Braunschweig. Wer sich nicht für Blau-Gelb zerreißt, der hat hier keine Zukunft mehr. Und das ist dann auch gut so, kommentiert Leonard Hartmann.

Die Zeit der Ausreden ist für die Eintracht-Profis vorbei. „Ich sehe die Mannschaft in der Pflicht zu liefern“, sagt Benjamin Kessel klipp und klar. Nach Peter Vollmanns Freistellung zeichnet der 36 Jahre alte Ex-Profi verantwortlich für die sportliche Gemengelage des abgestürzten Traditionsklubs. Eine seiner ersten Amtshandlungen: die Spieler in die Verantwortung nehmen.

Einige von ihnen hatten zuletzt Alibis gesucht und gefunden: Michael Schiele? Am Ende zu wankelmütig. Jens Härtel? Zwischenmenschlich schwierig. Peter Vollmann? Schwindende Wirkmacht. Viel Groll von außerhalb konzentrierte sich auf Vollmann und davor auch zu Teilen auf die mittlerweile geschassten Trainer. Die Mannschaft konnte einigermaßen in Ruhe arbeiten und sich der Unterstützung ihrer Fans sicher sein. Das soll auch weiter so bleiben. Nur: Auch die Spieler stehen jetzt in der vollen Verantwortung.

Der Kader wird in der Winterpause umgebaut

Es kommt in erster Linie auf die Mannschaft an, auf den Erfolg des Teams, das den Turnaround noch irgendwie schaffen will. Aber es geht auch um die Zukunft jedes einzelnen Spielers. Das betonte Kessel. Der Kader ist zu groß, für etwa 30 Spieler gibt es noch 22 Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Maximal. Schon im Winter will der Sportdirektor den Rotstift ansetzen und knallharte Entscheidungen treffen.

Es ist dem Team nur zu raten, den Ernst der Lage zu erkennen und bis an die Schmerzgrenze oder sogar darüber hinaus im blau-gelben Trikot den Rasen zu fressen. Kein Fan erwartet 22 Siege. Aber jeder erwartet, dass da Spieler auf dem Platz stehen, die das Herz in die Hand nehmen und sich zerreißen. Wer das nicht tut, der hat keine Zukunft mehr in der Löwenstadt. Und das ist dann auch gut so.