Vogelgrippe: Vorerst keine Stallpflicht im Kreis Göttingen

Göttingen  Nach dem Auftreten der Geflügelpest bei einem Hobbyhalter im Landkreis Nordhausen sieht man im Kreis Göttingen von Maßnahmen vorerst ab.

Ein Hinweisschild für einen Sperrbezirk aufgrund der Geflügelpest (Symbobild).

Ein Hinweisschild für einen Sperrbezirk aufgrund der Geflügelpest (Symbobild).

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die auch als Vogelgrippe bekannte Geflügelpest hat die Region erreicht: Im Landkreis Nordhausen war bei einem Hobbyhalter von 50 Hühnern und drei Enten die Geflügelpest am 6. Januar nachgewiesen worden, nachdem dort zuvor Hühner verendet waren. Neben der Tötung des Geflügels des Züchters wurde für Hausgeflügel in Thüringen eine Stallpflicht angeordnet. Im Landkreis Göttingen ist nach aktueller Geflügelpest-Risiko-Bewertung keine Anordnung zur Aufstallung des Geflügels vorgesehen. Dies teilt Kreissprecher Ulrich Lottmann auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Die Risikobewertung wird regelmäßig aktualisiert, eine Aufstallungs-Anordnung wird im Bedarfsfall erfolgen.“

Biosicherheits-Maßnahmen beachten

Grundsätzlich seien alle Geflügelhalter, unabhängig von Art und Anzahl gehaltenen Geflügels, aufgerufen, die allgemeinen Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügelhaltungen zu beachten und einzuhalten, betont Lottmann aber ausdrücklich. Informationen hierzu können auf der Webseite des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit abgerufen werden. „Das liegt auch im Interesse der Geflügelhalter, denn im Fall eines Ausbruchs der Geflügelpest kann die Tierseuchenkasse mögliche Leistungen mindern oder versagen, wenn gegen Biosicherheitsmaßnahmen verstoßen wurde“, führt der Landkreis-Sprecher weiter aus.

Geflügelhalter, die ihre Haltung bisher nicht beim Landkreis Göttingen, Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz, angemeldet haben, werden zudem gebeten, dies unverzüglich nachzuholen. Für Auskünfte steht die Veterinärbehörde unter der Telefonnummer 0551-5252556 zur Verfügung. Die Aufstallung der Stallpflicht ist eine Maßnahme, die bewirken soll, dass der Kontakt von Haus- zu Wildgeflügel vermieden wird. Hausgeflügel soll dabei entweder in geschlossenen Ställen oder komplett abgedeckten Gehegen gehalten werden. Außerdem dürfen natürliche Gewässer nicht als Auslauf genutzt und die Tiere nicht im Freien gefüttert werden.

Tierärzte gehen davon aus, dass Wildvögel die Krankheit eingeschleppt haben

Im Landkreis Nordhausen gehen die Amtstierärzte davon aus, dass das Virus durch Wildvögel eingeschleppt wurde, weil die betroffenen Hühner und Enten in Freilandhaltung lebten und direkten Auslauf am Flüsschen Wipper hatten. In den Proben konnte das Landesamt für Verbraucherschutz zunächst Aviäre Influenzaviren des Subtyps H5 nachweisen. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte nach weiteren Untersuchungen den hochpathogenen Subtyp H5N8. Das Veterinäramt hatte direkt nach Bekanntwerden des Verdachts die Tötung des Geflügels und die Einrichtung von Restriktionszonen angeordnet. Letztlich wurden durch das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz alle Landkreise und kreisfreien Städte aufgefordert, die Stallpflicht von Hausgeflügel in Wildvogel-Risikogebieten und in geflügeldichten Gebieten anzuordnen.

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