Schauspieler Daniel Mühe wird in Göttingen geehrt

Göttingen.  Daniel Mühe, Schauspieler am Deutschen Theater, wurde am Sonntag mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet.

Dr. Harald Noack, Vorsitzender des Fördervereins Deutsches Theater in Göttingen, Preisträger Daniel Mühe und Werner Tönsmann, Vorsitzender der Jury, bei Übergabe des Nachwuchsförderpreises (von links).

Dr. Harald Noack, Vorsitzender des Fördervereins Deutsches Theater in Göttingen, Preisträger Daniel Mühe und Werner Tönsmann, Vorsitzender der Jury, bei Übergabe des Nachwuchsförderpreises (von links).

Foto: Ralf Gießler / HK

Der diesjährige Nachwuchsförderpreis des Fördervereins Deutsches Theater geht an den Schauspieler Daniel Mühe. Mühe wurde am Sonntag aufgrund der Corona-Sicherheitsbestimmungen im kleinen Kreis auf den Treppen des Schauspielhauses geehrt.

Für den Vereinsvorstand begrüßte als Vorsitzender Dr. Harald Noack die Anwesenden. Während seiner kurzen Ansprache bemerkte er bezogen auf die Corona-Krise: „Ich bin mir sicher, dass es bald ein oder zwei Theaterstücke über Corona geben wird.“ Auch der Vorsitzende der Jury, Werner Tönsmann, ging darauf ein: „Heute befolgen wir die Einhaltung der Schutzbestimmungen und lassen unsere Schauspieler nicht allein. Ihnen fehlt zur Zeit ihr natürliches Publikum, die vierte Wand. Gerade jetzt muss der Nachwuchs gefördert werden!“ An den Preisträger gerichtet fügte Tönsmann hinzu: „Verstehen Sie die Auszeichnung, lieber Daniel Mühe, auch als Zeichen und Ermunterung aller Kolleginnen und Kollegen.“ Die Jury habe sich in mehreren Sitzungen und zahllosen Vorstellungsbesuchen kundig gemacht, wer von den drei Kandidaten 2020 besonders preiswürdig sei: „Wir merkten schnell, preiswürdig sind alle drei“, sagte der Juryvorsitzende. Das Votum erfolgte einstimmig.

Die anschließende Laudatio hielt Tina Fibiger. „Es geht ja fast immer stürmisch zu in den Stücken, in denen Daniel Mühe mit seinen Figuren die Ereignisse mit ungeheurer Energie und Leidenschaft auch physisch antreibt und so ihre innere Zerrissenheit sichtbar und spürbar werden lässt. Der böse Clown und auch der Kobold sind nie so ganz fern, wenn er eine Figur sondiert, ihre Nähe sucht und sich mit einem fremden Ich vertraut macht.“ Fibiger stellte dabei die schauspielerische Leistung Mühes heraus: „Das alles passiert auf dem Seil ohne Netz und wirkt bei ihm oft ganz unmittelbar spontan. Das Textseil hält einiges aus, nur kein Maßband, mit dem jeder Schritt bis auf den Millimeter genau markiert wird, damit nur ja niemand daneben tritt. Zum Glück versteht sich unser Preisträger auf die Kunst des Loslassens, wenn er mit seinen Figuren so leidenschaftlich enthusiastisch bestürmt und herausfordert.“ Mühe zeigte sich gerührt über die Worte des Lobes. Der gebürtige Hannoveraner, der auch musikalisch umtriebig ist, bedankte sich abschließend für seine Wahl und unterstrich, dass er sich im Theater und in Göttingen sehr wohl fühle. Aus den Händen von Dr. Harald Noack und Werner Tönsmann nahm Mühe schließlich den Preis entgegen.

Seit gut zwei Jahrzehnten existiert der Förderverein Deutsches Theater in Göttingen, der das Theater ideell sowie materiell unterstützt. Jährlich vergibt der Verein einen mit 2.000 Euro dotierten Nachwuchsförderpreis. Die Jury setzt sich dabei zusammen aus Vereins- und Abonnentenvertretern sowie der Theaterleitung. Preisträger können Ensemblemitglieder sein, die in der laufenden und kommenden Spielzeit am Deutschen Theater arbeiten, nicht älter als 35 Jahre sind und nicht mehr als vier Jahre Berufserfahrung haben oder für die Göttingen das erste feste Engagement ist. Dabei fungieren als Auswahlkriterien Glaubwürdigkeit, Rollenpräsenz und Wandlungsfähigkeit.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder