Wenn Al Jazeera in den Medien auftaucht, beschleicht den Durchschnittsdeutschen ein eher ungutes Gefühl. Allzu Arabisches verursacht bei vielen Bauchschmerzen, und Nachrichten aus dem Morgenland sind nur allzu oft schwer verdaulich. So haben die Berichte über Terroranschläge wie am 11. September 2001 und der Krieg in Afghanistan – damals besaß der Sender allein ein Redaktionsbüro in Kabul – das Bild von Al Jazeera geprägt. Zum Glück ist Osterode hinter den blauen Bergen vom großen Weltgeschehen weit weg. Oder doch nicht? Wie ist es zu erklären, dass einen bass erstaunten Bürgermeister Klaus Becker ein Anruf von Al Jazeera English erreichte, der rund 190 Millionen Menschen mit Nachrichten versorgt. Eine Mitarbeiterin kündigte sogar ihr Kommen an und besuchte zwei Tage vor Weihnachten mit dem Drehteam tatsächlich die ferne Stadt Osterode. Natürlich: Die timber-framed houses begeisterten.