Braunschweig. Das Angebot startete am Montag. 15 bis 20 Prozent der Belegschaft sollen erreicht werden. Profitieren sollen Gesundheit, Klima, Umsatz.

Die Gesundheit der Beschäftigten, der Pendlerverkehr und damit das Klima und nicht zuletzt der eigene Umsatz: Sie alle sollen profitieren vom Fahrrad-Leasing, das die in Braunschweig beheimateten VW Financial Services (VWFS) seit Montag den eigenen rund 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anbieten. Grundlage dafür ist ein eigener Tarifvertrag. Profitieren soll zudem der regionale Fahrradhandel, über den die Bikes bezogen werden.

Seit September wollen die VW-Finanzdienstleistungen kräftig im Leasinggeschäft mit Fahrrädern mitmischen. Es soll ein Baustein sein auf dem Weg zum klassischen Autofinanzierer hin zu einem Mobilitätsanbieter. In dieser Strategie setzt das Unternehmen auf den Partner Pon. Schon seit 75 Jahren arbeitet der VW-Konzern mit den Niederländern zusammen.

Braunschweiger VWFS arbeiten beim Fahrrad-Leasing mit Niederländern zusammen

Im September verkündete VWFS, sich mit 49 Prozent an der Pon-Tochter Bike Mobility Services (BMS) zu beteiligen. Das Unternehmen ist auf das Fahrrad-Leasing spezialisiert. Das direkte Leasing für die VWFS-Beschäftigten, aber auch für die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des VW-Konzerns erfolgt über die BMS-Tochter „Lease a Bike“.

Die Laufzeit für das Leasing beträgt 36 Monate, wie VWFS mitteilte. Danach bestehe für die Kunden die Möglichkeit, das geleaste Fahrrad zu kaufen. Die monatlichen Leasingraten werde durch die Brutto-Entgeltumwandlung gezahlt. Leasingberechtigt sind demnach alle Beschäftigten im Tarif, Tarif Plus und Mitglieder des Managements sowie des Oberen Management-Kreises. Das Angebot kann auch von Auszubildenden und dual Studierenden genutzt werden. Alle Beschäftigten können laut VWFS bis zu vier Fahrräder leasen, Auszubildende und dual Studierende bis zu zwei Räder.

Keine Markenvorgaben beim Fahrrad-Leasing

Wer ein Fahrrad leasen möchte, sucht sich seinen Favoriten beim regionalen Händler aus. Voraussetzung: Das ausgewählte Rad muss nicht nur vom Händler, sondern von „Lease a Bike“ angeboten werden. Ansonsten gibt es nach VWFS-Angaben keine Modell- oder Markenvorgaben. Geleast werden können klassische Fahrräder, E-Bikes, Liege- oder Lastenräder. Dabei darf der Preis 499 Euro nicht unter- und 5950 Euro nicht überschreiten.

VWFS-Personalvorständin Alexandra Baum-Ceisig sagte: „Mit dem Fahrradleasing für Beschäftigte haben wir einen weiteren Baustein für unsere Arbeitgeberattraktivität geschaffen und kommen sowohl unserer sozialen als auch ökologischen Verantwortung nach. Das ist ein Gewinn für alle Beteiligten.“ Andreas Krauß, VWFS-Betriebsratschef, hob hervor, dass auch die Partner und Kinder der Beschäftigten von dem Angebot profitieren könnten.

12.500 Beschäftigte von VW und Audi nutzen Fahrrad-Leasing

Zwei Stunden, nachdem das Angebot am Montag angelaufen war, hatten nach Unternehmensangaben mehr als 100 Beschäftigte einen Leasingvertrag geschlossen. Perspektivisch sollen 15 bis 20 Prozent der Belegschaft erreicht werden, sagte ein Sprecher. Nach seinen Angaben wird das Fahrrad-Leasing bereits seit September den Beschäftigten der Marke VW und von Audi ermöglicht. 12.500 Verträge seien seitdem geschlossen worden. Das liege deutlich über den Erwartungen.

Und diese Verträge landen in den Büchern des VWFS-Gemeinschaftsunternehmens BMS. Das betreibt seine Geschäfte nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden, in Österreich, Belgien, Schweden und in den USA. Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben derzeit mehr als 600.000 Beschäftigten in 65.000 Unternehmen Dienstfahrräder zur Verfügung. 90 Prozent dieser Räder seien elektrisch.

Erwartungen ans Wachstum mit Fahrrad-Leasing sind hoch

BMS hat sich viel vorgenommen. Mehr Märkte sollen erschlossen, mehr Kunden gewonnen werden. Wie der VWFS-Sprecher unserer Zeitung sagte, ermöglichen etwa 20 Prozent der deutschen Unternehmen ihren Beschäftigten ein Fahrrad-Leasing. Zu erwarten ist, dass die Zahl noch deutlich steigt.

Die wirtschaftlichen Erwartungen jedenfalls sind groß. Im September hieß es von VWFS und Pon, dass sie im Jahr 2028 allein beim europäischen Dienstfahrrad-Leasing ein Marktvolumen von 10 Milliarden Euro erwarten. Christian Dahlheim, Vorstandschef der VW-Finanzdienstleistungen, sagte seinerzeit, dass BMS einen Marktanteil von 20 bis 25 Prozent anstrebt. Wird das Ziel erreicht, entfielen 2 Milliarden bis 2,5 Milliarden Euro des Umsatzes auf das Gemeinschaftsunternehmen.

Christian Wölbern, Geschäftsführer der BMS-Tochter „Lease a Bike“, sagte nun: „Die Kooperation mit VWFS eröffnet uns neue Möglichkeiten, um unsere Mission der nachhaltigen Mobilität voranzutreiben. Gemeinsam können wir eine noch größere Wirkung erzielen, und eine nachhaltigere, gesündere und erschwingliche Mobilität wird dadurch auf breiter Ebene möglich.“