ZDF verfilmt das Leben von Anja Niedringhaus

Göttingen.  Die Fotografin wurden 2014 in Afghanistan erschossen. Sie hat in Göttingen studiert und fotografierte bis Ende 1989 für das Göttinger Tageblatt.

Anja Niedringhaus, deutsche Fotojournalistin, damals für die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) tätig. Niedringhaus wurde am 4. April 2014 während der Berichterstattung über die Präsidentschaftswahl in Afghanistan von einem Attentäter erschossen.

Anja Niedringhaus, deutsche Fotojournalistin, damals für die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) tätig. Niedringhaus wurde am 4. April 2014 während der Berichterstattung über die Präsidentschaftswahl in Afghanistan von einem Attentäter erschossen.

Foto: Peter Dejong / dpa

Das ZDF arbeitet aktuell an einem Film über eine ehemalige Tageblatt-Fotografin: „Die Bildkriegerin“ widmet sich in einer Mischung aus Spielfilm und Dokumentation dem Leben und Schaffen von Anja Niedringhaus. Die international gefeierte Fotografin wurde im April 2014 in Afghanistan getötet.

Nach einem Drehbuch von Yury Winterberg führen Roman Kuhn und Sonya Winterberg Regie. Antje Traue spielt Anja Niedringhaus. In der Rolle der Fotografin vollzieht Traue den Weg Niedringhaus‘ als Fotografin in Krisengebieten im Nahen Osten bis hin zu dem tödlichen Anschlag. Die Dreharbeiten in Halle an der Saale dauern voraussichtlich bis 2. November, wie das ZDF bekannt gab. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

1965 in Höxter geboren, hat Niedringhaus mit 16 Jahren ihre journalistische Karriere bei der Neuen Westfälischen Zeitung begonnen. Später studierte sie in Göttingen und schrieb und fotografierte von 1986 bis Ende 1989 für das Göttinger Tageblatt. Damalige Kollegen erinnern sich an „Anie“, so ihr Kürzel, als eine lebensfrohe Persönlichkeit, die ihren Mitmenschen stets zugewandt war.

Mehr als Kriegsbilder

1990 erhielt Niedringhaus die Chance, für die European Pressphoto Agency zu arbeiten. Fortan war sie international tätig: Sie reiste in Kriegs- und Krisengebiete im Nahen Osten, Afghanistan und Pakistan, um das Geschehen in einzigartigen Bildern festzuhalten. Erst auf das zweite Hinsehen offenbarte sich oft ihr Blick für das besondere Detail. Zahlreiche dieser Fotos waren bereits in Ausstellungen zu sehen, wie etwa in Köln und Düsseldorf.

Die fotografischen Arbeiten von Anja Niedringhaus sind mehrfach ausgezeichnet worden. 2005 erhielt sie als erste deutsche Fotografin den Pulitzer-Preis.

Am 4. April 2014 wurde Niedringhaus in Afghanistan von einem Attentäter erschossen. Zu ihren Ehren führte die Internationale Stiftung für Frauen in den Medien kurz darauf den Anja-Niedringhaus-Preis ein: Die Auszeichnung erhalten jährlich Fotojournalistinnen, die durch ihre außergewöhnliche Tapferkeit herausstechen.

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