uhr im Schützenhaus, am Sportzentrum 3 in Gittelde statt. Training für die Jungschützen ist mittwochs von 17 bis 19 Uhr im Schützenhaus.

Der Verein sei aber nicht nur traditionell, sondern auch sportlich sehr aktiv, so Mylius. Neben Landesmeisterschaften nahm die SG mit einer Jungschützin in den letzten drei Jahren auch an den deutschen Meisterschaften in München teil. mel

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder