Bochum. Nicht nur die mitgereisten Fans reagierten enttäuscht auf das 1:3 in Bochum. Der VfL muss vor allem die Zahl der Gegentore reduzieren.

Die Forderung war eindeutig und sie traf genau den Nerv des Problems, das der VfL Wolfsburg im Moment hat. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, skandierten die enttäuschten Fans des Fußball-Bundesligisten, die am Samstag die Reise mit zum VfL Bochum angetreten hatten.

Dort sahen sie eine 1:3-Niederlage ihrer Mannschaft und vor allem ein eigenes Team, das sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Bochum offensichtlich zu wenig wehrte. Deshalb stimmt auch Wolfsburgs Trainer Niko Kovac in die Kritik des Anhangs mit ein. „Die Fans haben absolut recht. Wir haben in der ersten Hälfte auf keinen Fall so agiert, wie wir in einem Auswärtsspiel agieren wollen“, sagte der Coach.

VfL kassiert zu viele Gegentreffer

Aus diesem schwachen Zweikampfverhalten resultierte auch, dass die Wolfsburger in Bochum drei Gegentreffer kassierten. Dabei gehören die Gastgeber auch mit diesen drei Toren weiterhin zu den offensivschwächsten Teams der Liga, haben nun in 13 Spielen 14-mal getroffen. Gewiss keine überragende Bilanz. Doch die grün-weiße Defensive ist im Moment eine, die die Gegner gerne einlädt, vor allem auswärts. „Wir haben in den letzten fünf Auswärtsspielen 16 Gegentreffer kassiert“, verdeutlichte Kovac das Problem.

Daran wird er mit Blick auf den Jahresendspurt, der für die Wölfe bereits am Dienstag mit dem DFB-Pokal-Spiel in Mönchengladbach weitergeht, unter Hochdruck arbeiten müssen. Und dafür müssen vor allem die Grundtugenden wie Zweikampfverhalten und Einsatzbereitschaft bei der Kovac-Elf stimmen.

Auch Svanberg räselt über die Gründe

Warum die Grün-Weißen davon in Bochum so wenig auf den Platz brachten, können sie sich selber nicht erklären. „Vielleicht ist es eine Frage des Selbstvertrauens oder der Überzeugung“, rätselt auch Torschütze Mattias Svanberg. „Man muss nicht jeden Zweikampf gewinnen, aber man muss in jeden Zweikampf mit dem Ziel gehen, es so gut wie möglich zu machen“, sah der Schwede die Einsatzbereitschaft einiger Mitspieler scheinbar nicht zu 100 Prozent ausgereizt.

Die fehlenden Prozente werden die Wolfsburger allerdings schnell aufbringen müssen. Denn am Dienstag haben sie mit dem Pokal-Spiel die Chance, sich das Überwintern in dem Wettbewerb zu sichern, der für sie wohl die beste Chance auf Europa bietet. Und das wäre sehr wichtig für das Binnenklima des Klubs.