Braunschweig. Die JHV von Einracht Braunschweig endete in einem Debakel. Der Verein geht auf Spurensuche. Wieso klappte die Online-Abstimmung nicht?

Als fast alle Mitglieder nach der abgebrochenen Jahreshauptversammlung von Eintracht Braunschweig am Freitagabend den Businessbereich des Stadions bereits verlassen hatten, steckten die Führungsgremien noch die Köpfe zusammen. Ein Verein auf Spurensuche. Doch zunächst gibt es nach der Eintracht-JHV mehr Fragen als Antworten.

Frühzeitiges Ende bei JHV von EIntracht Braunschweig: Warum wurde abgebrochen?

Die Jahreshauptversammlung war als hybrides Event ausgeschrieben gewesen. Mitglieder konnten entweder vor Ort zuhören und abstimmen oder aber vom digitalen Endgerät von Zuhause, aus dem Büro oder dem Urlaub. So zumindest der Plan. Aber schon die Probeabstimmung funktionierte nicht, weil zahlreiche Mitglieder nicht ins System kamen und somit weder zusehen noch abstimmen konnten. Um Rechtssicherheit zu haben und die Unzufriedenheit der von außerhalb Teilnehmenden nicht zu groß werden zu lassen, entschied die Versammlung fast einstimmig (bei nur zwei Gegenstimmen) auf Abbruch.

Warum funktionierte die Technik auf der Eintracht-JHV nicht?

Darauf gibt es noch keine Antwort. Mit dem Dienstleister hatte die Eintracht schon erfolgreich zusammengearbeitet - auch in hybriden Formaten. Schnell entstanden am Freitagabend Theorien, was passiert sein könnte. Geraunt wurde von einem Hackerangriff. Das, so erste Erkenntnisse des Abends, dürfte aber ausgeschlossen sein. Das Unternehmen muss jetzt seine Daten auslesen und an die Eintracht reporten.

Nach dem jähen Ede der JHV bei der Eintracht: Wie geht es nun weiter?

Es wird eine neue ordentliche JHV geben. Die Mitglieder müssen satzungsgemäß eine Einladung sechs Wochen vor dem Event erhalten. Heißt: In diesem Jahr wird es nichts mehr. Auch danach wird sich die Terminfindung kompliziert gestalten, weil alle Aktiven dabei sein sollten. Es war kein Zufall, dass diese JHV in der Länderspielpause der Profifußballer angesetzt war. Die nächste derartige Pause ist erst im Frühjahr.

Wird es dann Konkurrenz für Eintracht-Präsidentin Nicole Kumpis geben?

Auch darüber herrschte am Freitagabend noch Unklarheit. Tendenziell gilt die JHV als abgebrochen und nicht als vertagt. Um sie als „vertagt“ deklarieren zu können, hätte bereits ein neuer Termin festgezurrt sein müssen. Weil das nicht möglich war, blieb nur der Abbruch. Und damit vielleicht die Chance für einen weiteren Bewerber ums Präsidentenamt. Nicole Kumpis war bei der Wahl am Freitag ohne Gegenkandidaten angetreten. Es hatte sich zuvor niemand aufstellen lassen. Nun könnte alles noch einmal neu aufgerollt werden - und damit auch das Rennen um die Präsidentschaft zu einem Zwei- oder Mehrkampf werden. Aber auch die Frage ist noch nicht abschließend geklärt.