Braunschweig. 2002 verlor Thomas Gottschalk die Stadtwette in Braunschweig – und kritisierte dann die TV-Show bei uns. Wie es dazu kam.

Solch eine Exklusiv-Kritik gab es in 42 Jahren „Wetten, dass..?“ nur einziges einmal: Nachdem Thomas Gottschalk am 26. Januar 2002 die Stadtwette gegen die Braunschweiger verloren hatte, schrieb er in der Braunschweiger Zeitung den Verriss der Sendung. Der Text stand in der Ausgabe am 28. Januar 2002 auf der Titelseite. Die Ausgabe wurde zu einer der meistverkauften in der Geschichte unserer Zeitung.

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Die Macher von „Wetten, dass..?“ überlegten sich eine Eulenspiegel-Wette. 200 Freiwillige sollten auf dem Burgplatz ihren linken Schuh ausziehen. Diese Schuhe kamen in ein Netz. Aus der Höhe sollte Till dann das Netz, so dass die Schuhe auf den Boden fielen. Und innerhalb von fünf Minuten sollten die Teilnehmer ihren Schuh wiederfinden und anziehen. „Die Braunschweiger sind natürlich intelligent, sie sind fair, kameradschaftlich“, sagte Nina Ruge in der TV-Sendung, die fast 15 Millionen schauten. Ruge lebte etwa 20 Jahre in Braunschweig, baute 1974 an der Ina-Seidel-Schule ihr Abitur – fungierte und bei der Wette als Außenmoderatorin. Gottschalk meinte: „Ich bin mir sicher, wir kriegen die Leute zusammen. Ob die wiederum ihre Schuhe zusammenkriegen, das wissen wir nicht.“

«Mr. Wetten, dass..?»: Ein letztes Mal mit Thomas Gottschalk

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    Nina Ruge zu Thomas Gottschalk: „Wir haben Leute, die die Rechtschreibung kontrollieren“

    Dann präsentierte Ruge die potentielle Wetteinlösung: „Die Braunschweiger Zeitung lag auch bei mir früher immer im Briefkasten. Du liest doch immer gern die guten Kritiken und weniger gern die schlechten. Wenn du die Wette verlierst, dann musst du bis Montag in der Braunschweiger Zeitung einen Verriss dieser Sendung schreiben. Und wir haben Leute, die die Rechtschreibung kontrollieren.“

    Ausriss aus der Braunschweiger Zeitung vom 28. Januar 2002.
    Ausriss aus der Braunschweiger Zeitung vom 28. Januar 2002. © FMN | Archiv

    Gesagt, getan: Zweieinhalb Stunden später dann die dicke Überraschung: Bereits nach vier Minuten waren alle Schuhe an den richtigen Füßen. Ein logistischer Knüller der Teilnehmer. Hunderte auf dem Burgplatz außer Rand und Band.

    In seinem Verriss schreibt er unter anderem: „Als es darum ging, der Sängerin Sarah Connor unter den Rock zu gucken, war er in seinem Element. Er alleine weiß nun, ob sie Strumpfhosen trug oder nicht.“ Und: „Heuchelt Gottschalk bei seinen prominenten Gästen noch ein gewisses, wenn auch unzureichendes Interesse, lässt er das Schicksal seiner Wettkandidaten fast völlig im Dunkeln.“