Braunschweig. Ein Mann soll sich in Salzgitter und Braunschweig an drei Frauen vergangen haben. Er hingegen zeichnet vor Gericht ein ganz anders Bild.

Er ist das Opfer einer Verschwörung dreier Frauen, die ihn allesamt zu Unrecht beschuldigen, sich an ihnen vergangen zu haben. „Das stimmt alles nicht“, beteuert der Mann mit dunklem Kurzhaarschnitt und Dreitagebart wortreich und verschlungen, nachdem die Wachtmeister im großen Saal des Braunschweiger Landgerichts ihm die Handschellen abgenommen haben. „Ich schwöre auf alles.“ Der Mann, der wegen des dringenden Tatverdachts, in Salzgitter und Braunschweig mehrere sexuelle Übergriffe begangen zu haben, in Untersuchungshaft sitzt, fühlt sich unschuldig. Übergriffiger Sex-Täter – oder Opfer perfider Falschaussagen? Das sind die Pole, zwischen denen die vierte Strafkammer seit Montag nach der Wahrheit fischt. Ein mühsames Unterfangen.