BG Göttingen gelingt Coup gegen Spitzenreiter Bayern München

Göttingen.  Die Veilchen fügen dem Tabellenführer der Basketball-Bundesliga beim 90:81 (44:40) die erst zweite Niederlage der laufenden Spielzeit zu.

Göttingens Alex Ruoff (lila) setzt sich gegen Münchens Vladimir Lucic durch.

Göttingens Alex Ruoff (lila) setzt sich gegen Münchens Vladimir Lucic durch.

Foto: Swen Pförtner

Diesmal hat es tatsächlich geklappt. Nachdem sich die Basketballer der BG Göttingen im Hinspiel noch in letzter Sekunde geschlagen geben mussten, ist die Überraschung nun gelungen. Die Veilchen besiegten vor 3.447 enthusiastischen Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena den Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern München nach eine Glanzvorstellung mit 90:81 (44:40) und fügten den Süddeutschen die erst zweite Niederlage der laufenden Saison zu. Entsprechend groß war anschließend der Jubel bei Fans und Spielern.

Die Göttinger ließen sich in der Partie auch von einer zwischenzeitlichen Münchener Aufholjagd nicht beeindrucken. Nach einer 14-Punkte-Führung in der 36. Minute kam der deutsche Meister noch einmal bis auf drei Zähler heran (82:79/39.). In der letzten Minute sicherten sich die Göttinger dann aber den Sieg an der Freiwurflinie. Beste Veilchen-Akteure waren Kyan Anderson (27 Punkte) und Dylan Osetkowski mit einem erneuten Double-Double (11 Punkte/10 Rebounds). Für München erzielte Greg Monroe ebenfalls ein Double-Double (18 Punkte/10 Rebounds).

Veilchen starten mit 11:2-Lauf

Die Veilchen, bei denen Marvin Omuvwie (Bänderriss) nicht mitwirken konnte, starteten mit viel Energie und einem 11:2-Lauf in die Partie (3.). Münchens Headcoach Oliver Kostic musste schon früh seine erste Auszeit nehmen, nach der es für die Gäste zuerst in der Verteidigung besser lief und dann auch im Angriff (11:9/6.). Alex Ruoff stoppte den Bayern-Lauf durch seine Punkte zum 13:9 (7.). Aber der Tabellenführer kam nun immer besser ins Spiel und übernahm nach einem Dreier von Nihad Djedovic erstmals die Führung (13:14/8.). Roijakkers anschließende Auszeit wirkte, die Hausherren holten sich die Führung durch einen Dreier von Bennet Hundt zurück und bauten ihren Vorsprung zum Viertelende durch einen Dreier von Dennis Kramer auf 21:16 aus.

Den zweiten Abschnitt begannen die Göttinger mit einem Dreier von Elias Lasisi zum 24:16 (11.). Doch die Süddeutschen antworteten mit einem 0:7-Lauf zum 24:23 (13.). Allerdings ließ sich die Roijakkers-Truppe davon nicht entmutigen und brachte durch einen Dreier von Mihajlo Andric wieder etwas Luft zwischen sich und den Meister (27:23). Zwar blieben die Bayern zunächst dran, doch dann übernahm Anderson und streute zwei Dreier zum 35:28 ein (16.). Die Gäste ließen sich aber nicht so leicht abschütteln und holten sich durch einen 2:10-Lauf die Führung zurück (37:38/19.). Die BG konterte jedoch und ging mit einer Vier-Punkte-Führung in die Pause (44:40).

Nach dem Seitenwechsel spielten die Veilchen weiterhin mit großem Selbstvertrauen und Kampfgeist. Anderson antwortete auf einen Dreier von Vladimir Lucic ebenfalls von Außen zum 50:43 (22.). Und die Gastgeber ließen nicht nach: Ruoff erzielte von der Freiwurflinie die bis dahin höchste Göttinger Führung zum 55:45 (24.). Zwar kamen die Bayern durch fünf schnelle Zähler auf 55:50 heran, aber der Offensiv-Drang der Hausherren hielt an. Erneut war es Ruoff, der den Vorsprung dieses Mal auf elf Punkte ausbaute (63:52/27.). Der Favorit aus dem Süden kämpfte sich wieder auf 66:60 heran, aber vor dem Schlussabschnitt traf Anderson zum 68:60. Ruoff passte dann beim Einwurf der Bayern auf und versenkte einen Dreier mit der Viertelsirene zum 71:60.

BG hält Bayern auf Distanz

Im Schlussabschnitt hielten die Veilchen die Kostic-Truppe auf Abstand. Dominic Lockhart traf den 14. BG-Dreier zur 76:64-Führung (34.). Die Gäste mühten sich, schafften es zunächst jedoch nicht, näher an die Göttinger heranzukommen (80:66/36.). Aber der BBL-Tabellenführer gab sich noch nicht geschlagen. Monroe schloss einen 0:7-Lauf zum 80:75 ab (38.).

Die Partie entwickelte sich nun zu einer Nervenschlacht. Die Bayern verdienten sich ihre Zähler an der Freiwurflinie und verkürzten auf 82:79 (39.). Dann zitterte Monroe allerdings das Händchen: Der Ex-NBA-Spieler vergab beide seiner Freiwürfe – sein Team war bis zu diesem Zeitpunkt perfekt von der Linie gewesen – im Gegenzug traf Anderson einen Freiwurf zum 85:79 (40.). 21 Sekunden vor dem Ende erhöhte Ruoff auf 86:79 – Anderson und Osetkwski sicherten den Sieg dann unter dem Jubel der Fans ab.

„Wir haben heute mir sehr viel Energie gespielt – auch noch im vierten Viertel. Am Ende hatte ich etwas Sorge, dass uns die Kräfte ausgehen werden, denn es ist schwer für uns, mit einer Mannschaft wie dem FC Bayern vier Viertel mitzuhalten. Aber zu Hause mit den Zuschauern im Rücken ist so etwas möglich“, freute sich Göttingens Trainer Johan Roijakkers über den Coup. Oliver Kostic, Trainer der Bayern, zeigte sich als fairer Verlierer: „Göttingen hat ein großartiges Basketball-Spiel gezeigt. Sie verdienen diesen Sieg, weil sie von Anfang an mit mehr Energie gespielt haben.“

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