Braunschweig. Kumpis, Freitag, Kessel und Benz wollen für Beruhigung sorgen - eine Woche vor der JHV meldet sich auch Ditzinger zu Wort.

Diesen Freitagabend sollten sich die Eintracht-Fans im Kalender blocken. Die Chefetage des Braunschweiger Fußball-Zweitligisten stellt sich von 18.30 Uhr live den Fragen der Anhänger. Präsidentin Nicole Kumpis, Aufsichtsrats-Boss Jens-Uwe Freitag sowie Geschäftsführer Wolfram Benz werden auf dem Youtube-Kanal des Klubs Stellung zur Lage der Blau-Gelben beziehen. Auch Peter Vollmann war in einer ersten Einladung angekündigt worden, wird aber nach seiner Freistellung am Dienstag nicht mehr dabei sein. Er wird ersetzt mit Benjamin Kessel.

Endlich, das ist ein schönes, aber überfälliges Angebot, sagt ein Teil der Fans, der sich in den vergangenen Wochen und Monaten im Stich gelassen fühlte von den „Gremien“, wie es rund um die Eintracht heißt. Einzig Vollmann erklärte sich und seine Arbeit zuletzt regelmäßig öffentlich. Rund um die Zusammenstellung des diesjährigen Kaders kann man dem Sport-Geschäftsführer einige Fehlentscheidungen vorwerfen. Aber er hat sich stets gestellt und versucht, seine Arbeit zu erklären. Immerhin.

Fragen müssen im Vorfeld eingereicht werden

Das Format wirft zudem Fragen auf. Warum wird es digital und nicht wie in der Vor-Corona-Zeit persönlich abgehalten? Da gab es auch mal in der Gaststätte „Wahre Liebe“ eine direkte Konfrontation. Jetzt müssen sich die Veranstalter den Vorwurf gefallen lassen, diverse Fragen und Punkte auszuklammern, wenn diese nicht gefallen. Die Fragen müssen nämlich im Vorfeld eingereicht werden bis Donnerstag, 17 Uhr, unter fragen.fantalk@eintracht.com. Diese werden in den ersten rund 45 Minuten beantwortet. Dann können in einer Pause weitere Fragen eingeschickt werden, die dann in den zweiten 45 Minuten beantwortet werden.

Eintracht-intern soll schon in den vergangenen Wochen und Monaten „massiver Druck“, heißt es, auf die Vereinsführung ausgeübt worden sein, solch ein Fragen-Format anzubieten, um die Fans kommunikativ mitzunehmen. Dass es jetzt eine Woche vor der wichtigen Mitgliederversammlung angeboten wird, kann einerseits als ein Zugehen in Richtung der Anhänger interpretiert werden. Andererseits aber auch als durchschaubares Manöver.

Axel Ditzinger meldet sich in Sozialen Medien zu Wort

Wohl kein Zufall, dass sich rund ums Derby auch Axel Ditzinger in den Sozialen Medien zu Wort gemeldet hat. Vor der Zweitliga-Partie in Hannover adressierte er einen Appell an die Spieler. Der Braunschweiger Geschäftsmann hatte bei der vorigen Mitgliederversammlung im Frühjahr 2022 die Wahl ums Präsidentenamt gegen Kumpis verloren. Von einer erneuten Bewerbung aufs Präsidentenamt sah Ditzinger aber ab, die offizielle Frist ließ er verstreichen. Auch daher tritt Kumpis ohne Gegenkandidaten an. Sollte sie allerdings die absolute Mehrheit der Stimmen verfehlen, stehen Neuwahlen des Präsidiums an. Auf den Fall könnte Ditzinger seine Augen richten - und sein Team unter dem Radar formieren. Aber das ist der Konjunktiv.

Fakt ist, dass die Stimmung im Klub am Boden liegt. Das Zweitliga-Team steht mit dem Rücken zur Wand, ist akut abstiegsgefährdet und bekommt mit Daniel Scherning nun den vierten Trainer in diesem Kalenderjahr. Kontinuität sieht auf dieser wichtigen Position anders aus, aber danach sehnt sich der Klub. Wie sich das in Zukunft ändern soll, können die Fans am Freitagabend erfragen.