Braunschweig. Zwar läuft das Weihnachtsgeschäft im November an, aber witterungsabhängige Branchen haben ihre Tätigkeiten zurückgefahren.

Im November zeigen die Arbeitsagenturen für unsere Region unterschiedliche Trends auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vormonat: In Braunschweig, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel sinkt die Arbeitslosigkeit leicht, während sie in Wolfsburg, Salzgitter und Goslar geringfügig steigt. Saisonale Schwankungen, wie die Einstellung zusätzlichen Personals für das Weihnachtsgeschäft, beeinflussen diese Entwicklung, während in anderen Branchen mit Winterbeginn Mitarbeiterzahlen reduziert werden. Trotzdem bleibt die Gesamtlage stabil: In unserer Region wurden im November 36.418 Arbeitslose erfasst, die Quote lag bei 5,9 Prozent – gleichbleibend zum Oktober und leicht höher als im Vorjahr.

So viele Menschen waren iim November n den Städten und Landkreisen unserer Region arbeitslos.
So viele Menschen waren iim November n den Städten und Landkreisen unserer Region arbeitslos. © FMN | Jürgen Runo

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist erfahrungsgemäß jetzt in den Wintermonaten saisonal üblich und wird auch in den kommenden Monaten anhalten“, erläutert Ulf Steinmann, Leiter der Arbeitsagentur Helmstedt, zu deren Bezirk auch Wolfsburg und Gifhorn gehören. Auch nach Angaben der Arbeitsagentur Hildesheim ist der Arbeitsmarkt im November traditionell von saisonalen Einflüssen geprägt.

Arbeitsagentur verzeichnet Anstieg von Betriebsinsolvenzen

Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim, die auch den Kreis Peine betreut, erklärte: „Viele Unternehmen stellen zusätzliches Personal für das Weihnachtsgeschäft ein, während andere Branchen mit Winterbeginn ihre Mitarbeiterzahl reduzieren.“ Positive saisonale Effekte dürften aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vielen Unternehmen die Auswirkungen der Energiekrise, die hohe Inflation und weitere strukturelle Probleme zu schaffen machten. „So verzeichnen wir inzwischen einen leichten Anstieg bei den Betriebsinsolvenzen“, sagte die Agenturchefin weiter.

Niedersachsen verzeichnete im November 250.140 Arbeitslose, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent, während sie vor einem Jahr noch bei 5,4 Prozent lag.
Die schwache Konjunktur habe den Arbeitsmarkt erreicht und mache sich nun zunehmend bemerkbar, begründete die Arbeitsagentur den Anstieg.

Bundesweit lag die Zahl der Arbeitslosen bei etwa 2,6 Millionen. Dies stellt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit einen Anstieg um 172.000 Menschen ohne Job im Vergleich zum November 2022 dar. Im Vergleich zum Oktober dieses Jahres ging die Arbeitslosenquote leicht von 5,6 Prozent auf 5,5 Prozent zurück.

Brigitte Hartung