Wolfsburg. Trotz der Krise beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten glaubt Sport-Geschäftsführer Schäfer an die aktuelle VfL-Konstellation.

Auch einige Tage nach dem Aus im DFB-Pokal hallt die Niederlage am Dienstag in Mönchengladbach beim VfL Wolfsburg noch nach. Der Pokal-Wettbewerb sah für die Grün-Weißen nach der besten Möglichkeit aus, die Saison wieder in positive Bahnen zu lenken, nachdem es in den vergangenen Wochen in der Fußball-Bundesliga immer schwieriger wurde. Nun herrscht beim VfL Katerstimmung, und auch der Druck auf Trainer Niko Kovac wächst.

Doch Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer ist niemand, der sich in schwierigen Phasen zu Kurzschluss-Handlungen hinreißen lässt. „So eine Niederlage wie in Gladbach tut besonders weh“, gibt er zu, fügt jedoch an: „Trotzdem finde ich, dass die Leistung der Mannschaft eine gute Reaktion auf das Spiel in Bochum war.“ Dort hatten die Wolfsburger wenige Tage vor dem Pokalspiel in Gladbach eine ihrer bisher schwächsten Leistungen in dieser Bundesliga-Saison gezeigt und völlig zurecht 1:3 verloren.

Wölfe defensiv verbessert

Das Ergebnis im Pokal war zwar ein ähnliches, doch die Leistung eine völlig andere. In der zweiten Hälfte und in der Verlängerung war die Kovac-Elf die bessere Mannschaft, vergab aber klare Chancen und wurde mit dem Gegentor in der Schlussminute der Verlängerung bestraft. Bis dahin hatte sich aber vor allem die zuletzt so wackelige Defensive der Wölfe besser präsentiert. „Das war defensiv solide, wir haben gut gestanden und gleichzeitig nach vorne Akzente gesetzt sowie die klar besseren Torchancen gehabt“, analysierte Schäfer.

Enttäuschung herrscht in Wolfsburg dennoch und die Diskussionen, welche Konsequenzen es haben könnte, wenn in der Liga die Wende zum Guten ausbleibt, werden intensiver. Bereits nach dem Bochum-Spiel kam erstmals die Frage in Richtung der VfL-Verantwortlichen (in diesem Fall an Sportdirektor Sebastian Schindzielorz) auf, ob Kovac noch der richtige Trainer für die Grün-Weißen ist. Schindzielorz bejahte eindeutig und auch nach dem Pokal-Aus sieht Schäfer keinen Grund, diese Meinung zu revidieren. „Wir haben eine schwierige Phase und hinken unseren eigenen Ansprüchen hinterher. Aber da müssen wir zusammen durch, und das werden wir auch tun“, verspricht er.

Schäfer: Bekommen es mit diesem Trainer hin

Mit dem „Zusammen“ meint der Sport-Geschäftführer nicht nur Kovac und sein Trainerteam, sondern den ganzen Klub sowie die Mannschaft. „Ich bin überzeugt davon, dass wir es in dieser Konstellation gemeinsam mit Niko Kovac hinbekommen“, sieht Schäfer keinen Grund für gravierende Änderungen beim VfL. „Aber wir müssen eine gewisse Stabilität erzeugen mit den Maßnahmen, die wir ergreifen. Ich bin sicher, dass wir das schaffen“, sagt er.

Eine Maßnahme ist sicherlich, dass die Wolfsburger wieder mehr als Team funktionieren müssen. Hierarchie und klare Strukturen scheinen im Moment die größten Stellschrauben sein, an denen man drehen kann. Ob eine Blutauffrischung für das VfL-Angebot im Januar eine sinnvolle Maßnahme ist, darf diskutiert werden. Auf den ersten Blick lässt sich bei den Wölfen keine klare Schwachstelle ausmachen, die sich mit einem Transfer mal eben beheben lässt. Nicht nur deswegen hält sich Schäfer bei diesem Thema bedeckt. „Kaderplanung ist ein permanenter Prozess, das gehört zu unserer täglichen Aufgabe. Aber wir sind überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft haben und haben großes Vertrauen in unsere Jungs. Ich bin überhaupt kein Freund von Wintertransfers“, sagt er. Ob diese überhaupt in der aktuellen Phase helfen würden? „Große Veränderungen an der Mannschaft im Wintertransferfenster werden wahrscheinlich nicht dafür sorgen, dass wir mehr Stabilität reinbekommen“, so der Geschäftsführer.

Die drei Ligaspiele bis Weihnachten werden sicherlich darüber mitentscheiden, ob diese Einschätzung zum Personal Bestand haben wird. Aber Schäfer scheint zumindest gewillt, die Wende zum Guten ohne großes Tabula rasa zu schaffen.