Hochwasserschutz im Harz

Hochwasserschutz: Maßnahme im Harzer Ilsetal abgeschlossen

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An den oberen Ilsefällen kommt unter anderem ein Seilkran zum Einsatz. Er wird durch einen Bagger mit Prozessor (im Vordergrund) unterstützt.

An den oberen Ilsefällen kommt unter anderem ein Seilkran zum Einsatz. Er wird durch einen Bagger mit Prozessor (im Vordergrund) unterstützt.

Foto: Martin Baumgartner / Nationalpark Harz

Ilsenburg.  Ein Seilkran zieht an den oberen Ilsefällen im Harz Totholz aus dem Flussbett der Ilse.

Im Bereich der unteren und oberen Ilsefälle von der Bremer Hütte bis hinunter ins Sandtal kann jetzt wieder gewandert werden. Die vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahme im Ilsetal ist bis auf kleine Nacharbeiten seit Freitag, 21. Oktober, abgeschlossen. Wanderwege, die für die Arbeiten gesperrt worden waren, sind wieder freigegeben. Aus dem Flussbett der Ilse musste im Rahmen von Verkehrssicherungsmaßnahmen gefälltes Totholz entfernt werden.

„Die Bergung des Holzes war aufgrund der schwierigen Geländesituation technisch anspruchsvoll. Sie erfolgte unter Berücksichtigung von Belangen des Naturschutzes und hoher Sicherheitsanforderungen für das Personal durch Fachfirmen“, erklärt ein Sprecher des Nationalparks. In der zurückliegenden Woche sei unter anderem ein Seilkran an den oberen Ilsefällen zum Einsatz gekommen, weil das Holz dort nur mit dieser technisch sehr aufwendigen Methode aus dem tiefen und felsigen Flusstal herausgezogen werden konnte. Der Seilkran arbeite besonders boden- und böschungsschonend. Er sei durch einen Bagger mit Prozessor unterstützt worden.

Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke, der auch Vorsteher des Unterhaltungsverbandes Ilse-Holtemme ist, verschaffte sich während der Arbeiten zusammen mit dem zuständigen Nationalparkrevierleiter, Lukas Wachsmann, selbst einen Eindruck von deren Fortschritt. Der Hochwasserschutz im Ilsetal und die von Treibholz möglicherweise ausgehende Gefahr waren dem Bürgermeister ein besonders dringendes Anliegen.

Fichten sterben ab

Stürme, Hitzewellen und Trockenheit als Folge des Klimawandels haben auch die Fichtenbestände im Ilsetal anfällig für den Borkenkäfer gemacht. Vor allem im Rekordwärmejahr 2018 starben zahlreiche Fichten. Um den beliebten Wanderweg entlang der Ilsefälle für Besucher sicher zu halten, nahm die Nationalparkverwaltung im Jahr 2021 umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahmen vor.

Unter anderem wurden dabei zum Lichtraum über dem Fluss gewachsene Fichten gefällt. Die langen, verkeilten Stämme im Flussbett stellten aktuell keine Gefahr dar. Erst wenn sie verwittern, könnten treibfähige Holzstücke zu Anstauungen führen. Um das zu verhindern, bot die Nationalparkverwaltung Harz im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins mit der Stadt Ilsenburg Ende 2021 die Bergung des Totholzes aus den Ilsefällen als präventive Hochwasserschutzmaßnahme an.