Braunschweig. Montag geht es los: Das 37. Filmfest in Braunschweig startet. Damit Sie bestens vorbereitet sind, haben wir 5 Fakten zusammengestellt.

Was aus einer Unzufriedenheit mehrerer engagierter Filmfans entstehen kann: 20 Hochschulstudenten hatten 1987 das damalige Kino-Angebot in Braunschweig satt – und stellten ihr eigenes Programm zusammen, mit großem Enthusiasmus. Das Filmfest Braunschweig war geboren. Der Enthusiasmus ist geblieben, das Festival über die Jahrzehnte stark gewachsen. Bis zu 27.500 Besucher zählt es mittlerweile pro Durchgang. Bei der 37. Auflage des mittlerweile ältesten Filmfestival Niedersachsens hat Festivalleiterin Karina Gauerhof mit ihrem Team etwa 250 Filme ausgewählt, die in diesem Jahr vom 6. bis 12. November gezeigt werden. Der Fokus liegt auf Animation. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu der Veranstaltung.

Was erwartet die Filmfreunde 2023 beim 37. Braunschweiger Filmfest?

Zwischen dem 6. und 12. November werden insgesamt 248 Filme (90 Langfilme, 94 Kurzfilme und 64 Kurzfilme der Hochschulen) gezeigt. Darunter sind 33 Deutschlandpremieren, 5 Europäische Premieren, 5 Internationale Premieren sowie 9 Weltpremieren. Eine Weltpremiere gibt es gleich zu Beginn: Beim Eröffnungsfilmkonzert zum Oscar-nominierten Beitrag „Die Rote Schildkröte“ in der Volkswagen-Halle Braunschweig am Montag, 6. November, ab 19 Uhr ist erstmals live der prämierte Soundtrack von Laurent Perez del Mar zum Film zu hören. Das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Burkhard Götze gibt beim Filmkonzert den Ton an.

Die Filme laufen in zehn Wettbewerben, für die in diesem Jahr ein Rekordpreisgeld von insgesamt 68.000 Euro vergeben wird. Bereits bekannt ist die Gewinnerin des Europäischen Schauspielpreises „Die Europa“. Er geht in diesem Jahr an Cécile de France. Das Preisgeld liegt bei 25.000 Euro. Der Publikumspreis „Der Heinrich“ feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Er ist neben dem Volkswagen-Financial-Services-Filmpreis mit 10.000 Euro am zweithöchsten dotiert. Die Braunschweiger Zeitung sponsert in diesem Jahr erstmals den Heimspiel-Preis mit 2500 Euro. Die Preisverleihung, in der alle Preise übergeben werden, findet am 11. November um 19.30 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters statt. Das Staatstheater sowie das Astor-Filmtheater in Braunschweig und das Universum-Kino in Braunschweig sind die wichtigsten Spielorte, aber auch im Roten Saal im Schloss, Brain Klub, in der Petrikirche, im Scharoun-Theater Wolfsburg und im Medienhaus Braunschweig finden zum Beispiel Veranstaltungen statt.

37. Braunschweiger Filmfest: Das sind die Highlights

Neben dem Eröffnungskonzert „Die Rote Schildkröte“ am Montag, 6. November, um 19 Uhr in der Volkswagen-Halle und der großen Preisverleihung am 11. November im Großen Haus des Staatstheaters um 19.30 Uhr als wichtigste Veranstaltungen des Filmfestivals gibt es auch mehrere interessante kleinere Events. Nach der Deutschlandpremiere des Films „Zillion“ über Nachtclubs, Pornokönige und Geldwäscherei im Astor-Filmtheater geht es am 9. November ab 21 Uhr im Brain Klub musikalisch in die Trance- und Technozeit der 90er-Jahre.

Der Film „Zillion“ mit anschließender Party im Brain Klub gehört zu den Höhepunkten des 37. Filmfestivals Braunschweig.
Der Film „Zillion“ mit anschließender Party im Brain Klub gehört zu den Höhepunkten des 37. Filmfestivals Braunschweig. © FMN | Thomas Dhanens

Am 11. November wird im Roten Saal zunächst der Film „Life is not a Competition, but I‘m winning“ gezeigt, in dem es um Geschlechtergerechtigkeit im Sport geht. Anschließend findet eine Diskussion mit Filmprotagonistin Amanda Reiter und Akteuren aus der regionalen Sportszene statt. Am 10. November findet im Braunschweiger Medienhaus ein englischsprachiger Workshop „Wie ich meinen Film pitche“ statt, für den die Anmeldephase allerdings bereits abgelaufen ist. Außerdem ist das Medienhaus am 8. November ab 18 Uhr Gastgeber für den Film „Clashing Differences“, in dem es stark pointiert um Diversität, Feminismus und Empowerment geht. Anschließend, ab 19.30 Uhr, findet eine Diskussion des Diversity Salons zum Thema „Positionierung in der Nicht-Positionierung als Erfolgsfaktor?!“ statt. Ein Klassiker ist der Stummfilm „Metropolis“, der am Montag, 13. November, im Scharoun-Theater Wolfsburg läuft, das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Burkhard Götze sorgt bei dem besonderen Filmkonzert für die Musik. Das gesamte Programm gibt es an dieser Stelle.

