Der flinke Flügelflitzer aus Schwiegershausen

Schwiegershausen.  Jan Mißling hat mit den Herren der HSG Oha schon einige Erfolge gefeiert. In dieser Saison legt der Außenspieler aber eine Handball-Pause ein.

Volle Konzentration: Jan Mißling beim Siebenmeterwurf.

Volle Konzentration: Jan Mißling beim Siebenmeterwurf.

Foto: Arne Hoffschlaeger / HK

Die Herren der HSG Oha hatten bis zur momentanen Unterbrechung des Spielbetriebs drei Spiele absolviert, mit zwei Siegen war der Verbandsligist durchaus erfolgreich in die Handballsaison gestartet. Die Fans der HSG vermissten dabei aber einen Namen: Jan Mißling. Der Linksaußen der Harzer legt in dieser Saison eine Pause ein.

Die persönliche Auszeit von Mißling hat dabei nichts mit der Situation rund um das Covid-19-Virus zu tun. Der Schwiegershäuser entschied bereits in der vergangenen Saison vor dem Abbruch, dass er in Zukunft kürzertreten wolle. Bereits im Dezember äußerte er seinen Entschluss gegenüber Trainer Jens Wilfer. „In der vergangenen Saison ist mir der Handball etwas viel geworden. Ich musste Privates immer wieder hinten anstellen, wodurch die Motivation etwas gelitten hat“, erklärt Mißling. Nun sei es einfacher, sich die Zeit einzuteilen. „Natürlich mache ich weiterhin Sport, aber da kann ich selbst entscheiden, wann ich losgehe.“

Sportliche Stärken

Sein Trainer bedauert die Entscheidung sowohl aus persönlicher, als auch aus sportlicher Sicht: „Jan ist ein guter, positiver Typ. Er hat immer viel zur guten Stimmung im Team beigetragen und war auch bei der Planung der Abschlussfahrten immer zuverlässig“, erzählt Wilfer mit einem Lachen, hebt aber vor allem die sportlichen Qualitäten des Rechtshänders hervor. „Jan ist mit seiner Schnelligkeit ein guter Gegenstoßspieler. Außerdem hat er eine gute Wurfauswahl und seine Stärken im Abwehrspiel. Er konnte auch auf der Halbposition decken und hat uns damit taktische Flexibilität gegeben. Es ist schade, dass er pausiert, ich hätte gerne mit ihm weitergearbeitet und hoffe, dass er wieder zurückkommt.“

Seine sportlichen Anfänge machte Missi, wie der Schwiegershäuser gerufen wird, im Handball und im Fußball. Als Fußballer spielte er als Kind für den TSV Eintracht Wulften, seine Handballkarriere startete er bei der HSG Hattorf/Schwiegershausen, die später in der HSG Oha aufging. Im Laufe der Jahre entschied er sich aber für den Handball und blieb seinem Sport immer treu.

Bis auf zwei Jahre spielte Mißling durchgängig für die HSG, nur in der B- und A-Jugend musste er gezwungenermaßen den Verein wechseln, weil es bei der HSG keine Mannschaft in seiner Altersklasse gab. „Immer, wenn wir der jüngere Jahrgang waren, gab es leider keine Mannschaft, so dass wir wechseln mussten. In der B-Jugend ist unser Jahrgang hauptsächlich zum MTV Seesen gegangen, in der A-Jugend haben wir ein Jahr bei der HSG Rhumetal gespielt“, erklärt der 27-Jährige.

Eigentlich im Rückraum zu Hause

Damals spielte Mißling noch auf der Rückraummitte, wie eigentlich in seiner gesamten Jugend. „Das Jahr in Seesen war gut, das Jahr bei Rhumetal aus persönlicher Sicht leider nicht. Das war sportlich und menschlich eine gute Truppe. Ich habe mich aber schwer getan, mich in der Landesliga im Rückraum durchzusetzen“, blickt er zurück. In seinem zweiten A-Jugendjahr spielte Mißling dann gar in vier verschiedenen Mannschaften. Neben der HSG-A-Jugend half er in allen drei Herrenmannschaften der HSG Oha aus.

An die Umstellung in den Herrenbereich erinnert sich der Schwiegershäuser noch ganz genau: „Wir wurden gut empfangen, mussten aber auch einstecken. Ich kann mich noch an ein Training erinnern, bei dem ich mit Ivo Waldmann eine Kreuzung gespielt habe. Ivo hat vor mir gekreuzt, wurde von Torsten Morich in der Abwehr aufgenommen und lag kurze Zeit später auf dem Boden. Nach dem Training hatte er den Abdruck von Torstens Hand immer noch auf der Brust. Darüber lachen wir heute immer noch“, schmunzelt Mißling.

Für ihn persönlich fand mit dem Wechsel in den Herrenbereich auch eine Positionsumstellung statt. Unter Stefan Krause, damaliger HSG-Trainer, wurde er zum Außenspieler umfunktioniert. „Das hat mir am Anfang gar nicht gefallen und ich war auch einfach nicht gut. Mein damaliger A-Jugendtrainer Jens Krieter hat mich dann mal zur Seite genommen und mit mir darüber geredet. Danach war es besser“, erinnert er sich.

Zwei Aufstiege mit der HSG

Seit er fest bei der ersten Mannschaft spielt, hat Mißling mit dem Aufstieg in die Landesliga und dem Aufstieg in die Verbandsliga 2017 zwei schöne Erfolge feiern können, von Abstiegen blieb er hingegen verschont. Ebenso verschont blieb er von schwereren Verletzungen – die klassischen Handballverletzungen an Sprunggelenk und Finger ausgenommen.

Auf dem Platz zeichnet sich Mißling neben seiner Schnelligkeit auch durch seinen Spielwitz aus, oftmals war er an besonders spektakulären Toren beteiligt. Neben seiner Aktivität auf der Handballplatte war Mißling zwischendurch auch wieder auf dem Fußballplatz unterwegs. Hobbymäßig spielte er in der Reserve der SG Bergdörfer. „Bei meinem Debüt habe ich direkt zwei mal getroffen, das war natürlich geil“, lacht er. Doch neben dem Handball und der Arbeit als Qualitätstechniker bei Thermo Fischer blieb für Fußball nur selten Zeit, so dass es bei einem kurzen Ausflug zu den Eichsfeldern blieb.

Wenn es nach der coronabedingten Handballpause des HVN weitergeht, traut Mißling seiner Mannschaft wieder eine ähnlich erfolgreiche Saison wie 2019/2020 zu. „Niemand spielt gerne bei uns im Harz, das ist ein großer Vorteil. Ich denke, dass die Mannschaft wieder im oberen Mittelfeld landen kann. Die personellen Schwächungen durch die Verletzungen in der vergangenen Zeit haben uns noch mehr als Team zusammengeschweißt. Das ist eine große Stärke, die die Mannschaft überall begleiten wird“, lobt Mißling seine ehemaligen Mitspieler – die vielleicht ja auch wieder seine zukünftigen Mitspieler sind..

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