Thema: 30 Jahre Mauerfall und das Grüne Band

Duderstadt.  Die Heinz-Sielmann-Stiftung aus Duderstadt gestaltete die Sendung „Plattenkiste“ von NDR 1 Niedersachsen in Hannover.

Naturfilmer Heinz Sielmann 1988 bei den Dreharbeiten zu „Tiere im Schatten der Grenze“ in der Nähe von Ecklingerode.

Naturfilmer Heinz Sielmann 1988 bei den Dreharbeiten zu „Tiere im Schatten der Grenze“ in der Nähe von Ecklingerode.

Foto: Heinz Sielmann Stiftung

Um 30 Jahre Mauerfall und das Grüne Band ging es kürzlich in der Sendung Plattenkiste bei NDR 1 Niedersachsen. Am 5. November zwischen 12 und 13 Uhr sprachen Dr. Heiko Schumacher und Wolfgang Nolte mit Moderatorin Martina Gilica über die Entstehungsgeschichte und die Entwicklungen am sogenannten Grünen Band.

Im Jahre 1988 hatte Heinz Sielmann den Film „Tiere im Schatten der Grenze“ gedreht – und der Film wurde 1989 gezeigt. Visionär hieß es am Ende des Films, dass dieses ganze Gebiet irgendwann zum Schutzgebiet für die Natur werden solle. Ein halbes Jahr nach der Ausstrahlung war die Grenze offen. 1994 kam die Idee zur Stiftung.

Von Bayern bis zur Ostsee – so erhoffte es das Ehepaar Sielmann – sollte nun tatsächlich ein Naturschutzgebiet entstehen. Die Einladung nach Duderstadt folgte prompt, erinnert sich Wolfgang Nolte. So war der Auftakt zum Grünen Band gemacht.

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen mitten durch Europa zieht sich das Grüne Band in Deutschland etwa 1.400 Kilometer, erklärt Dr. Heiko Schumacher. Biotope wie beispielsweise Feuchtlandschaften oder offene Landschaften, aber auch neue Bewaldung sind entstanden. Dazu waren allerdings einige Anstrengungen nötig.

Die menschenverachtende Grenze, so Wolfgang Nolte, erforderte Zukunftsvisionen der Sielmann-Stiftung gemeinsam mit dem Grenzübergang Duderstadt-Worbis. Teile der alten Anlage mussten gerettet werden, um mahnend auch künftige Generationen zu informieren. Hunderttausend Besucher kommen jedes Jahr in die Ausstellung im Grenzlandmuseum im Eichsfeld.

NDR 1 Niedersachsen wird am heutigen Samstag, 9. November, von 10 bis 15 Uhr von dort senden. Über das Grüne Band kann man heute etwa 6 Kilometer vom Museum aus zur Sielmann-Stiftung wandern – über ehemaliges Grenzgebiet BRD/DDR – durchs Eichsfeld, die „Toskana des Nordens“, sagt Wolfgang Nolte.

Die Vielfalt der Natur am Grünen Band kann kaum beschrieben werden, so viel Leben herrscht dort. Unglaubliche viele Tier- und Pflanzensorten besiedeln diesen Lebensraum, beschreibt es Dr. Heiko Schumacher begeistert. Ameisen brauchen viel Wärme und Sonne, deshalb wird immer mal wieder „entbuscht“, erklärt er. Ein Blütenmeer, Ameisen, Heuschrecken, Mäusebussard und Rotmilan – all das können Besucher sehen und erleben. Beim Gut Herbigshagen entsteht die Sielmann-Hütte, wo weiter Wissen vermittelt werden soll. Schulen und Universitäten nehmen an Projekten teil.

„Bündel an Wünschen“

Für die Zukunft hat Wolfgang Nolte ein ganzes „Bündel an Wünschen“. Er hofft auf viele Spenden, um über das Lebenswerk der Sielmanns, die Heinz-Sielmann-Stiftung, weiterhin vielen Menschen das Treffen zu ermöglichen, um die Natur- und Zukunftsarbeit zu erleben. Für das Grüne Band, den einstigen Todesstreifen, wünscht er sich Zusammenarbeit von Bund und Ländern mit der Sielmann-Stiftung. Für ihn gehört auch das Grenzlandmuseum elementar dazu, was die Förderung aus Niedersachsen und Thüringen angeht. Denn, so hofft er: Die Vision wird wie die Erinnerung gebraucht, um Großes für Deutschland und Europa entstehen lassen zu können.

Die Plattenkiste läuft von Montag bis Freitag zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen – egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfegruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de.

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