Braunschweig. Vermutlich zwei Männer sind Vorbild für die heutige Nikolaus-Figur. Kurz erklärt: Warum viele Kinder am 6. Dezember Süßigkeiten bekommen.

Achtung, Süßigkeiten! Die meisten Kinder wissen: Am Morgen des 6. Dezembers darf man nicht unbedacht in seine Schuhe steigen. Denn in der Nacht auf diesen Tag kommt der Nikolaus und hinterlässt Schokolade, Nüsse, Mandarinen und andere Überraschungen für viele Kinder. Er versteckt sie in den frisch geputzten Schuhen oder legt sie auf einen Teller. Aber wer soll dieser Mann eigentlich sein?

Man vermutet, dass der Brauch auf zwei Männer zurückgeht, die Nikolaus hießen. Am bekanntesten war wohl Nikolaus von Myra. Er soll im 4. Jahrhundert gelebt haben, also vor sehr langer Zeit. Die Stadt Myra heißt heute anders und liegt in der Türkei. Nikolaus war dort Bischof. Deswegen wird er auch heute noch oft mit der typischen Bischofsmütze und dem Stab dargestellt.

Nikolaus von Myra soll sehr großzügig gewesen. Es heißt, er habe im Haus von armen Familien Geldmünzen versteckt. Schon damals wurde er in der Gegend zur Berühmtheit und zum Heiligen erklärt. Die Menschen erzählten sich von seinen Taten. Dabei wurden diese vermutlich weiter ausgeschmückt und später auch mit denen eines anderen Mannes namens Nikolaus vermischt – Abt Nikolaus von Sion aus dem kleinasiatischen Lykien. Dieser lebte im sechsten Jahrhundert und soll sogar Wunder vollbracht haben. Doch weil Nikolaus von Myra viel bekannter war, wurden ihm viele dieser Geschichten einfach zugeschrieben.

Knecht Ruprecht kam erst im 16. Jahrhundert dazu

Der 6. Dezember gilt als Todestag des Nikolaus von Myra. Dieser Tag wurde zu einem Kinderfest mit Geschenken. Später, im 16. Jahrhundert, bekam der Nikolaus noch einen Begleiter. Man kennt ihn zum Beispiel als Knecht Ruprecht. Während der Nikolaus gute Benehmen belohnt, soll Knecht Ruprecht schlechtes Benehmen bestrafen.

Übrigens: Es heißt, der Kirchenmann Martin Luther sei kein Fan vom Nikolaus gewesen. Er war gegen die Verehrung von Heiligen. Deshalb suchte er für die Menschen mit evangelischem Glauben einen anderen Anlass zum Feiern als den Nikolaustag. So kam es, dass die Geburt von Jesus an Heiligabend als Fest wichtiger wurde. Die Geschenke brachte da das Christkind. Irgendwann machten auch die Menschen mit katholischem Glauben mit.

Anders war das in unserem Nachbarland Niederlande. Dort ist der Abend vor dem Nikolaustag bis heute der wichtigste Tag für die Bescherung.