Esperanto-Bund trifft sich in Osterode

Osterode.  Bundesversammlung und Verbandsrat tagen am Wochenende. Esperanto ist international.

Urbodomo heißt Rathaus auf Esperanto, das zeigt auch der Wegweiser in der Esperanto-Stadt Herzberg.

Urbodomo heißt Rathaus auf Esperanto, das zeigt auch der Wegweiser in der Esperanto-Stadt Herzberg.

Foto: Mark Härtl / HK

Am Samstag, 24. Oktober, wird in Osterode ab 14.30 Uhr die diesjährige Bundesversammlung des Deutschen Esperanto-Bundes stattfinden. Daran teilnehmen werden voraussichtlich etwa vierzig Esperanto-Sprecher, vor allem aus Deutschland sowie einige Besucher aus dem Ausland. Darüber hinaus trifft sich an diesem Wochenende, 24. und 25. Oktober, in Osterode auch der Verbandsrat des Deutschen Esperanto-Bundes zu seiner alljährlichen Sitzung.

Gemeinsame Sprache auf den Veranstaltungen am Wochenende ist die internationale Sprache Esperanto, deren Grundzüge vor etwa 130 Jahren in Warschau veröffentlicht wurden. Seither verbreitet sich Esperanto auf der ganzen Welt. Derzeit gibt es Esperanto-Sprecher in etwa 120 Ländern, seit ein paar Jahrzehnten auch in Ländern wie Nicaragua, Burundi, Nepal oder Indonesien. Es hat sich eine reichhaltige Literatur und eine Musikkultur gebildet; vieles ist bei Youtube zu finden.

Es wird geschätzt, dass ein paar Millionen Menschen Esperanto gelernt haben und einige Hunderttausend die Sprache regelmäßig sprechen.

In den vergangenen Jahren hat das Esperanto-Lernen insbesondere durch die Angebote im Internet deutlich zugenommen. Die bekannte Sprachenplattform Duolingo bietet Esperanto-Sprachkurse auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch und seit kurzem auch Französisch an. Bei Lernu.net kann man Esperanto in etwa zwei Dutzend Sprachen lernen.

Esperanto wird auch in Familien mit kleinen Kindern gesprochen; es gibt bisher etwa 2.000 Esperanto-Muttersprachler. Der Vorsitzende des Deutschen Esperanto-Bundes, Ulrich Brandenburg, hat Esperanto als Muttersprache gelernt; er war bis zu seiner Pensionierung Botschafter, zuletzt in Moskau und Lissabon.

Esperanto ist gegenüber anderen Sprachen in etwa einem Viertel der benötigten Zeit zu erlernen. Die Grammatik ist einfach und regelmäßig aufgebaut und kennt keine Ausnahmen; der Wortschatz ist verbreiteten europäischen Sprachen entnommen. Zumeist genügt ein Wochenende, um die Grundlagen zu erlernen. Ein bis zwei weitere Wochenenden helfen, ein ausreichendes Niveau zu erreichen, um an internationalen Esperanto-Veranstaltungen teilzunehmen.

Ursprünglich war die Bundesversammlung im Rahmen des Deutschen Esperanto-Kongresses für Pfingsten in Frankfurt (Oder) geplant; dies fiel wegen der Corona-Einschränkungen aus. Für die jetzt in Osterode geplante Versammlung wurde ein ausreichend großer Veranstaltungsraum gefunden, der angemessene Abstände zwischen den Teilnehmern ermöglicht. Traditionell findet die Herbsttagung des Verbandsrats in der Esperanto-Stadt Herzberg statt; dort war jedoch kein ausreichend großer Saal zu finden, um Corona-Vorsichtsregeln einhalten zu können. Zeitweise war wegen der jüngsten Reise-Einschränkungen auch die Veranstaltung in Osterode bedroht, zumindest die Übernachtung vor Ort.

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