Kartenpreise: Hier gibt es Tickets für das Filmfest Braunschweig

Die teuerste Veranstaltung des Filmfestes ist das Eröffnungskonzert in der Volkswagen-Halle. Karten kosten zwischen 18,90 und 39,90 Euro. Ermäßigt kostet jede Kategorie exakt die Hälfte. Filmtickets kosten als Einzelticket 10 Euro, ermäßigt 9 Euro. 10er-Karten gibt es für 88 Euro, 5er-Karten für 45 Euro. Eine Dauerkarte für alle klassischen Filmvorführungen kostet 118 Euro, ermäßigt 100 Euro. Wer bei der Preisverleihung inklusive Abschlussparty dabei sein möchte, bezahlt 20 Euro, ermäßigt 15 Euro. Übrigens: HBK- und TU-Braunschweig-Studenten haben die Möglichkeit auf kostenfreie Tickets für Filmvorführungen bis zehn Euro. Für die HBK-Studenten sind die Tickets gegen Vorlage des Studentenausweises ab 3 Tagen vor der Veranstaltung, für TU-Studenten am Tag der Veranstaltung erhältlich.

Karten gibt es online, bis zum Start des Filmfestes im Abspann im Universum-Filmtheater und während des Festivals im Universum und im Astor sowie in den Festivaltreffs Abspann und Riptide.

Diese Stars werden beim Filmfest Braunschweig 2023 erwartet

Der alles überstrahlende Gast ist natürlich Cécile de France, die am 11. November „Die Europa“ erhält. Vor der Verleihung findet um 15.30 Uhr im Astor ein Gespräch mit dem Filmkritiker der Frankfurter Rundschau, Daniel Kothenschulte, über ihren Werdegang statt. Die 48-jährige Belgierin feierte ihren Durchbruch mit „L‘auberge espagnole“ und spielte zuletzt auch in der TV-Serie „Der Schwarm“ mit.

Die belgische Schauspielerin Cécile de France erhält beim Filmfest Braunschweig den Hauptpreis „Die Europa“.
Die belgische Schauspielerin Cécile de France erhält beim Filmfest Braunschweig den Hauptpreis „Die Europa“. © dpa | Mickael Chavet

Der gebürtige Braunschweiger Detlef Bothe, auch Teil des James-Bond-Filmes „Spectre“, wird erwartet zum Film „Deine schöne Hölle“ am Freitag, 10. November, ab 21 Uhr im Astor. Bei dem Film über eine prickelnde „Amour Fou“ mit tragischen Konsequenzen spielt er nicht nur selbst mit, er führte auch Regie, schrieb das Drehbuch und kümmerte sich um Schnitt und Produktion.

Der gebürtige Braunschweiger Detlef Bothe wird ebenso beim Filmfest erwartet.
Der gebürtige Braunschweiger Detlef Bothe wird ebenso beim Filmfest erwartet. © dpa | Matthias Balk

Im Film „15 Jahre“ spielt Hannah Herzsprung ein Klavier-Wunderkind und verurteilte Mörderin. Der Beitrag wird unter anderem am Donnerstag, 9. November, ab 20.15 Uhr im Astor gezeigt. Die Hauptdarstellerin, die unter anderem auch in den bisherigen Staffeln von „Babylon Berlin“ und im „Baader Meinhof Komplex“ mit dabei war, wird an dem Abend erwartet.

Hannah Herzsprung in einer Szene des Films „15 Jahre“.
Hannah Herzsprung in einer Szene des Films „15 Jahre“. © Braunschweig | Wild Bunch Germany

Als Stars von morgen werden Stefan Gorski („Ein ganzes Leben“) und Luna Jordan („Dead Girls Dancing“) erwartet. Beide sind nominiert für den Braunschweiger Filmpreis als „Beste deutschsprachige Nachwuchsschauspieler“.

Blick in die Historie: Diese Stars waren bereits beim Filmfest in Braunschweig

Seit 2007 wird beim Filmfest Braunschweig „Die Europa“ verliehen. Die Preisträgerliste ist dementsprechend lang, viele bekannte Persönlichkeiten waren dabei und brachten viel Glamour nach Braunschweig.

Filmfest-Programmchefin Karina Gauerhof posiert 2021 gemeinsam mit „Europa“-Preisträger Sebastian Koch (von rechts), Laudator Till Brönner und Filmfest-Vorstand Thorsten Rinke.
Filmfest-Programmchefin Karina Gauerhof posiert 2021 gemeinsam mit „Europa“-Preisträger Sebastian Koch (von rechts), Laudator Till Brönner und Filmfest-Vorstand Thorsten Rinke. © filmfest | filmfest

Hanna Schygulla war 2007 die erste Geehrte, es folgten Bruno Ganz und John Hurt. Mads Mikkelsen (2014) und Nina Hoss (2017) bekamen den Preis ebenso wie Mario Adorf (2019), Sebastian Koch (2021), auf den Trompeter Till Brönner die Laudatio hielt, und Senta Berger (2022).