Veilchen geht gegen Gießen 46ers nach der Pause die Kraft aus

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Aubrey Dawkins war mit 22 Zählern Topscorer der Veilchen, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Aubrey Dawkins war mit 22 Zählern Topscorer der Veilchen, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Foto: Verein / BG Göttingen

Göttingen.  Die BG Göttingen muss sich in der Basketball-Bundesliga dem Tabellenvorletzten aus Hessen am Ende deutlich mit 79:98 (47:47) geschlagen geben.

Die BG Göttingen hat nur zwei Tage nach der guten Leistung gegen den Tabellenführer Ludwigsburg einen schwachen Auftritt folgen lassen. Die Mannschaft von BG-Headcoach Roel Moors verlor am Mittwochabend gegen den Tabellenvorletzten JobStairs Gießen 46ers 79:98 (47:47). Zuschauer waren in der Sparkassen-Arena aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht zugelassen. Entscheidend war das dritte Viertel, als die besser ausgeruhten Hessen davon zogen und die BG nicht kontern konnte. Bester Veilchen-Werfer war Aubrey Dawkins mit 22 Punkten. Für Gießen traf Ferdinand Zylka am häufigsten (23 Zähler).

Die Veilchen, die weiterhin auf ihren Kapitän Akeem Vargas verzichten mussten, starteten mit einem Dreier von Rihards Lomazs in die Partie. Doch die hessischen Gäste konterten mit fünf Punkten in Folge von Scottie James Jr. zum 3:5 (2.). Beide Mannschaften bewegten sich auf Augenhöhe, weil die Gießener intensiv verteidigten und die Göttinger Probleme hatten, in einen Offensiv-Rhythmus zu kommen. Das Duell blieb bis Mitte des Abschnitts ausgeglichen (13:13). Dann bekamen die Hausherren schon Foulprobleme, Tai Odiase und Mathis Mönninghoff kassierten kurz nacheinander ihr jeweils zweites Foul.

Die Gießener hatten durch ihren Erfolg am Samstag gegen Bayern München sichtlich Selbstvertrauen getankt und zeigten sich treffsicher, während die BG verunsichert wirkte. So zogen die 46ers durch einen 0:10-Lauf auf 13:23 davon (8.). Aber die Veilchen fingen sich zum Viertelende wieder ein wenig und verkürzten angeführt von Deishuan Booker auf 24:28.

Göttinger bleiben im Spiel

Im zweiten Abschnitt setzten die Göttinger ihre gute Phase fort und glichen durch Luke Nelsons Dreier zum 32:32 aus (13.). Doch die Mannschaft von 46ers-Headcoach Rolf Scholz ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und zog schnell wieder auf 34:41 davon, so dass Moors seine zweite Auszeit nahm (16.). Obwohl sich die Veilchen sichtlich schwer taten, blieben sie dran. Odiase brachte sein Team auf 38:41 heran (18.). Kurz darauf schloss Lomazs einen Schnellangriff zum 40:41 ab, auch Scholz nahm seine zweite Auszeit (19.). Zwar brachte Dawkins die Gastgeber durch einen Dreier wieder in Front, doch Zylka antwortete zum 43:44 (19.). In die Pause ging es ausgeglichen 47:47.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie bis zur 23. Minute eng (53:51). Während die Gießener dann wieder sicherer trafen, fielen bei den Veilchen die Würfe nicht mehr. So zogen die Gäste erneut auf 53:61 davon (25.). Die Göttinger schafften es kurzzeitig, die Hessen nicht noch weiter wegziehen zu lassen (59:64/26.), aber die Moors-Truppe agierte zu unkonzentriert. Bei den 46ers wurde das Selbstvertrauen immer größer. Vor allem von Außen war das Scholz-Team nicht zu stoppen und baute seinen Vorsprung durch einen 0:12-Lauf bis zum Viertelende auf 59:76 aus.

Veilchen sind von der Rolle

Die Veilchen waren nun vollkommen von der Rolle. Die Hessen, die zwei Tage länger Pause hatten als die BG, waren spritziger, während die Göttinger fast immer einen Schritt zu spät kamen. Lomazs erlöste sein Team und traf zwei Dreier hintereinander zum 65:80 (34.). Die 46ers behielten aber die Kontrolle, während sich die Gastgeber vergeblich mühten – in Reichweite kamen die Göttinger nicht mehr. So schöpft Gießen im Abstiegskampf Hoffnung, während die BG mit zehn Siegen im unteren Mittelfeld verbleibt.

„Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Ich habe heute nicht das Team der vergangenen Wochen gesehen“, sagte Moors anschließend. „Ich habe ein Team gesehen, dass von Anfang an nicht im Spiel war, mit sehr wenig Energie gespielt hat, aber trotzdem im Spiel geblieben ist. Dann machen wir ein, zwei Fehler und mental kommt nichts mehr, so wie uns das auch schon vor ein, zwei Monaten passiert ist. An erster Stelle war es mental eine sehr schwache Leistung.“

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